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Patient Krankenkasse

Freitag, 21. November 2003, 16:54 Uhr
Nordhausen(nnz).Was die Gesundheitsreform im nächsten Jahr für die Bürger bringen wird, weiß keiner so richtig. Vor allem reden sich die Leute die Köpfe heiß. Ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen hatte sich die CDU vorgenommen und lud ins Südharz-Krankenhaus zu einer Informationsveranstaltung ein.


Widmann Mauz Mit 1.800 Beschäftigten ist das Nordhäuser Südharzkrankenhaus das größte Thüringens in kommunaler Trägerschaft. Dorthin lud der Nordthüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU) zu einer Diskussion zu dem Thema "Gesundheitsreform 2003 - sind die Zukunftsfragen gelöst?" ein. Als Gäste kamen der Thüringer Sozialminister Dr. Klaus Zeh und die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Anette Widmann Mauz.

Ärzte, Vertreter von Sozialverbänden und Krankenkassen sowie die Apotheker bekamen nach einem Vortrag der BUndespolitikerin die Möglichkeit Fragen zu stellen und Probleme, die ihrer Meinung nach noch nicht berücksichtig worden, vorzubringen.

Besonderes Interesse galt den Themen Zuzahlung und Praxisgebühr, da niemand genau wisse, wie dieses umzusetzen sei. Frau Widmann Mauz erklärte, daß in Zukunft jeder erstmal zuzahlen müsse, egal ob er viel verdiene oder Sozialhilfe bekomme. Wer nicht chronisch krank ist, wird bis zu 2 Prozent von seinem Einkommen aufwenden müssen, Menschen mit chronischen Leiden nur 1 Prozent. Das sei sozial gerecht, da ein Wenigverdiener diese Belastungsgrenze auch schneller erreicht und dann nichts mehr zuzahlen muß. Eine sofortige Befreiung wie bisher werde abgeschafft.

Sehhilfen, Fahrtkosten und nicht rezeptpflichtige Medikamente müssen in Zukunft vom Patienten selber getragen werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin erklärte warum: zu Brillen habe es zuletzt sowieso nur noch 20 Euro gegeben, Taxifahrten seien gar nicht so selten durch private Verlängerungen der Route mißbraucht worden und bei rezeptfreien Medikamenten gäbe es sogar Ausnahmen. Kinder bis 12 Jahren bekommen auch weiterhin solche Medizin auf Rezept, außerdem soll es eine Liste der Krankheiten geben, wo derartige Mittel unverzichtbar sind und verschrieben werden dürfen. Sterbegeld gibt es nicht mehr. Und Zahnersatz muß ohne Arbeitgeberanteil selbst versichert werden. Das kann in der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse geschehen.

Die Überlegung Polikliniken ähnliche ärztliche Versorgungszentren einzurichten, stieß vor allem beim Vertreter der freiberuflichen Ärzte auf wenig Gegenliebe. Auch für die große Anzahl an Krankenkassen, es gibt in Deutschland über 350, und die damit verbundenen Verwaltungskosten wurden von nahezu allen Vertretern kritisiert, worauf Frau Widmann Mauz meinte, daß die Gesundheitsreform zu Fusionen kleinerer, regionaler Krankenkassen anregen würde.

Die Frage, ob die Gesundheitsreform ausreiche, beantwortete Manfred Grund mit den Worten, ausreichen würde sie nicht, aber es sei zumindest ein Anfang gemacht, der weitere Reformen zulasse. Das Gesundheitssystem würde zumindest so weit stabilisiert, daß in den nächsten fünf Jahren große Veränderungen stattfinden können.

Minister Klaus Zeh erklärte in seinem Schußwort, daß man im Gespräch bleiben müsse und nicht vergessen sollte was an der Basis wichtig und notwendig sei
Autor: wf

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