Sommer-Ausstellung im Kunsthaus
Donnerstag, 28. Juni 2012, 09:06 Uhr
In der aktuellen Kunstausstellung im Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen, die noch bis zum 9. September zu besichtigen ist, wird auch eine Radierung von Johann Adam Klein ausgestellt, die als Beispiel realistischer Kunst auf dem Plakat abgebildet wurde, denn die Bilderschau erhielt den Titel Abstraktion trifft Realismus. Ein Beitrag von nnz-Autorin Heidelore Kneffel...
Alle gezeigten Grafiken unterschiedlichster Technik stammen aus der Kunststiftung der Künstlerin Ilsetraut Glock an die Bewohner ihrer Geburtsstadt Nordhausen. Sie will damit beitragen, den Kunstsinn in der Region zu schulen und Nordhausen auch als Stadt der Kunst auszuweisen. Vor einigen Jahren begegnete man vielen dieser graphischen Blätter in der Flohburg. Das Foto zeigt in der unteren Reihe Grafiken von Horst Janssen, in der oberen Werke von der Künstlerin selbst.
Die Beschriftung des Blattes des erwähnten Johann Adam Klein auf dem Plakat und neben dem Bild im Kunsthaus sagt aus: A. Klein, Pferde, Radierung, 1825. Da möchte man doch etwas mehr wissen. Eine Recherche im Internet brachte Aufklärung. Er war Zeichner, Kupferstecher, Radierer, Lithograf, Maler und lebte von 1792-1875. Das ausgestellte Werk heißt Drei Pferde an einem Ziehbrunnen. Das vordere Pferd liegt, die zwei anderen stehen, wobei das in der Mitte befindliche, das man in Seitenansicht sieht, seinen Kopf auf den Hals des dritten legt.
Dieses ist durch das zweite fast ganz verdeckt, Kopf, Hals und Vorderbeine sind deutlich zu erkennen. Die drei sind unweit eines Ziehbrunnens, der den rechten Bildrand bildet, dargestellt. Links im Vordergrund hat sich ein schlafender Hund zusammengerollt. Landschaftliches ist sparsam angedeutet, den Himmel kennzeichnen einige Wolken. Das Hauptaugenmerk ist auf die Tiere gelegt. In einer biographischen Skizze von 1848 erfährt man über den Künstler: Alle seine Darstellungen zeichnen sich durch große Naturtreue und durch das Leben aus, das höchste aber leistete er in Darstellungen von Tieren, namentlich zeugen seine Pferde von einem seltenen Studium der Rassen dieses edlen Tieres, sie sind der Natur abgelauscht.
Johann Adam Klein wurde am 24. November 1792 in Nürnberg geboren und dort im Kupferstechen ausgebildet, aber auch im Radieren und Ätzen. 1811 ging der Talentierte nach Wien an die Kunstakademie, die er 1818 mit Erfolg beendete. Reichen Stoff für seine Studien verschafften ihm in dieser Zeit auch die Kriegszüge von 1813 und 1814. Er zeichnete die Soldaten und deren Bagage mit einer erstaunlichen Genauigkeit und Treue. 1815 unterbrach er das Studium, um u. a. eine Studienreise an den Main und den Rhein zu unternehmen.
Anschließend kam Klein mit seinem Künstlerfreund Johann Christian Erhard zur Fortsetzung seines Studiums wieder nach Wien, von wo er Studienwanderungen in die Umgebung der Stadt unternahm. Er ließ sich dann nach Beendigung des Studiums kurze Zeit in Nürnberg als freischaffender Künstler nieder und schuf neben den Druckgrafiken auch Ölbilder. Von dort startete er mit Freunden zum Zeichnen durch Salzburg und das Salzkammergut und das Berchtesgadener Land. Die Fülle von Skizzen, die er auf seinen Wanderungen schuf, waren die Basis zahlreicher künftiger Bilder. Der begabte Zeichner und Radierer wurde z. B. von dem Staatskanzler Clemens Fürst Metternich und König Maximilian von Bayern gefördert.
Im August 1819 brach Klein nach Italien auf. Sein Ziel war Rom, wo er seinen Freund Johann Christian Erhard in Gesellschaft des bekannten Landschaftsmalers Joseph Anton Koch vorfand und sich bald mit anderen damals in Rom lebenden deutschen Künstlern wie Wilhelm Schadow, Julius Schnorr von Carolsfeld, Franz Horny und Friedrich Olivier befreundete. Auch in Italien interessierten ihn das Volk mit seinen malerischen Kostümen, die Fuhrwerke, die Lasttiere mehr als die großen Kunstwerke älterer Zeiten. Er verkaufte einige größere Gemälde an die Kronprinzen von Bayern und Dänemark und an hochstehende Diplomaten.
Ende des Jahres 1821 ging er über Venedig und Tirol nach Nürnberg zurück und betrieb ein kleines Atelier. 1839 zog er nach München, wo er mit seiner Familie zurückgezogen lebte. Seine kreative Phase war beendet An Anerkennung hat es ihm zu Lebzeiten und auch danach nicht gefehlt. Seine Arbeiten wurden geschätzt und vor allem seine Radierungen wurden von vielen Kunstfreunden gesammelt. Als Zeichner und besonders als Druckgrafiker ist Johann Adam Klein bis heute in der Kunstgeschichte geschätzt. Er starb im Alter von fast 83 Jahren am 21. Mai 1875 in München.
Heidelore Kneffel
Autor: psgAlle gezeigten Grafiken unterschiedlichster Technik stammen aus der Kunststiftung der Künstlerin Ilsetraut Glock an die Bewohner ihrer Geburtsstadt Nordhausen. Sie will damit beitragen, den Kunstsinn in der Region zu schulen und Nordhausen auch als Stadt der Kunst auszuweisen. Vor einigen Jahren begegnete man vielen dieser graphischen Blätter in der Flohburg. Das Foto zeigt in der unteren Reihe Grafiken von Horst Janssen, in der oberen Werke von der Künstlerin selbst.
Die Beschriftung des Blattes des erwähnten Johann Adam Klein auf dem Plakat und neben dem Bild im Kunsthaus sagt aus: A. Klein, Pferde, Radierung, 1825. Da möchte man doch etwas mehr wissen. Eine Recherche im Internet brachte Aufklärung. Er war Zeichner, Kupferstecher, Radierer, Lithograf, Maler und lebte von 1792-1875. Das ausgestellte Werk heißt Drei Pferde an einem Ziehbrunnen. Das vordere Pferd liegt, die zwei anderen stehen, wobei das in der Mitte befindliche, das man in Seitenansicht sieht, seinen Kopf auf den Hals des dritten legt.
Dieses ist durch das zweite fast ganz verdeckt, Kopf, Hals und Vorderbeine sind deutlich zu erkennen. Die drei sind unweit eines Ziehbrunnens, der den rechten Bildrand bildet, dargestellt. Links im Vordergrund hat sich ein schlafender Hund zusammengerollt. Landschaftliches ist sparsam angedeutet, den Himmel kennzeichnen einige Wolken. Das Hauptaugenmerk ist auf die Tiere gelegt. In einer biographischen Skizze von 1848 erfährt man über den Künstler: Alle seine Darstellungen zeichnen sich durch große Naturtreue und durch das Leben aus, das höchste aber leistete er in Darstellungen von Tieren, namentlich zeugen seine Pferde von einem seltenen Studium der Rassen dieses edlen Tieres, sie sind der Natur abgelauscht.
Johann Adam Klein wurde am 24. November 1792 in Nürnberg geboren und dort im Kupferstechen ausgebildet, aber auch im Radieren und Ätzen. 1811 ging der Talentierte nach Wien an die Kunstakademie, die er 1818 mit Erfolg beendete. Reichen Stoff für seine Studien verschafften ihm in dieser Zeit auch die Kriegszüge von 1813 und 1814. Er zeichnete die Soldaten und deren Bagage mit einer erstaunlichen Genauigkeit und Treue. 1815 unterbrach er das Studium, um u. a. eine Studienreise an den Main und den Rhein zu unternehmen.
Anschließend kam Klein mit seinem Künstlerfreund Johann Christian Erhard zur Fortsetzung seines Studiums wieder nach Wien, von wo er Studienwanderungen in die Umgebung der Stadt unternahm. Er ließ sich dann nach Beendigung des Studiums kurze Zeit in Nürnberg als freischaffender Künstler nieder und schuf neben den Druckgrafiken auch Ölbilder. Von dort startete er mit Freunden zum Zeichnen durch Salzburg und das Salzkammergut und das Berchtesgadener Land. Die Fülle von Skizzen, die er auf seinen Wanderungen schuf, waren die Basis zahlreicher künftiger Bilder. Der begabte Zeichner und Radierer wurde z. B. von dem Staatskanzler Clemens Fürst Metternich und König Maximilian von Bayern gefördert.
Im August 1819 brach Klein nach Italien auf. Sein Ziel war Rom, wo er seinen Freund Johann Christian Erhard in Gesellschaft des bekannten Landschaftsmalers Joseph Anton Koch vorfand und sich bald mit anderen damals in Rom lebenden deutschen Künstlern wie Wilhelm Schadow, Julius Schnorr von Carolsfeld, Franz Horny und Friedrich Olivier befreundete. Auch in Italien interessierten ihn das Volk mit seinen malerischen Kostümen, die Fuhrwerke, die Lasttiere mehr als die großen Kunstwerke älterer Zeiten. Er verkaufte einige größere Gemälde an die Kronprinzen von Bayern und Dänemark und an hochstehende Diplomaten.
Ende des Jahres 1821 ging er über Venedig und Tirol nach Nürnberg zurück und betrieb ein kleines Atelier. 1839 zog er nach München, wo er mit seiner Familie zurückgezogen lebte. Seine kreative Phase war beendet An Anerkennung hat es ihm zu Lebzeiten und auch danach nicht gefehlt. Seine Arbeiten wurden geschätzt und vor allem seine Radierungen wurden von vielen Kunstfreunden gesammelt. Als Zeichner und besonders als Druckgrafiker ist Johann Adam Klein bis heute in der Kunstgeschichte geschätzt. Er starb im Alter von fast 83 Jahren am 21. Mai 1875 in München.
Heidelore Kneffel


