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Motor läuft noch nicht rund

Sonntag, 29. Juli 2012, 12:34 Uhr
Wie erwartet garantierten die Gäste des FSV Wacker 90 Nordhausen, der Malchower SV 90, für die neu formierte Oberligamannschaft von Trainer Jörg Goslar eine erste echte Standortbestimmung. Diese endete nach fünf Erfolgen gestern mit einer 1:4-Niederlage...


Dabei fingen die Nordhäuser zielstrebig an. Über die rechte Seite gelangte in der 4. Minute ein Ball zu Robert Fischer, der das Leder aber über das Tor haute. Dann setzte ein heftiger Regenguss ein, doch Toni Jurascheck kämpfte sich wieder auf der rechten Seite durch, wurde aber an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Der Freistoß beschwor jedoch keine Gefahr für die Gäste herauf, die sich doch etwas überraschend sehr defensiv eingestellt zeigten.

Einige Freistöße und Eckbälle für Wacker waren die Folge, blieben aber ohne echte Torgefahr. Nach einer Viertelstunde, die deutlich von offensiven Wackerbemühungen geprägt war und gar nicht schlecht aussahen, wurde der Malchower SV mutiger und setzte selbst erste Achtungszeichen mit schnell vorgetragenen Konterversuchen. Beim ersten zeigte sich Torwart Jonas Heidrich auf dem Posten. Der zweite zügige Angriff brachte nach 18 Minuten bereits die Gästeführung durch Adrian Rakowski.

Bis in den Strafraum konnte Wacker nur selten gelangen und wenn das schon glückte, dann fehlten die letzte Konsequenz und der Biss, um daraus Kapital zu schlagen. Auch Schussversuche aus der zweiten Reihe verfehlten ihr Ziel, so in der 25. Minute von Robert Stark oder der Durchbruchversuch von Caglayan Tunc, der von zwei Gegenspielern gestoppt wurde (35.). Unmittelbar darauf starteten die Malchower wieder einen ihrer blitzschnellern Angriffe. Doch Rakowski scheiterte am aufmerksamen Heidrich.

Auf der Gegenseite traf Benjamin Halstenberg mit einem Kopfball nicht ins Schwarze. Bliebe zur ersten Halbzeit festzustellen, dass Malchow taktisch sehr diszipliniert spielte und Wacker nicht zur Entfaltung kommen ließ, selbst aber zu drei guten Möglichkeiten kam. Gästetrainer Sven Lange konnte zur Pause mit der 1:0-Führung zufrieden sein, wechselte aber in der 46. Minute gleich auf sechs Positionen, Jörg Goslar ersetzte zunächst nur Fischer durch Eike Noparlik.

Dieser hatte gleich bei einem Malchower Missverständnis zugepackt, seine Aktion wurde jedoch zur Ecke abgeblockt, die nichts einbrachte. Marcel Goslar versuchte sich in der 55. Minute mit einem Fernschuss, er traf aber das Tor nicht. Die Gäste übernahmen nach knapp einer Stunde immer mehr die Initiative und überbrückten überfallartig das Mittelfeld mit direkten Ballpassagen zumeist über ihre rechte Seite, von wo von Rakowski und Can Kalkavan genau geschlagene Eingaben immer öfter in Torraumnähe in Position gelaufene Mitspieler erreichten.

So schaltete in der 58. Minute Stefan Voß am schnellsten und ließ Heidrich keine Abwehrmöglichkeit – 0:2. Zwei Minuten darauf das gleiche Prozedere wie eine Kopie; aber dieses Mal kann Heidrich mit einer schnellen Reaktion den Treffer verhindern und eine Minute darauf war es Jurascheck, der klären konnte. Nun kamen Jindrich Pelan und Alexander Töpfer aufs Feld (für Goslar und Langer). Die Möglichkeiten für Malchow ergaben sich aber weiter fast im Minutentakt.

Nur selten konnte Wacker in dieser Phase Erfolg versprechend nach vorn agieren. Ein Ball von Tunc nach einem sehenswerten Angriff wurde in der 67. Minute zur Ecke abgewehrt. Das 0:3 im direkten Gegenzug – wieder über rechts und durch Voß erzielt – brachte die Entscheidung, auch wenn Jurascheck den wohl besten Nordhäuser Angriff auf Zuspiel von Tunc in der 75. Minute zum 1:3 erfolgreich abschließen konnte. Den 1:4-Endstand stellte Rakowski her, nachdem Kalkavan die gesamte Wacker-Abwehr austanzte.

MSV-Trainer Lange resümierte: „Auf Grund der Belastungen in den letzten Wochen bin ich mit dem Spielverlauf zufrieden. Das war ein guter Test für uns. Wir wollten zu Beginn hinten sicher stehen. Wir müssen aber dann mehr Tore machen. Da haben wir viele Chancen vergeben.“ Wacker-Präsident Nico Kleofas konstatierte auf die harte Nordhäuser Vorbereitung angesprochen: „Nicht nur wir, unsere Gäste hatten auch große Belastungen in der bisherigen Vorbereitungsphase.“

Die Wacker-Verantwortlichen haben gesehen, wo die Mannschaft steht und was in den nächsten Wochen zu tun ist. Das ist das Ziel einer Standortbestimmung. Wir sind zuversichtlich, dass die Mannschaft, die sich erst zwei Wochen in dieser Zusammensetzung kennt, zu einem spielstarken Team finden wird. Die nächsten beiden Spiele in Jena (Mittwoch) und gegen Regionalligist Halberstadt (Freitag) werden dem Nordhäuser Trainer weitere Aufschlüsse geben.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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