nnz-online

Wie geht’s weiter am Pferdemarkt?

Mittwoch, 10. Dezember 2003, 11:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Diese Frage stellen sich gegenwärtig immer mehr Nordhäuser. Noch immer steht die alte Polizeidirektion an ihrem Platz, noch immer sind Wohnungen der SWG und der WBG belegt. Und es kursieren bereits einige Gerüchte.


Das Schlimmste daran: Der Investor will sich wieder zurückziehen. „Davon kann überhaupt keine Rede sein“, stellte Rüdiger W. Pinno von der Rosco-Gruppe gegenüber nnz klar. Man könne eine derartige Investition zwar nicht aus dem Boden stampfen, doch sei der B-Plan-Verfahren auf einem guten Weg. Mit der Stadtverwaltung müssen jetzt allerdings noch einige Details der Erschließung geklärt werden. Pinno verschwieg nicht, dass es da einige abweichende Vorstellungen gebe. So wolle man seitens des Investors den Kunden- vom Anlieferverkehr trennen.

Aus den Reihen des Stadtrates kommt auch Skepsis auf, hier vor allem hinsichtlich der Zufahrt für das Parkhaus vom Kornmarkt-Kreisel her. Wenn man sich die Zustände am Kreisel bei durchfahrenden Straßenbahnen jetzt schon ansehe, dann könne man sich vorstellen was los ist, wenn da noch zusätzlich bis zu 800 Auto hinzukommen.

Die baurechtlichen Schwierigkeiten sind die eine Seite, die Verhandlungen mit den Wohnungsunternehmen die andere. Geschäftsführer Pinno sprach gegenüber nnz davon, dass sich diese Gespräche in einer abschließenden Phase befinden. Im Frühjahr sei da eine „vertragliche Klarheit“ zu erwarten. Diese Erwartungen teilt zum Beispiel der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen nicht. „Unsere Vorstellungen stimmen einfach noch nicht mit denen des Investors überein“, beschreibt Hans-Werner Grimm die derzeitige Situation. Deshalb habe er Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) angeschrieben und um eine klärendes Gespräch gebeten. „Der Investor müsse in den kommenden Wochen seine Hausaufgaben endlich erledigen, bislang seien alle angebotenen Verträge nicht zwingend“, so Grimm. Stadträte berichten gar von einer Bürgschaft, die die Stadt übernehmen solle.

Die Rosco-Gruppe muß auch ihre Planungen vermutlich ändern, wenn der Bereich zwischen Pferdemarkt und Hagen zur Fußgängerzone erklärt werden soll. Vor allem aber müssen die Zeitschienen neu definiert werden. Denn Rüdiger W. Pinno rechnet mit einem Abriß der Wohnungen an dem Standort frühestens im Frühjahr 2005. Das bestätigte auch die WBG. Wenn die Genossenschaft dort ihr Eigentum verkauft, dann müssen vorher Wohnungen im Innenstadtbereich saniert und den Mietern vom Pferdemarkt als äquivalente Alternative angeboten werden. Das Geld für die Sanierung, das will die Genossenschaft aus dem Kaufpreis für ihren Standort zwischen ehemaliger Polizei und Kreissparkasse erzielen. Und dazu müssen irgendwann die entsprechenden Verträge unterschrieben werden.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de