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Bedarf diskutiert

Dienstag, 05. Juni 2012, 15:31 Uhr
Ab kommenden Montag liegt der Entwurf für die Bedarfsplanung der Kindertagesbetreuung aus. Interessierte können die Planung bei allen kommunalen und freien Trägern von Kindertageseinrichtungen, bei den Verwaltungsgemeinschaften und im Landratsamt Nordhausen einsehen...


Zusätzlich wird der Plan auf der Internetseite des Landkreises unter www.landratsamt-nordhausen.de auf der Startseite veröffentlicht. Eventuelle Einwände können dem Landratsamt, Fachbereich Jugend und Soziales, bis zum 6. Juli mitgeteilt werden.

In seiner gestrigen Sitzung hat sich der Jugendhilfeausschuss in erster Lesung mit der Kita-Bedarfsplanung für das Schuljahr 2012/13 beschäftigt. In den 49 Kitas stehen laut der vom Land zugelassenen Rahmenkapazität fast 3.700 Plätze zur Verfügung. Zum Stichtag für die Bedarfs­planung, dem 1. März, waren gut 3.300 Plätze belegt, darunter fast 2.350 Kindergartenkinder ab drei Jahren, rund 360 unter 2-Jährige und 560 2- bis 3-Jährige.

Damit werden im Landkreis 86 Prozent der über Dreijährigen bis zur Einschulung in einer Kita betreut, 83 Prozent der 2- bis 3-Jährigen und 53 Prozent der 1- bis 2-Jährigen. Der zukünftige Bedarf an Betreuungsplätzen wird anhand der ausgereichten Kita-Cards ermittelt. Demnach werden rund 3.960 Plätze benötigt. „Damit ist für 93 Prozent der Kinder ein Bedarf für einen Betreuungsplatz angemeldet“, sagte Heike Kopischke, im Landratsamt zuständig für die Bedarfsplanung.

Allerdings sei nicht eindeutig beschreibbar, wann die Eltern die beantragte Kita-Card einlösten. In der genaueren Betrachtung der Planung wird der Landkreis in Sozialräume aufgeteilt. Dabei zeige sich im Bedarf eine Tendenz zur Verstädterung, beschrieb Heike Kopischke. Sprich: In den größeren Orten und Städten wie Nordhausen, Bleicherode, Ellrich und in der VG Hohnstein/Südharz übersteige der angemeldete Bedarf die vorhandenen Kapazitäten. Im ländlichen Raum wie beispielsweise der Gemeinde Hohenstein sei die zugelassene Kapazität höher als der angemeldete Bedarf. Diese Kommunen seien damit bereits auf den erhöhten Raumbedarf für Kinder ab drei Jahren vorbereitet, den der Gesetzgeber plant.

Um dem Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden, sei in mehreren Einrichtungen die Kapazität erhöht worden, erläuterte Christine Wagner, Fachbereichleiterin Jugend und Soziales, den Ausschussmitgliedern. „Damit haben sich die pädagogischen Bedingungen und auch die Sicherheit verbessert“, sagte Christine Wagner. Auch in die Kita „Schlösschen am Festplatz“, in der der Jugendhilfeausschuss gestern zu Gast war, wurde in den vergangenen Jahren kräftig investiert, um auf den Bedarf zu reagieren. So wurde eine neue Krippengruppe eingerichtet und eine Außentreppe als weiterer Fluchtweg angebaut.

Um die Qualität der Betreuung zu optimieren, hat das Jugendamt im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Fortbildungen für die Erzieher angeboten, so Christine Wagner. Auch die Literatur- und Materialbörse, auf die die Kitas zurückgreifen können, habe die Verwaltung weiter aufgestockt. Außerdem ist der Kreiselternsprecher gewählt worden, ein Amt, das das neue Landes-Kita-Gesetz vorsieht. Im Juli wird sich der Jugendhilfeausschuss wieder mit der Kita-Bedarfsplanung auseinandersetzen und die eingegangenen Anmerkungen diskutieren.
Autor: nnz

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