Die Burg Hohnstein im Jahr 1627
Sonntag, 24. Juni 2012, 15:10 Uhr
Über die Zerstörung der Burg Hohnstein gibt es viele Legenden und Erzählungen. Ein Vortrag im Nordhäuser Geschichtsverein brachte etwas Licht in die Vielfalt der Geschichten. Die nnz war unter den Zuhörern…
Nach einer Erzählung soll der einäugige und brutale kursächsische Oberst Christian Vitzthum von Eckstädt (1586-1652) die Burg Hohnstein oberhalb Neustadts am 22. Oktober 1627 eingenommen, anschließend das Land ausgepresst und die Burganlage am Heiligen Abend 1627 eigenhändig angezündet haben.
Da es noch verschiedene andere widersprüchliche Angaben zur Vernichtung der Burg gibt, hat Gerhard Möller aus Schwarzenbek intensiv recherchiert und stellte nun die Ergebnis in Form eines Vortrag im Nordhäuser Geschichtsverein vor.
Der Tag der Zerstörung ist zwar eindeutig festzustellen, denn die Burg wurde am 10./20. Juli 1627 entsprechen ein Opfer der Flammen, aber auch der Heilige Abend desselben Jahres hat sich in der Literatur hartnäckig gehalten. Die unterschiedlichen Datumsangaben (10./20.)07.) resultieren daraus, dass die katholischen Stände nach dem gregorianischen und die protestantischen nach dem julianischen Kalender rechneten, die 10 Tage von einander abweichen, aber denselben Tag meinen, so Möller.
Die Harzschützen hatten sich im Umfeld des Hohnsteins zu einer Bedrohung der kaiserlichen Truppen entwickelt. Sie zogen am 23. Juni 1627 auf den Hohnstein, wo sie sich vor der Burg mit der Burgbesatzung ein Gefecht lieferten. Anschließend belagerten sie die Anlage. Ende Juni rückten dann die Musketiere von Vitzthum von Eckstädt, von Stolberg kommend, in das Gebiet um die Burg vor und kündigten eine Brandschatzung an. Inzwischen hielten die Soldaten die Burg besetzt. Da ihnen aber von den Harzschützen die Rinder und Pferde weggetrieben worden waren, wurde die Versorgungslage auf der Burg Hohnstein immer schwieriger, so dass man sich am 10./20. Juli 1627 entschloss diese aufzugeben und sich auf Lohra zurückzuziehen. Damit die gesamte Anlage nicht an die Harzschützen fällt, legte man nach dem Abzug Feuer. Ob Vitzthum den Befehl dazu gegeben hat, ist allerdings nicht überliefert.
Graf Christoph zu Stolberg beschwerte sich am 13./23. Juli 1627 bei Kaiser Ferdinand II.
darüber, dass der Hohnstein von Soldaten des Christian Vitzthum von Eckstädt ohne erkennbare Ursachen in Brand gesteckt haben. Vitzthum wurde vom Reichskammergericht dazu verurteilt, den Schaden wieder gut zu machen, also die Burg wieder aufbauen zu lassen, was dieser rundweg ablehnte. Denn er vermutete, dass der Urteilsspruch als gar nicht so ernst gemeint gewesen sei. Diese Ansicht liegt durchaus im Bereich des Möglichen, denn der Kaiser hätte sicherlich nicht gern auf einen seiner Kommandeure verzichtet, andererseits hätte er aber auch vermeiden müssen, dass der Anschein entstehen könnte, im seinem Reich geht nicht alles nach Recht und Gesetz zu.
In seinen weiteren Ausführungen ging Möller auch auf die Auseinandersetzung zwischen Vitzthum von Eckstädt und dem Kommandanten von Magdeburg, Oberst Zehmen, Mitte Juli 1638 ein, die in einem Duell endete.
Vitzthum wurde in Arrest genommen. Er kam jedoch ohne Urteil am 13. November 1638 wieder auf freien Fuß. Ob ein auf den 24. Dezember 1638 anberaumter Termin in Dresden abgehalten wurde, ist unbekannt. Kurfürst Johann Georg von Sachsen bat den Oberst am 24. Januar 1639 jedenfalls, weiter in kursächsischen Diensten zu verbleiben. Dieser schlug dies Angebot allerdings aus, dankte dem Kurfürsten für die von diesem in der Zehmen-Tötung ausgesprochene Absolution und reiste nach Wien, wo er sich bis zu seinem Tode aufhielt. Im März 1652 starb er dort an Krebs.
Im Anschluss an den kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag beantwortete Gerhard Möller die Fragen der Zuhörer im gut gefüllten großen Saal des Vereinshauses. Wer mehr über die Zerstörung der Burg Hohnstein wissen möchte, dem sei der Aufsatz von Möller in Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, Band 36/2011, empfohlen.
Autor: rhNach einer Erzählung soll der einäugige und brutale kursächsische Oberst Christian Vitzthum von Eckstädt (1586-1652) die Burg Hohnstein oberhalb Neustadts am 22. Oktober 1627 eingenommen, anschließend das Land ausgepresst und die Burganlage am Heiligen Abend 1627 eigenhändig angezündet haben.
Da es noch verschiedene andere widersprüchliche Angaben zur Vernichtung der Burg gibt, hat Gerhard Möller aus Schwarzenbek intensiv recherchiert und stellte nun die Ergebnis in Form eines Vortrag im Nordhäuser Geschichtsverein vor.
Der Tag der Zerstörung ist zwar eindeutig festzustellen, denn die Burg wurde am 10./20. Juli 1627 entsprechen ein Opfer der Flammen, aber auch der Heilige Abend desselben Jahres hat sich in der Literatur hartnäckig gehalten. Die unterschiedlichen Datumsangaben (10./20.)07.) resultieren daraus, dass die katholischen Stände nach dem gregorianischen und die protestantischen nach dem julianischen Kalender rechneten, die 10 Tage von einander abweichen, aber denselben Tag meinen, so Möller.
Die Harzschützen hatten sich im Umfeld des Hohnsteins zu einer Bedrohung der kaiserlichen Truppen entwickelt. Sie zogen am 23. Juni 1627 auf den Hohnstein, wo sie sich vor der Burg mit der Burgbesatzung ein Gefecht lieferten. Anschließend belagerten sie die Anlage. Ende Juni rückten dann die Musketiere von Vitzthum von Eckstädt, von Stolberg kommend, in das Gebiet um die Burg vor und kündigten eine Brandschatzung an. Inzwischen hielten die Soldaten die Burg besetzt. Da ihnen aber von den Harzschützen die Rinder und Pferde weggetrieben worden waren, wurde die Versorgungslage auf der Burg Hohnstein immer schwieriger, so dass man sich am 10./20. Juli 1627 entschloss diese aufzugeben und sich auf Lohra zurückzuziehen. Damit die gesamte Anlage nicht an die Harzschützen fällt, legte man nach dem Abzug Feuer. Ob Vitzthum den Befehl dazu gegeben hat, ist allerdings nicht überliefert.
Graf Christoph zu Stolberg beschwerte sich am 13./23. Juli 1627 bei Kaiser Ferdinand II.
darüber, dass der Hohnstein von Soldaten des Christian Vitzthum von Eckstädt ohne erkennbare Ursachen in Brand gesteckt haben. Vitzthum wurde vom Reichskammergericht dazu verurteilt, den Schaden wieder gut zu machen, also die Burg wieder aufbauen zu lassen, was dieser rundweg ablehnte. Denn er vermutete, dass der Urteilsspruch als gar nicht so ernst gemeint gewesen sei. Diese Ansicht liegt durchaus im Bereich des Möglichen, denn der Kaiser hätte sicherlich nicht gern auf einen seiner Kommandeure verzichtet, andererseits hätte er aber auch vermeiden müssen, dass der Anschein entstehen könnte, im seinem Reich geht nicht alles nach Recht und Gesetz zu.
In seinen weiteren Ausführungen ging Möller auch auf die Auseinandersetzung zwischen Vitzthum von Eckstädt und dem Kommandanten von Magdeburg, Oberst Zehmen, Mitte Juli 1638 ein, die in einem Duell endete.
Vitzthum wurde in Arrest genommen. Er kam jedoch ohne Urteil am 13. November 1638 wieder auf freien Fuß. Ob ein auf den 24. Dezember 1638 anberaumter Termin in Dresden abgehalten wurde, ist unbekannt. Kurfürst Johann Georg von Sachsen bat den Oberst am 24. Januar 1639 jedenfalls, weiter in kursächsischen Diensten zu verbleiben. Dieser schlug dies Angebot allerdings aus, dankte dem Kurfürsten für die von diesem in der Zehmen-Tötung ausgesprochene Absolution und reiste nach Wien, wo er sich bis zu seinem Tode aufhielt. Im März 1652 starb er dort an Krebs.
Im Anschluss an den kurzweiligen und sehr interessanten Vortrag beantwortete Gerhard Möller die Fragen der Zuhörer im gut gefüllten großen Saal des Vereinshauses. Wer mehr über die Zerstörung der Burg Hohnstein wissen möchte, dem sei der Aufsatz von Möller in Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, Band 36/2011, empfohlen.
