nnz-online

Wacker kann auswärts noch gewinnen

Sonntag, 03. Juni 2012, 18:53 Uhr
Fast konnte man als unmittelbarer Augenzeuge der letzten Auswärtsspiele des FSV Wacker 90 Nordhausen den Eindruck gewinnen, es ginge auf fremden Plätzen nichts mehr. Doch das war offensichtlich eine Wahrnehmungstäuschung…


Busansicht (Foto: Klaus Verkouter) Busansicht (Foto: Klaus Verkouter) Beim 1. SC 1911 Heiligenstadt wurde nämlich am Sonnabend ein mühevoller 2:1 (1:1)-Erfolg errungen. Damit konnte die Elf von Trainer Jörg Goslar sogar den (wenn auch relativ unwichtigen) 1. Platz unter den 16 Ligastartern in der Auswärtstabelle zurückerobern. Den hatte nämlich zuvor der FC Einheit Rudolstadt inne, wo Wacker vor vier Wochen trotz guten Spiels 0:1 unterlag. Das 2:5 in Eisenach steckte wohl immer noch etwas in den Köpfen, denn die Südharzer begannen die Partie im Eichsfeld recht verhalten.

Dass die Heiligenstädter eine gute Mannschaft besitzen, war ja schon aus der Hinrunde bekannt. In der Anfangsphase taten sich beide Vertretungen schwer, fließende Aktionen zu setzen. Wacker war sichtlich darum bemüht, den Ball mit Kurzpassspiel lange in den eigenen Reihen zu halten; doch schon hier wurde ersichtlich, dass die Gastgeber dabei auf Fehler der Nordhäuser warteten, um dann schnell zum Wackertor vorzustoßen.

Busansicht (Foto: Klaus Verkouter) Busansicht (Foto: Klaus Verkouter) Das passierte erstmals in der 12. Minute. Unsere zögerlich Abwehr wurde überlaufen und der 1. SC 1911 setzte ein erstes Achtungszeichen. Doch der heute zwischen den Pfosten stehende Martin Vopel schnappte mit seinem mutigen Einsatz Daniel Papst den Ball vom Fuß weg. Der schnelle Gegenangriff lief über Marcus Vopel und Johnny do Amaral, der den Ball scharf in die Strafraummitte schoss. Dort kam nach Robert Knopp schließlich Alexander Töpfer ans Leder, aber sein Kopfball bereitete dem Ex-Sondershäuser Debütant Christoph Sternadel keine Mühe.

Marcus Vopel verletzte sich und musste kurz an der Seitenlinie behandelt werden. Das Spiel plätscherte weiter ohne Höhepunkte dahin, bis sich in der 25. Minute Manuel Lubojanski auf der rechten Seite ohne energische Gegenwehr durchsetzen und den Ball hoch in den Nordhäuser Strafraum flanken konnte. Robert Stark und ein Heiligenstädter Angreifer sprangen in die Höhe, trafen den Ball, der senkte sich vor dem Tor und Martin Vopel musste ihn mit seiner zweiten nennenswerten Aktion über die Latte lenken.

Ein erneuter unkonzentrierter Ballverlust im Mittelfeld in der 28. Minute rief die schnellen Konterspieler Heiligenstadts auf den Plan. Aber ihnen half auch ein ungeahndetes Handspiel nichts. Vier Minuten darauf sahen wir eine unfaire Attacke mit gestrecktem Bein auf den am Boden liegenden Nordhäuser Schlussmann. Eine Gelbe Karte war die Folge. In der 37. Minute sahen sich die Gastgeber nach einer tollen Einzelleistung erneut vom auffälligen Lubojanski wieder über die rechte Seite, der eine saubere Flanke schlug, in ihren Bemühungen belohnt, nachdem Marc Werner mit Kopfstoß ins lange Eck das 1:0 erzielte.

Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. Knopp bedankte sich für ein Zuspiel nach einem weiten Lauf auf der rechten Außenbahn mit einem platzierten Flachschuss in die linke untere Ecke. Mit diesem Unentschieden ging es vor 210 Zuschauern, darunter etwa 50 Wacker-Anhänger (Wackerfront, Nordhäuser Jungs, Schalträger und inkognito Angereiste), bei bestem Fußballwetter in die Kabinen.

Von Beginn der zweiten Halbzeit an spielte Adil Boukantar für Marcus Vopel. Das erste Nachpausenzeichen setzte wieder Heiligenstadt. Der eingewechselte Lukas Weidemann zog den Ball aber am linken Pfosten vorbei (49.). Von nun an ging es auf beiden Seiten zügiger zu Werke. Beide Mannschaften nahmen spürbar Tempo auf und versuchten schneller, die gegnerische Tornähe zu erreichen. Das zeigte sich auch an der Zunahme von Ecken, die aber nichts einbrachten. Der sich vergeblich bemühende do Amaral wurde in der 65. Minute durch Jindrich Pelan ersetzt, nicht etwa auf der angestammten Abwehrposition, sonders fast als Mittelstürmer.

Jan-Philipp Rose und Steven Ebert wurden jetzt auf der linken Seite in ihren Aktionen nach vorn aktiver, aber oft ohne bis zur Grundlinie zu gelangen. Stark und Pelan versuchten sich mit Kopfbällen im gegnerischen Strafraum mehrfach erfolglos. Da nun auch über die rechte Seite Knopp des Öfteren nach vorn vorstieß, wurden die Aktionen Wackers unberechenbarer.
Dann setzte wieder Heiligenstadt zu Nadelstichen an. So scheiterte Christopher Elsner am Wacker-Tormann.

Auf der Gegenseite war es dann Pascal Biank, der aus dem Mittelkreis heraus mit einem gestochenen Pass in den Strafraum hinein in Pelan einen Abnehmer fand. Der wiederum spielte sich mit einer geschickten Drehung frei und bediente Boukantar, der sich mit einem Tor bedankte (80. Min.). Das 1:2 geriet nochmals in Gefahr, als ein Schuss von Weidemann nur den linken Nordhäuser Pfosten traf. Wenig später noch eine verheißungsvolle Gastgeberaktion mit mehreren Versuchen im Torraum, die Martin Vopel im Verein mit seinen Mannschaftskameraden aber bereinigte.

In den letzten Minuten wurde Ebert noch zweimal unsanft gestört. Rechts war es dann wieder Knopp, der sich anschließend erneut durchsetzte. Doch Boukantar konnte kein weiteres Zuspiel nutzen und einen Distanzschuss von Pelan parierte Sternadel im zweiten Zugriff. Auch ein Heiligenstädter Wechsel nutze nichts mehr. Es blieb beim glücklichen Arbeitssieg der Wackeren. Uns bleibt die Hoffnung auf einen glanzvolleren Auftritt im letzten Saison-Heimspiel gegen Arnstadt mit würdiger Meisterehrung.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de