Menschenbilder (40)
Montag, 23. Juli 2012, 07:39 Uhr
Nach dem Ende 2011 erschienenen ersten Band der Reihe "Menschenbilder aus der Harz- und Kyffhäuserregion" plant der Nordhäuser Autor Bodo Schwarzberg für das Jahr 2013 die Herausgabe des Folgebandes unter demselben Titel mit Texten über das Leben von rund 200 Zeitzeugen aus unserer Region...
Auch dieses Buch wird wieder mehrere Hundert Fotos und Dokumente enthalten. Die nnz wird künftig eine kleine Auswahl weitere Texte aus beiden Ausgaben der Buchreihe veröffentlichen. Der aktuelle erscheint in der nächsten Ausgabe.
Wir gestalten Leben in einer besonderen Phase des Lebens, sagt Hans – Christoph Wisch, der Leiter des Christlichen Hospiz‘ Haus Geborgenheit in Neustadt. Und: Manche unserer Gäste genießen das Leben hier, weil sie wissen, dass im Notfall sofort Hilfe bereit steht. Die Angst vor quälenden Beschwerden ohne Hilfe muss nicht mehr dominant sein. Überhaupt gebraucht der am 03.09.1962 in Nordhausen geborene, examinierte Krankenpfleger und Hospizleiter das Wort Leben während unseres Gesprächs viel häufiger, als das Wort Sterben, wenn er über die Menschen spricht, die im Haus Geborgenheit umsorgt werden. Das Sterben ist eine Normalität, es gehört zum Lebensweg, wenn man das Leben mit einem Pilgerweg vergleicht.
Und in der Tat strahlt das Haus in der Neustädter Badestraße etwas aus, das in unserem Alltag sehr selten geworden ist: Offenheit, Licht, Transparenz und Zuwendung – dem Leben zugewandt. Jeder ist gleich hier, egal ob er Harz IV bezieht oder Millionen auf seinem Konto hat, unabhängig auch von seinem Glauben, bekräftigt Hans-Christoph Wisch. – Entsprechend reich ist das Neustädter Hospiz an Symbolen, die die Besonderheit dieses Ortes genauso zum Ausdruck bringen, wie dessen Normalität: Herr, von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir (Psalm 139,5), steht in großen Buchstaben im Eingangsbereich, daneben steht die Plastik Geborgenheit der Diakonisse Dorothea Steigerwald. Über die große Wand im Foyer strahlt eine Sonne aus dem Zentrum des Kreuzes heraus. Beides steht symbolisch für Wärme und Geborgenheit und die Liebe Gottes.
12 Gäste können im Christlichen Hospiz aufgenommen werden: Gäste und nicht Patienten oder Bewohner. Sie leiden an nicht heilbaren Krankheiten, wie Krebs oder chronischen Erkrankungen. Zu letzteren gehören zum Beispiel neuromuskuläre Leiden, wie Amytrophe Lateralsklerose (ALS). Für diese Menschen, die bei uns leben, ist eine Versorgung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht mehr möglich, vor allem, weil der Betreuungsaufwand die dort gegebenen Möglichkeiten übersteigt und pflegende Angehörige erschöpft sind , sagt Hans – Christoph Wisch.
Wenn ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr gewollt oder notwendig ist, rückt die Betreuung und palliative Pflege statt einer heilenden Behandlung in den Mittelpunkt. Noch nie habe ein Gast den Wunsch geäußert, sein Leben aktiv zu beenden Wir lehnen die aktive Sterbehilfe ab. Die Angst vor unerträglichen Schmerzen und anderen schwerwiegenden und quälenden Symptomen, die Menschen mitunter zu derartigen Wünschen führen, kann entkräftet werden. Wir kennen und nutzen die Möglichkeiten der Palliativmedizin. Bei uns ist das Glas immer halbvoll, wir sehen die Chancen, die zum Erreichen eines Wohlbefindens möglich werden, so der Leiter des Hospizes. Im Hospiz wird das bewusste Leben großgeschrieben: Ein ehrlicher und offener Umgang mit der Erkrankung ermöglicht dann oft auch ein bewusstes, schrittweises Abschiednehmen.
Das Haus bietet den Gästen und ihren Angehörigen viele Möglichkeiten, diese besondere Wegstrecke auch gemeinsam zu gehen. Angehörige können tags wie nachts im Haus bleiben, dafür ist eine Aufbettung im Zimmer oder auch die Nutzung eines separaten Raumes möglich. Zur allgemeinen Nutzung steht ein großer Aufenthaltsraum mit Küche zur Verfügung, in der man auch sehr individuelle Speisen zubereiten kann. Wir achten und hören sehr genau auf die Wünsche unserer Gäste, was immer auch möglich scheint, versuchen wir umzusetzen, sagt Hans-Christoph Wisch.
Wünsche, wie Ich möchte nochmal richtig in der Wanne liegen, den Reiz des Wassers und den Schaum auf meiner Haut spüren – mit einem Gläschen Sekt in der Hand und mit meiner Lieblingsmusik, sind im Haus Geborgenheit problemlos erfüllbar. Ein modernes Bad mit allen notwendigen technischen Details erwartet den badefreudigen Gast. Weil manche Gäste auch eine enge Beziehung zu ihren Haustieren haben, sind auch diese herzlich willkommen.
Von ihren mit Namensschild versehenen, wohnlichen Zimmern aus blicken die Gäste durch ein großes Fenster in das Licht draußen und auf die Blumen einer kleinen Parkanlage. Auf dem Parkplatz davor ist ein Kommen und Gehen – eben wie im richtigen Leben.
Absolut nichts hat das Hospiz Haus Geborgenheit mit den Siechenhäusern des Mittelalters zu tun, in denen die
Sterbenden betreut wurden. Hospiz bedeutet Gastfreundschaft, Herberge. Reisende, die auf ihrem Pilgerweg unterwegs und erkrankt waren, wurden in den Herbergen gepflegt und versorgt. Cissely Sounders heißt die Begründerin der modernen Hospizbewegung. 1968 eröffnete sie in London das St.Christopher's Hospice im Süden Londons als erste Einrichtung dieser Art. In Deutschland machten die ersten Hospize in den 80er Jahren (das erste 1986 in Aachen) auf sich aufmerksam: Der bekannteste Wegbereiter in Mitteldeutschland ist der hallesche Theologe Heinrich Pera.
Die Ursprünge des Christlichen Hospizes Haus Geborgenheit gehen auf eine Mitarbeiterbefragung im benachbarten Evangelischen Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen zurück (siehe Texte Evangelisches Fachkrankenhaus und Dr. Gerhard Koloczek in diesem Band). Viele Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich hielten die für schwerkranke Menschen zur Verfügung stehende Zeit, strukturelle und räumliche Rahmenbedingungen für nicht ausreichend. Seitens der Geschäftsführung der Einrichtung bereitete man in der Folge den Weg zu einem Hospiz in Neustadt.
Die beiden Krankenschwestern Sybille Freiberg und Steffi Gerlach, der langjährige Verwaltungsleiter Uve Strauß, der Krankenhausseelsorger Torsten Ernst und der Pflegedienstleiter Hans-Christoph Wisch erarbeiteten konkrete Pläne. Nach 1 ½-jähriger Bauzeit öffnete 2009 das Haus Geborgenheit seine Pforten. Es untersteht der Geschäftsführung der Diakonie Harz GmbH Elbingerode. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem benachbarten Fachkrankenhaus.
Heute wird das Betreuungsangebot des Hauses von Gästen aus einem weiten Umkreis in Anspruch genommen. Sie kommen unter anderem aus den Räumen Wernigerode, Ballenstedt, Sangerhausen, Artern, Nordhausen, Osterode am Harz, Mühlhausen und Quedlinburg. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehrere ehrenamtlich tätige Menschen stehen rund um die Uhr für ihre Gäste bereit: Unser Hospiz versteht sich als gelebte Idee, nicht als Institution. Unsere Aufgaben sehen wir in der palliativen Pflege und Medizin sowie in der umfassenden Betreuung der Gäste. Ihnen zu zuhören, ihnen und ihren Angehörigen unsere Zeit zur Verfügung zu stellen, darin sehen wir unsere Aufgabe, bekräftigt Hans–Christoph Wisch.
So habe sich ein Gast nach einem persönlichen Treffen mit den Kastelruther Spatzen gesehnt. Als die Volksmusiker auf ihrer Tournee auch nach Sundhausen kamen, arrangierten wir für unseren Gast gemeinsam mit dem Management der Gruppe die gewünschte Begegnung.
Eine optimale Lösung aller anfallenden Aufgaben ist nur durch eine intensive Vernetzung möglich: Die Kooperation von Trägern, Mitarbeitern, Ärzten, Angehörigen, Pflegediensten, der Palliativstation und den ambulanten Hospizdiensten, hat sich bewährt. Mit den Worten Wir brauchen diese Kooperation, und andere brauchen uns als Partner, beschreibt Hans–Christoph Wisch das Netzwerk.
Und er lobt die überwiegend tiefe und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Krankenkassen in Thüringen, bezogen auf eine schnelle und komplikationslose Bearbeitung der Anträge auf Hospizpflege. Gesetzlich festgelegt werden 90 Prozent der Kosten von den Kranken- und Pflegekassen getragen. Die verbleibenden zehn Prozent muss das Haus aus Spenden und Eigenmitteln aufbringen. Ein Aufenthalt wird zunächst für 28 Tage bewilligt. Bei Bedarf sind Verlängerungen möglich.
Eingangs dieses Textes schrieb ich von den Symbolen, die von den besonderen Aufgaben des Hospizes bei der Gestaltung des menschlichen Lebens Zeugnis ablegen. Ein weiteres Symbol befindet sich außerhalb des Hospizes am Rande der hauseigenen Parkanlage: Es handelt sich um ein leckgeschlagenes Rettungsboot, das einst auf der Insel Fehmarn angespült wurde. Seiner eigentlichen Aufgabe konnte es auf Grund der Beschädigungen nicht mehr gerecht werden. Aber das Haus Geborgenheit gab ihm eine neue Bestimmung: In ihm liegen die Steine der Erinnerung mit den Namen jener Menschen, die ihr Leben im Hospiz vollendet haben. Die Schrift auf ihnen verblasst, der Stein aber bleibt – ein Synonym für unsere Erinnerungen. Manche Angehörige holen den Stein ihrer oder ihres Verstorbenen zu sich.
Hierzu sind keine Kommentare zugelassen
Autor: nnzAuch dieses Buch wird wieder mehrere Hundert Fotos und Dokumente enthalten. Die nnz wird künftig eine kleine Auswahl weitere Texte aus beiden Ausgaben der Buchreihe veröffentlichen. Der aktuelle erscheint in der nächsten Ausgabe.
Christliches Hospiz Haus Geborgenheit, Neustadt
Internet: www.hospiz-haus-geborgenheit.deWir gestalten Leben in einer besonderen Phase des Lebens, sagt Hans – Christoph Wisch, der Leiter des Christlichen Hospiz‘ Haus Geborgenheit in Neustadt. Und: Manche unserer Gäste genießen das Leben hier, weil sie wissen, dass im Notfall sofort Hilfe bereit steht. Die Angst vor quälenden Beschwerden ohne Hilfe muss nicht mehr dominant sein. Überhaupt gebraucht der am 03.09.1962 in Nordhausen geborene, examinierte Krankenpfleger und Hospizleiter das Wort Leben während unseres Gesprächs viel häufiger, als das Wort Sterben, wenn er über die Menschen spricht, die im Haus Geborgenheit umsorgt werden. Das Sterben ist eine Normalität, es gehört zum Lebensweg, wenn man das Leben mit einem Pilgerweg vergleicht.
Und in der Tat strahlt das Haus in der Neustädter Badestraße etwas aus, das in unserem Alltag sehr selten geworden ist: Offenheit, Licht, Transparenz und Zuwendung – dem Leben zugewandt. Jeder ist gleich hier, egal ob er Harz IV bezieht oder Millionen auf seinem Konto hat, unabhängig auch von seinem Glauben, bekräftigt Hans-Christoph Wisch. – Entsprechend reich ist das Neustädter Hospiz an Symbolen, die die Besonderheit dieses Ortes genauso zum Ausdruck bringen, wie dessen Normalität: Herr, von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir (Psalm 139,5), steht in großen Buchstaben im Eingangsbereich, daneben steht die Plastik Geborgenheit der Diakonisse Dorothea Steigerwald. Über die große Wand im Foyer strahlt eine Sonne aus dem Zentrum des Kreuzes heraus. Beides steht symbolisch für Wärme und Geborgenheit und die Liebe Gottes.
12 Gäste können im Christlichen Hospiz aufgenommen werden: Gäste und nicht Patienten oder Bewohner. Sie leiden an nicht heilbaren Krankheiten, wie Krebs oder chronischen Erkrankungen. Zu letzteren gehören zum Beispiel neuromuskuläre Leiden, wie Amytrophe Lateralsklerose (ALS). Für diese Menschen, die bei uns leben, ist eine Versorgung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht mehr möglich, vor allem, weil der Betreuungsaufwand die dort gegebenen Möglichkeiten übersteigt und pflegende Angehörige erschöpft sind , sagt Hans – Christoph Wisch.
Wenn ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr gewollt oder notwendig ist, rückt die Betreuung und palliative Pflege statt einer heilenden Behandlung in den Mittelpunkt. Noch nie habe ein Gast den Wunsch geäußert, sein Leben aktiv zu beenden Wir lehnen die aktive Sterbehilfe ab. Die Angst vor unerträglichen Schmerzen und anderen schwerwiegenden und quälenden Symptomen, die Menschen mitunter zu derartigen Wünschen führen, kann entkräftet werden. Wir kennen und nutzen die Möglichkeiten der Palliativmedizin. Bei uns ist das Glas immer halbvoll, wir sehen die Chancen, die zum Erreichen eines Wohlbefindens möglich werden, so der Leiter des Hospizes. Im Hospiz wird das bewusste Leben großgeschrieben: Ein ehrlicher und offener Umgang mit der Erkrankung ermöglicht dann oft auch ein bewusstes, schrittweises Abschiednehmen.
Das Haus bietet den Gästen und ihren Angehörigen viele Möglichkeiten, diese besondere Wegstrecke auch gemeinsam zu gehen. Angehörige können tags wie nachts im Haus bleiben, dafür ist eine Aufbettung im Zimmer oder auch die Nutzung eines separaten Raumes möglich. Zur allgemeinen Nutzung steht ein großer Aufenthaltsraum mit Küche zur Verfügung, in der man auch sehr individuelle Speisen zubereiten kann. Wir achten und hören sehr genau auf die Wünsche unserer Gäste, was immer auch möglich scheint, versuchen wir umzusetzen, sagt Hans-Christoph Wisch.
Wünsche, wie Ich möchte nochmal richtig in der Wanne liegen, den Reiz des Wassers und den Schaum auf meiner Haut spüren – mit einem Gläschen Sekt in der Hand und mit meiner Lieblingsmusik, sind im Haus Geborgenheit problemlos erfüllbar. Ein modernes Bad mit allen notwendigen technischen Details erwartet den badefreudigen Gast. Weil manche Gäste auch eine enge Beziehung zu ihren Haustieren haben, sind auch diese herzlich willkommen.
Von ihren mit Namensschild versehenen, wohnlichen Zimmern aus blicken die Gäste durch ein großes Fenster in das Licht draußen und auf die Blumen einer kleinen Parkanlage. Auf dem Parkplatz davor ist ein Kommen und Gehen – eben wie im richtigen Leben.
Absolut nichts hat das Hospiz Haus Geborgenheit mit den Siechenhäusern des Mittelalters zu tun, in denen die
Sterbenden betreut wurden. Hospiz bedeutet Gastfreundschaft, Herberge. Reisende, die auf ihrem Pilgerweg unterwegs und erkrankt waren, wurden in den Herbergen gepflegt und versorgt. Cissely Sounders heißt die Begründerin der modernen Hospizbewegung. 1968 eröffnete sie in London das St.Christopher's Hospice im Süden Londons als erste Einrichtung dieser Art. In Deutschland machten die ersten Hospize in den 80er Jahren (das erste 1986 in Aachen) auf sich aufmerksam: Der bekannteste Wegbereiter in Mitteldeutschland ist der hallesche Theologe Heinrich Pera.
Die Ursprünge des Christlichen Hospizes Haus Geborgenheit gehen auf eine Mitarbeiterbefragung im benachbarten Evangelischen Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen zurück (siehe Texte Evangelisches Fachkrankenhaus und Dr. Gerhard Koloczek in diesem Band). Viele Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich hielten die für schwerkranke Menschen zur Verfügung stehende Zeit, strukturelle und räumliche Rahmenbedingungen für nicht ausreichend. Seitens der Geschäftsführung der Einrichtung bereitete man in der Folge den Weg zu einem Hospiz in Neustadt.
Die beiden Krankenschwestern Sybille Freiberg und Steffi Gerlach, der langjährige Verwaltungsleiter Uve Strauß, der Krankenhausseelsorger Torsten Ernst und der Pflegedienstleiter Hans-Christoph Wisch erarbeiteten konkrete Pläne. Nach 1 ½-jähriger Bauzeit öffnete 2009 das Haus Geborgenheit seine Pforten. Es untersteht der Geschäftsführung der Diakonie Harz GmbH Elbingerode. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem benachbarten Fachkrankenhaus.
Heute wird das Betreuungsangebot des Hauses von Gästen aus einem weiten Umkreis in Anspruch genommen. Sie kommen unter anderem aus den Räumen Wernigerode, Ballenstedt, Sangerhausen, Artern, Nordhausen, Osterode am Harz, Mühlhausen und Quedlinburg. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehrere ehrenamtlich tätige Menschen stehen rund um die Uhr für ihre Gäste bereit: Unser Hospiz versteht sich als gelebte Idee, nicht als Institution. Unsere Aufgaben sehen wir in der palliativen Pflege und Medizin sowie in der umfassenden Betreuung der Gäste. Ihnen zu zuhören, ihnen und ihren Angehörigen unsere Zeit zur Verfügung zu stellen, darin sehen wir unsere Aufgabe, bekräftigt Hans–Christoph Wisch.
So habe sich ein Gast nach einem persönlichen Treffen mit den Kastelruther Spatzen gesehnt. Als die Volksmusiker auf ihrer Tournee auch nach Sundhausen kamen, arrangierten wir für unseren Gast gemeinsam mit dem Management der Gruppe die gewünschte Begegnung.
Eine optimale Lösung aller anfallenden Aufgaben ist nur durch eine intensive Vernetzung möglich: Die Kooperation von Trägern, Mitarbeitern, Ärzten, Angehörigen, Pflegediensten, der Palliativstation und den ambulanten Hospizdiensten, hat sich bewährt. Mit den Worten Wir brauchen diese Kooperation, und andere brauchen uns als Partner, beschreibt Hans–Christoph Wisch das Netzwerk.
Und er lobt die überwiegend tiefe und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Krankenkassen in Thüringen, bezogen auf eine schnelle und komplikationslose Bearbeitung der Anträge auf Hospizpflege. Gesetzlich festgelegt werden 90 Prozent der Kosten von den Kranken- und Pflegekassen getragen. Die verbleibenden zehn Prozent muss das Haus aus Spenden und Eigenmitteln aufbringen. Ein Aufenthalt wird zunächst für 28 Tage bewilligt. Bei Bedarf sind Verlängerungen möglich.
Eingangs dieses Textes schrieb ich von den Symbolen, die von den besonderen Aufgaben des Hospizes bei der Gestaltung des menschlichen Lebens Zeugnis ablegen. Ein weiteres Symbol befindet sich außerhalb des Hospizes am Rande der hauseigenen Parkanlage: Es handelt sich um ein leckgeschlagenes Rettungsboot, das einst auf der Insel Fehmarn angespült wurde. Seiner eigentlichen Aufgabe konnte es auf Grund der Beschädigungen nicht mehr gerecht werden. Aber das Haus Geborgenheit gab ihm eine neue Bestimmung: In ihm liegen die Steine der Erinnerung mit den Namen jener Menschen, die ihr Leben im Hospiz vollendet haben. Die Schrift auf ihnen verblasst, der Stein aber bleibt – ein Synonym für unsere Erinnerungen. Manche Angehörige holen den Stein ihrer oder ihres Verstorbenen zu sich.
Hierzu sind keine Kommentare zugelassen
