nnz-Kurz-News am Wochenende
Sonntag, 16. November 2003, 16:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hat auch an diesem Wochenende wieder die wichtigsten Meldungen aus Thüringen und Deutschland zusammengestellt. Mit einem Klick auf MEHR sind auch Sie auf dem Laufenden.
Hoffen auf Stimmungsumschwung
Bundeskanzler Gerhard Schröder erhofft sich vom SPD-Parteitag in Bochum einen entscheidenden Stimmungsumschwung zu Gunsten der Sozialdemokraten. Es habe selten einen Parteitag gegeben, der zu einem solchen Wendepunkt werden kann, sagte der SPD-Chef vor dem Präsidium. Einstimmig billigte die zuständige Kommission die vier zentralen Leitanträge zu dem morgen beginnenden Parteitag. So wird den Delegierten etwa eine Anhebung der Steuern auf große Erbschaften vorgeschlagen
Geiseln im Puff
In einem Bordell in Horhausen im rheinland- pfälzischen Westerwald hat ein 36-jähriger Mann drei Frauen für mehrere Stunden als Geiseln genommen. Nach Polizeiangaben schoss er mehrmals mit einem Gewehr, verletzte aber niemanden. Mit der Tat wollte er seine 48 Jahre alte Freundin dazu zwingen, ihrer Familie zu sagen, dass sie in dem Bordell arbeitet. Die Beamten verhandelten fast drei Stunden lang mit dem Täter. Nachdem seine Freundin am Tatort eintraf, ließ er seine Geiseln frei und stellte sich
Hohmann-Affäre nicht ausgestanden
Affäre um den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann ist trotz seines Fraktionsausschlusses für die Union noch nicht ausgestanden. Zwei Wochen vor dem Leipziger Parteitag reagieren Teile der Basis mit Unverständnis. Der osthessische CDU-Stadtverband Herbstein im Vogelsberg verabschiedete eine Resolution zu Gunsten Hohmanns. CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte der dpa, dass die Partei noch nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Mit der Affäre wird sich morgen auch der Bundesvorstand beschäftigen.
Vermögen höher besteuern
Große Vermögen sollen nach dem Willen der rot- grünen Koalition höher besteuert werden als bisher. SPD- Generalsekretär Olaf Scholz sprach sich dafür aus, hohe Erbschaften stärker zu belasten. Auf ihrem morgen beginnenden Parteitag würden die Sozialdemokraten einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen, sagte Scholz der dpa. Die Grünen wollen mittelfristig eine Vermögensteuer in neuer Form wieder einführen. Auch zwei SPD- Landesvorsitzende sprachen sich dafür aus.
Handwerker sollen überall arbeiten
Die EU-Kommission will Bau- und Handwerksbetrieben den grenzüberschreitenden Einsatz erleichtern. Laut "Focus" wird EU- Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein Anfang Dezember einen entsprechenden Richtlinienentwurf vorlegen. Demnach soll künftig jedes EU-Dienstleistungs-Unternehmen ohne Extra-Genehmigungen einen Anspruch auf Tätigkeit in allen Mitgliedsländern haben. Einzige Bedingung ist, dass kein Unternehmen die Mindestlöhne oder Sozialvorschriften des anderen Landes unterschreiten darf.
Studiengebühren ab 1. Semester
Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel will im Freistaat Studiengebühren ab dem ersten Semester einführen. Zuvor müsste aber das Bundesverfassungsgericht das vom Bund verhängte Gebührenverbot kippen. Goppel sprach im "Focus" von Gebühren zwischen 400 und 600 Euro pro Semester. Fällig würden die aber frühestens zum Wintersemester 2004/2005. Ein Bundesgesetz verbietet derzeit Gebühren für ein Erststudium. Dagegen haben einige Länder geklagt - unter anderem Bayern. Eine Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen.
Kircheneinnahmen gehen zurück
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen muss sparen. Um die geplanten Einsparungen von drei Millionen Euro bis zum Jahr 2007 zu erreichen, werden rund 35 Stellen gestrichen, darunter 22 Pfarrerstellen. Das beschloss die Synode der Landeskirche am Samstag in Eisenach. Das Kirchenparlament unterstütze auch das Vorhaben, als Reaktion auf sinkende Mitgliederzahlen im Zeitraum von 2008 bis zum Jahr 2012 weitere zehn Prozent der Stellen abzubauen. Beschlossen wurden Leitlinien kirchlichen Lebens.
Der Blick in den Landtag
Rund 4000 Menschen haben am Samstag die Chance genutzt, hinter die Kulissen des Thüringer Landtages zu blicken. Zu besichtigen war der neue Plenarsaal des Parlaments. Viele Besucher hätten die Möglichkeit genutzt, selbst am Rednerpult zu stehen oder auf den Plätzen von Abgeordneten oder Ministern Platz zu nehmen, teilte die Landtagsverwaltung mit. Bei zahlreichen Besuchern sei Interesse geweckt worden, Landtagssitzungen künftig von der Tribüne aus zu verfolgen.
Tödliche Verkehrsunfälle am Wochenende
Nach einem Verkehrsunfall bei Greiz ist am Samstagabend ein 17 Jahre alter Jugendlicher ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, saß der 17-Jährige im Wagen eines 18-jährigen Autofahrers, als der aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab und schleuderte gegen einen Baum. Bei dem Aufprall wurde der 17-Jährige so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Der 18-jährige Unglücksfahrer wurde nur leicht verletzt.
Ein illegaler Fahrversuch eines 16-Jährigen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis hatte tödliche Folgen. Nach Polizeiangaben von Sonntag hatte sich der Junge das Auto seines Vaters heimlich geliehen. Auf reifglatter Fahrbahn kam er in der Ortschaft Hüpstedt mit dem Fahrzeug am frühen Sonntagmorgen von der Straße ab und prallte gegen eine Garage. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 16-Jährige so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Mehr Lehrstellen am Bau
Ungeachtet der anhaltenden Branchenkrise zeichnet sich beim Lehrstellenangebot in der Bauwirtschaft nach Angaben der IG BAU eine Trendwende ab. Bis Ende Oktober seien bundesweit rund 10 400 Ausbildungsverträge unterschrieben worden und damit 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte Andreas Steppuhn, Bundesvorstandsmitglied der IG Bauen-Agrar-Umwelt, am Samstag in Erfurt mit. In den neuen Ländern habe es erstmals seit 1994 ein leichtes von 0,5 Prozent gegeben.
Hoher Schaden bei Brand
Bei einem Wohnhausbrand im Wolfsburg-Unkeroda im Wartburgkreis ist ein Sachschaden von 200 000 Euro entstanden. Eine 67-jährige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden, berichtete die Polizei am Samstag. Der Brand sei am Freitagabend in der Küche ausgebrochen. Das gesamte erste Geschoss des Hauses brannte aus. In die Ermittlungen zur Brandursache wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet.
Museen im harten Wettbewerb
Unter den Museen in Deutschland herrscht nach Meinung von Thüringens Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski ein harter Wettbewerb um Stiftungsgelder. Die knappen Kassen haben bundesweit einen Run auf die verschiedenen Stiftungen ausgelöst, um Gelder für Museumsankäufe oder Projekte zu erhalten, sagte Schipanski im Gespräch mit einer Nachrichtenagentur. Thüringen versuche trotz immer angespannterer Finanzlage bei wichtigen Sammlungen oder Einzelstücken eine Lösung für den Ankauf zu finden.
Autor: nnzHoffen auf Stimmungsumschwung
Bundeskanzler Gerhard Schröder erhofft sich vom SPD-Parteitag in Bochum einen entscheidenden Stimmungsumschwung zu Gunsten der Sozialdemokraten. Es habe selten einen Parteitag gegeben, der zu einem solchen Wendepunkt werden kann, sagte der SPD-Chef vor dem Präsidium. Einstimmig billigte die zuständige Kommission die vier zentralen Leitanträge zu dem morgen beginnenden Parteitag. So wird den Delegierten etwa eine Anhebung der Steuern auf große Erbschaften vorgeschlagen
Geiseln im Puff
In einem Bordell in Horhausen im rheinland- pfälzischen Westerwald hat ein 36-jähriger Mann drei Frauen für mehrere Stunden als Geiseln genommen. Nach Polizeiangaben schoss er mehrmals mit einem Gewehr, verletzte aber niemanden. Mit der Tat wollte er seine 48 Jahre alte Freundin dazu zwingen, ihrer Familie zu sagen, dass sie in dem Bordell arbeitet. Die Beamten verhandelten fast drei Stunden lang mit dem Täter. Nachdem seine Freundin am Tatort eintraf, ließ er seine Geiseln frei und stellte sich
Hohmann-Affäre nicht ausgestanden
Affäre um den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann ist trotz seines Fraktionsausschlusses für die Union noch nicht ausgestanden. Zwei Wochen vor dem Leipziger Parteitag reagieren Teile der Basis mit Unverständnis. Der osthessische CDU-Stadtverband Herbstein im Vogelsberg verabschiedete eine Resolution zu Gunsten Hohmanns. CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte der dpa, dass die Partei noch nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Mit der Affäre wird sich morgen auch der Bundesvorstand beschäftigen.
Vermögen höher besteuern
Große Vermögen sollen nach dem Willen der rot- grünen Koalition höher besteuert werden als bisher. SPD- Generalsekretär Olaf Scholz sprach sich dafür aus, hohe Erbschaften stärker zu belasten. Auf ihrem morgen beginnenden Parteitag würden die Sozialdemokraten einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen, sagte Scholz der dpa. Die Grünen wollen mittelfristig eine Vermögensteuer in neuer Form wieder einführen. Auch zwei SPD- Landesvorsitzende sprachen sich dafür aus.
Handwerker sollen überall arbeiten
Die EU-Kommission will Bau- und Handwerksbetrieben den grenzüberschreitenden Einsatz erleichtern. Laut "Focus" wird EU- Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein Anfang Dezember einen entsprechenden Richtlinienentwurf vorlegen. Demnach soll künftig jedes EU-Dienstleistungs-Unternehmen ohne Extra-Genehmigungen einen Anspruch auf Tätigkeit in allen Mitgliedsländern haben. Einzige Bedingung ist, dass kein Unternehmen die Mindestlöhne oder Sozialvorschriften des anderen Landes unterschreiten darf.
Studiengebühren ab 1. Semester
Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel will im Freistaat Studiengebühren ab dem ersten Semester einführen. Zuvor müsste aber das Bundesverfassungsgericht das vom Bund verhängte Gebührenverbot kippen. Goppel sprach im "Focus" von Gebühren zwischen 400 und 600 Euro pro Semester. Fällig würden die aber frühestens zum Wintersemester 2004/2005. Ein Bundesgesetz verbietet derzeit Gebühren für ein Erststudium. Dagegen haben einige Länder geklagt - unter anderem Bayern. Eine Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen.
Kircheneinnahmen gehen zurück
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen muss sparen. Um die geplanten Einsparungen von drei Millionen Euro bis zum Jahr 2007 zu erreichen, werden rund 35 Stellen gestrichen, darunter 22 Pfarrerstellen. Das beschloss die Synode der Landeskirche am Samstag in Eisenach. Das Kirchenparlament unterstütze auch das Vorhaben, als Reaktion auf sinkende Mitgliederzahlen im Zeitraum von 2008 bis zum Jahr 2012 weitere zehn Prozent der Stellen abzubauen. Beschlossen wurden Leitlinien kirchlichen Lebens.
Der Blick in den Landtag
Rund 4000 Menschen haben am Samstag die Chance genutzt, hinter die Kulissen des Thüringer Landtages zu blicken. Zu besichtigen war der neue Plenarsaal des Parlaments. Viele Besucher hätten die Möglichkeit genutzt, selbst am Rednerpult zu stehen oder auf den Plätzen von Abgeordneten oder Ministern Platz zu nehmen, teilte die Landtagsverwaltung mit. Bei zahlreichen Besuchern sei Interesse geweckt worden, Landtagssitzungen künftig von der Tribüne aus zu verfolgen.
Tödliche Verkehrsunfälle am Wochenende
Nach einem Verkehrsunfall bei Greiz ist am Samstagabend ein 17 Jahre alter Jugendlicher ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, saß der 17-Jährige im Wagen eines 18-jährigen Autofahrers, als der aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab und schleuderte gegen einen Baum. Bei dem Aufprall wurde der 17-Jährige so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Der 18-jährige Unglücksfahrer wurde nur leicht verletzt.
Ein illegaler Fahrversuch eines 16-Jährigen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis hatte tödliche Folgen. Nach Polizeiangaben von Sonntag hatte sich der Junge das Auto seines Vaters heimlich geliehen. Auf reifglatter Fahrbahn kam er in der Ortschaft Hüpstedt mit dem Fahrzeug am frühen Sonntagmorgen von der Straße ab und prallte gegen eine Garage. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 16-Jährige so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Mehr Lehrstellen am Bau
Ungeachtet der anhaltenden Branchenkrise zeichnet sich beim Lehrstellenangebot in der Bauwirtschaft nach Angaben der IG BAU eine Trendwende ab. Bis Ende Oktober seien bundesweit rund 10 400 Ausbildungsverträge unterschrieben worden und damit 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte Andreas Steppuhn, Bundesvorstandsmitglied der IG Bauen-Agrar-Umwelt, am Samstag in Erfurt mit. In den neuen Ländern habe es erstmals seit 1994 ein leichtes von 0,5 Prozent gegeben.
Hoher Schaden bei Brand
Bei einem Wohnhausbrand im Wolfsburg-Unkeroda im Wartburgkreis ist ein Sachschaden von 200 000 Euro entstanden. Eine 67-jährige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden, berichtete die Polizei am Samstag. Der Brand sei am Freitagabend in der Küche ausgebrochen. Das gesamte erste Geschoss des Hauses brannte aus. In die Ermittlungen zur Brandursache wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet.
Museen im harten Wettbewerb
Unter den Museen in Deutschland herrscht nach Meinung von Thüringens Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski ein harter Wettbewerb um Stiftungsgelder. Die knappen Kassen haben bundesweit einen Run auf die verschiedenen Stiftungen ausgelöst, um Gelder für Museumsankäufe oder Projekte zu erhalten, sagte Schipanski im Gespräch mit einer Nachrichtenagentur. Thüringen versuche trotz immer angespannterer Finanzlage bei wichtigen Sammlungen oder Einzelstücken eine Lösung für den Ankauf zu finden.
