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Hobbyforscher stellen ihre Arbeiten vor

Mittwoch, 03. Dezember 2003, 19:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Die „Beiträge zur Heimatkunde in Stadt und Kreis Nordhausen“ finden seit nunmehr 28 Jahren sowohl bei heimatkundlich interessierten Bürgern als auch bei Wissenschaftlern in ganz Deutschland großen Anklang und auch Anerkennung. In Kürze wird der 28. Band der beliebten Publikationsreihe vorgestellt. Dazu ein Beitrag von nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

Die Hobbyhistoriker sind ein Völkchen für sich. Vornehmlich nach getaner Arbeit und an den Wochenenden frönen sie ihrer Leidenschaft, stöbern in verstaubten Akten, recherchieren in Archiven und Bibliotheken oder sitzen am Schreibtisch und bringen ihre Ergebnisse zu Papier, die sie in einer vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein herausgegebenen Publikationsreihe veröffentlichen. Viele weiße Flecken in der regionalen Geschichtsschreibung konnten dadurch getilgt werden. In dieser Woche erscheint nun die 28. Ausgabe der Publikationsreihe in Buchform. Hergestellt mit festem Einband und wie immer in bester Qualität vom Verlag Neukirchner Nordhausen, finanziell unterstützt von mehreren Sponsoren, denen der besondere Dank der Herausgeber gilt.

Erstmals wird eine Ausgabe der Schriftenreihe der Öffentlichkeit in einer Buchpräsentation vorgestellt. Dazu lädt der Geschichtsverein alle Interessenten am 5. Dezember 2004 um 18 Uhr in das Museum Tabakspeicher in der Bäckerstraße ein. Die Autoren werden etwas zu ihren Beiträge sagen und die Fragen der Zuhörer beantworten.

Inhaltlich lässt der 28. Band keine Wünsche offen und besticht wieder durch eine Themenvielfalt und flüssig geschriebene Texte.
Interessant zu lesen ist die Arbeit von Hans-Jürgen Grönke, der sich mit der Geschichte des „Reychsschwertes“ der Schlaraffia „Nordhusia“ und dem Rückkauf des Beutegutes befasst. Ein geschichtsinteressierter Nordhäuser hatte im August 2002 im Internetmarkt ein sehr bemerkenswertes Angebot bemerkt und einen verantwortlichen Mitarbeiter der Stadtverwaltung darüber informiert, dass ein Amerikaner ein Schwert aus Nordhausen aus dem 15. Jahrhundert versteigert. Da sich bis dahin noch kein anderer Interessent gemeldet hatte, war man mit dem Anbieter aus den USA schnell handelseinig geworden. Ende Oktober konnte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Schwert beim Nordhäuser Zollamt abholen. Eine Begutachtung des Objektes durch den Stadtarchivar ergab ein verblüffendes Ergebnis...

Heidelore Kneffel widmet sich in ihrem Beitrag dem Aquarell „Eselsgasse“ in Nordhausen von Maria Becker. Manfred Bornemann beschreibt den letzten Bergbau im Ilfelder Tal in den Jahren 1946 bis 1949 und Jörg-Michael Junkers Arbeit befasst sich mit den Mundartwörterbüchern und Idiotiken der Stadt Nordhausen sowie der Grafschaft Hohenstein aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Über Cyriakus Spangenberg und die Teufellitertur berichtet Manfred Lemmer. Der Bau des Hartmannsdammes als Meisterwerk der Zorge-Regulierung ist Thema des Beitrags von Josef Tauchmann und Markus Veit gibt in seiner Veröffentlichung Einblicke in die Baugeschichte des Hauses Altendorf 55 in Nordhausen. „Zeitgenössische Berichte über den Invasionsversuch des Herzogs Carl II. von Braunschweig bei Ellrich am 30. November 1830“ sind Gegenstand der Arbeit von Fritz Reinboth und Thomas Müller schreibt über die Gleichschaltung der Nordhäuser Zeitungen.

Der 28. Band der „Beiträge zur Heimatgeschichte in Stadt und Kreis Nordhausen“ kann am Freitag zur Präsentation und ab Sonnabend im Buchhandel zum Preis von 10 Euro erworben werden.
Autor: rh

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