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nnz-Forum: Fata Morgana?

Montag, 01. Dezember 2003, 08:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Industriegebiet in der Goldenen Aue! Seit Wochen ein Thema für Diskussionen. Die nnz veröffentlicht in ihrem Forum ein weiteres Statement.


Was reitet den DGB Regionalvorsitzenden Hannemann und den DGB-Kreisvorsitzenden Wieninger zu diesen Äußerungen? Sind sie den hiesigen Politikern und ihrer Fata Morgana in der Goldenen Aue auf den Leim gegangen? Traurig, denn diese sind nur fähig etwas zu bewegen, wenn der Steuerzahler sie mit reichlich Geld ausstattet. In schwierigen Zeiten, wo es wirklich auf Ideen ankommt, kommt es in Ermangelung dieser, offensichtlich leider, zu diesen Auswüchsen gegen Mensch und Natur.

Bevor diese Landschaft unwiederbringlich zerstört wird, soll man doch endlich mal Investoren präsentieren. Vor allem die Zahl der tatsächlich entstehenden Arbeitsplätze wäre wissenswert. Sie tun gerade zu so, als würden Investoren Schlange stehen und in der Goldenen Aue das Problem der 20 Prozent Arbeitslosigkeit im Kreis wäre schlagartig erledigt.
Was sie da von sich geben, das ist Stammtischgerede auf Kosten der Arbeitslosen.

Wenn auch nach fünf Jahren das Industriegebiet leer steht, was passiert dann? Die Politiker leben von ihren (Steuergeld-)Pensionen und können verreisen, um diesem Elend zu entgehen. Ihr, dann damaliges Gerede von ausgelasteten Industriegebieten mit vielen Arbeitsplätzen, wird sicher der politikertypischen Amnesie weichen. Sind die Beispiele Reemtsma oder Wico plötzlich in Vergessenheit geraten? Was haben die Politiker erreicht? Mal wieder nichts! Zur Eröffnung bzw. zur Fördermittelübergabe o.ä. sind sie feierlich dabei gewesen und als es um den Erhalt ging, bleibt hinter ihrem Engagement ein Fragezeichen.

Bitte wachen Sie aus Ihrer Traumwelt auf und suchen nach wirklich zeitgemäßen Möglichkeiten der Investorenansiedlung. Hätten Sie am 20. 11. 03 richtig zugehört, sollten Ihnen ein paar Möglichkeiten nicht entgangen sein. Zum Beispiel: Bewirtschaftung der fruchtbaren Flächen mit nachwachsenden Rohstoffen. Sollte es Ihnen bis hierher noch nicht gedämmert haben, es geht um ein Leben (inkl. Arbeit) im Einklang mit der Natur. Was Sie befürworten, ist eine Versiegelung von einmaligen Kulturflächen auf gut Glück, dass ein Investor sich hier niederlässt und das Ganze noch hochsubventioniert mit Steuergeldern.

Auf ein baldiges Erwachen, vielleicht mit Vogelgezwitscher und duftendem Heu
Michael Müller, Nordhausen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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