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Schwarzbergs Unvollendete

Donnerstag, 07. Juni 2012, 12:56 Uhr
Während in den vergangenen Tagen das Richtfest für die Kulturbibliothek im Zentrum Nordhausens vorbereitet wurde, beschloss ein Autor der nnz, ab dem 13. Juni einige leider noch immer unvollendete Bauprojekte in der Stadt Nordhausen selbst und in deren Umfeld wenigstens medial aufleben zu lassen...


Denn in der Zeit, in der sich die Bauleute, wohl verdientermaßen an der Engelsburg feiern lassen, versickern weiterhin hunderte Liter ungeklärten Abwassers im Erdreich unseres einst ebenso feierlich eingeweihten Naturparks Südharz.

Zwar könnte man meinen, aus der seit Jahrzehnten vor sich hin stinkenden "Kloake Steigerthal" (siehe nnz-Archiv) würden nun, kraft neuerlicher Beteuerungen, Taten folgen, jedoch lässt die lange Zeit der Untätigkeit viel Raum für Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen.

Nach verschiedenen Informationen, die mir vorliegen, bestehen im Gebiet des Naturparkes neben jener von Steigerthal weitere "Kloaken", also Ortschaften, die zwar schön anzusehen sind, in denen die Abwässer aber ebenso ungeklärt in unsere Umwelt entlassen werden. Ganz zu schweigen von den unzähligen wilden Müllkippen, um die sich niemand schert.

Da man über diese Missstände aus der Presse bisher nur wenig erfahren konnte, möchte ich dies ändern und recherchieren. Ab Mitte Juni werde ich die angeblichen oder tatsächlichen Abwasser-"Kloaken" unseres Naturparks vorstellen, mit Kennern und Verantwortlichen zu dieser Problematik sprechen und versuchen, Lösungen aufzuzeigen.

Denn eigentlich darf es doch nicht sein, dass ständig neue, ökologisch oft zweifelhafte Projekte geplant oder zumindest vorgesehen werden, z.B. ein aberwitziges Pumpspeicherkraftwerk im malerischen Steinmühlental, während andernorts Baumaßnahmen seit langer Zeit dringend erforderlich sind.

Genauso, wie die Abwässer im Erdreich versickern, scheint das Interesse an diesen Kloaken bei jenen zu verschwinden, die es ob ihrer Zuständigkeit haben müssten. Geld für eine Kulturbibliothek ist vorhanden, für die Klärung von Abwässern im Naturpark aber offenbar nicht. Darin wird meiner Meinung nach auch eine verbreitete Grundeinstellung deutlich.

Das ist wie mit dem geplanten Marsflug: Während die Menschheit nicht einmal in der Lage ist, ihren eigenen Planeten vor dem ökologischen Kollaps zu bewahren, denken einige "Visionäre" sogar über eine Besiedelung des Nachbarplaneten nach.
Bodo Schwarzberg

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Autor: nnz

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