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nnz-Interview: Top Ten als Ziel

Montag, 13. August 2012, 07:59 Uhr
Sieger beim Werratal-Triathlon, siebter Platz beim Leipziger Triathlon in neuer Bestzeit von 2:04:20 Stunden sowie Thüringer Meister über die Sprint- sowie Olympische Distanz in der Altersklasse M20. Dies sind nur einige Erfolge von Peter Seidel in der aktuellen Saison. Johann Reinhardt sprach mit ihm...


Peter Seidel (Foto: privat) Peter Seidel (Foto: privat)
Peter Seidel beim Werratal-Triathlon, den er in diesem Jahr gewinnen konnte

In Nordhausen beim Scheunenhof-Triathlon wird er am 26. August erstmals über die Halbdistanz um den Sparkassen-Cup starten und gehört hier zu den aussichtsreichsten Lokalmatadoren im gut besetzten Männerfeld.

Reinhardt: Wie sind Sie zum Triathlon gekommen?

P. Seidel: Ich kam zu der Sportart vor sieben oder acht Jahren. Damals hat der Schwimmverein immer für Sparkassen-Staffeln beim Scheunenhof-Triathlon Schwimmer gesucht. Da wir damals zu den Besten gehörten, wurden wir gefragt ob wir nicht teilnehmen möchten. Schon im zweiten Jahr absolvierte ich mit zwei Freunden Benjamin und Johannes Dorn selbst eine Staffel. In den kommenden Jahren habe ich, ebenfalls beim Scheunenhof-Triathlon, Einsteiger- und Sprintdistanz alleine zurückgelegt. 2009 war ich schon einmal ziemlich gut und habe in Leipzig, Bergwitz, Grimma und Nordhausen Rennen über die Sprintdistanz absolviert und bin in die Top Ten gekommen.

Reinhardt: Ihr jetziges Leistungsniveau haben Sie aber erst in diesem Jahr erreicht?

P. Seidel: Ich habe im letzten Jahr, wo ich keine Wettkämpfe absolviert habe, sehr viel Ausdauer trainiert und im Laufen beispielsweise 1000 Kilometer hinter mich gebracht. So habe ich mir eine gute Grundlage aufgebaut. Anfang dieses Jahres habe ich dann wieder regelmäßig Schwimmen trainiert und habe so oft trainiert, wie es eben nur ging. Die Professionalität ist aber erst richtig in diesem Jahr gekommen, wobei ich 2009 als ich in Leipzig studiert habe auch schon die Möglichkeit gehabt hätte in der zweiten Bundesliga für den SV Kamenz zu starten. Dies habe ich dann aber nicht gemacht, da ich wieder nach Nordhausen zurückgekommen bin.

Reinhardt: Was hat Sie besonders gereizt, es noch einmal im Triathlon zu probieren?

P. Seidel: Im letzten Jahr hatte ich immer wieder als Ziel mit einer Mannschaft, wie wir sie jetzt in Nordhausen in der Landesliga haben, im Triathlon zu starten. Ich habe dann im März beim Possenlauf mit Ulrich Konschak über diese Idee gesprochen und zum Glück haben wir es noch hinbekommen, in diesem Jahr ein Team zusammenzustellen das um den Aufstieg in die Regionalliga kämpft.

Ebenfalls wusste ich durch das Jahr 2009, dass ich es schaffen kann gute Ergebnisse zu erzielen, wenn ich intensiv im Training dran bleibe. Das ist auch der Grund, wieso ich Triathlon mache. Es macht unglaublich Spaß diesen Wettkampf zu absolvieren und für seine Leistung komplett selbst verantwortlich zu sein.

Reinhardt: Anfang August haben Sie den letzten Wettkampf vor dem Scheunenhof absolviert und beim Werratal-Triathlon den Sieg geholt. Die Formkurve scheint steil nach oben zu gehen in Richtung Saisonhöhepunkt?

P. Seidel: Eigentlich steigt diese schon die ganze Zeit an. Es ging mit den Duathlon-Veranstaltungen in Worbis und Jena los und hat sich mit den weiteren Triathlonwettkämpfen in Gera in der Staffel sowie in Grimma, Erfurt, Leipzig und Barchfeld im Einzel weiter entwickelt. Die Form steigt und es wird immer besser. Genau dieser Formverlauf war mein Plan und Ziel, da ich auch viel eigenständig trainiere und mein Training selbst plane.

Reinhardt: In diesem Jahr haben sich mit Christian Ritter, Henry Beck, Sebastian Küfner oder Folker Schwesinger einige bekannte Namen angekündigt. Welche Pläne haben Sie hier für den Wettkampf?

P. Seidel: Das größte Problem wird sein, sie im Radfahren über die 90 Kilometer nicht soweit wegkommen zu lassen. Nachdem ich auch nochmal mit Henry Beck gesprochen habe, glaube ich dass es dort vor allem sehr hart wird. Zwei Kilometer Schwimmen und einen Halbmarathon Laufen habe ich beides schon gemacht. Trotzdem denke ich, dass eine Platzierung unter den ersten zehn schon schön wäre und mein Ziel ist. Von der Zeit her sollten fünf Stunden oder etwas weniger herausspringen.

Reinhardt: Wie sieht Ihre Vorbereitung auf den Wettkampf aus?

P. Seidel: Am 16. August geht es noch einmal für eine Woche in den Urlaub nach Ägypten. Da ich dort wohl nur auf dem Ergometer Radfahren kann, habe ich das in der letzten Woche vermehrt gemacht. In Ägypten steht dann neben dem Tapern noch einmal etwas Laufen und Schwimmen an. Hier trainiere ich aber schon etwas weniger und werde mich vor dem Rennen noch einmal etwas entspannen.

Reinhardt: Neben dem Sport absolvieren Sie momentan eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Wie schwierig ist es, dies mit dem Sport zu vereinbaren?

P. Seidel: Dies erfordert etwas Organisation, das alles zu managen und hinzubekommen. So muss ich manchmal auch mit einem riesen Rucksack auf Arbeit fahren, dass man direkt im Anschluss an die Ausbildung noch Schwimmen kann oder irgendeinen anderen Sport macht. In der letzten Zeit hatte ich viel Praxis, in der Schulzeit wird das Ganze dann schwieriger, da ich den Unterricht noch vor- und nachbereiten muss.

Reinhardt: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?

P. Seidel: Ich hoffe schon dass es weiter bergauf geht. Sicherlich wird es nicht mehr so schnell sein und in diesen großen Sprüngen klappen. Ziel ist es in diesem Jahr die Landesliga zu gewinnen und dann werden wir sehen, was in der kommenden Saison auch in der Regionalliga auf uns wartet. In Sachen Langdistanz mache ich mir aber keinen Druck und werde erst einmal auf den kurzen Distanzen noch einige Wettkämpfe absolvieren. Bei längeren Wettkämpfen kann ich auch noch später starten.
Reinhardt: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnz

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