nnz-online

Geld für historische Brücke

Freitag, 13. Juli 2012, 12:05 Uhr
Aufgrund statisch-konstruktiver Mauerwerksschäden war die Apostelbrücke in Niedergebra im Landkreis Nordhausen vom Einsturz bedroht. Steine waren aus dem Mauerwerk ausgebrochen, Fugen lagen offen, Risse gefährdeten die Statik. Jetzt gibt es weitere Hilfe...


An die Behebung der Schäden ging die Kommune- auch mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) - bereits im vergangenen Jahr. Nun überbringt Barbara Schönfelder, Ortskuratorin Weimar/Weimarer Land der DSD, am kommenden Dienstag vor Ort einen weiteren Fördervertrag, diesmal über 25.000 Euro, für die statische Sicherung des Gründungsmauerwerks an Bürgermeisterin Burgunde Krumm. Der Fördervertrag wurde möglich dank zweckbezogener Spenden, insbesondere der Rudolf-August Oetker Stiftung.

Bereits im Mittelalter existierte im Wippertal zwischen den Bleichröder Bergen und der Hainlaite eine historische Furt über den Fluss, die in das überregionale Wegesystem der Via Regia eingebunden war. Hier entstand am Standort zweier, vermutlich hölzerner Vorgängerbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf Veranlassung des preußischen Staates um 1803 die steinerne Apostelbrücke. Für den neuen Übergang nutzte man vorwiegend Abbruchsteine vom Hauptturm der nahen Burg Lohra.

Die Brücke besteht aus zwei großen Gewölbetonnen, die auf wiederum zwei massiven Rand- und einem Mittelpfeiler aufliegen. Der Mittelpfeiler hat sowohl an der flussaufwärtigen wie auch an der flussabwärtigen Seite je einen spitz auslaufenden Spornpfeiler, der als Flutbrecher dient. Die Außenschale des massiven Mauerwerks besteht aus exakt bearbeiteten einheimischen Muschelkalkwerksteinen. Die Laibung der Bögen ist in unregelmäßigem Schichtmauerwerk ausgeführt. Für das Werksteinmauerwerk an der Bogenstirn arbeitete man mit Messerfugen. Die Brüstung aus Quadermauerwerk ist nur noch in Resten vorhanden. Großenteils erhalten hat sich hingegen bis heute die Kalksteinpflaster-Fahrbahn aus der Bauzeit.

Den Namen des Bonifatius, des Apostels der Deutschen, hat die Brücke wohl erst im 19. Jahrhundert erhalten. Da noch im selben Jahrhundert der Verkehr umgeleitet wurde, ist die Brücke weitgehend original erhalten. Sie ist sowohl ein für Nordthüringen seltenes Ingenieurbau- und Verkehrsdenkmal als auch eine erste Infrastrukturmaßnahme des preußischen Staates in seinem damals neuen Herrschaftsbereich.

Die Apostelbrücke, der erste steinerne Brückenbau der Region, ist eines von rund 400 Förderprojekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn seit ihrer Gründung 1985 dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de