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Jüdische Heilpädagogik vorgestellt

Montag, 17. November 2003, 11:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Heute wird an der Fachhochschule Nordhausen die Ausstellung „Verloren und Un-Vergessen. Jüdische Heilpädagogik und Wohlfahrtspflege in Deutschland“ eröffnet. Die nnz hat sich die interessante Schau schon mal für Sie angesehen.


Die Ausstellung wird bis zum 28.11.2003 dort präsentiert. Im Mittelpunkt der Eröffnung steht die Eröffnungsrede von Frau Prof. Dr. Sieglind Ellger-Rüttgardt von der Humboldt Universität zu Berlin, die um 17:30 Uhr beginnt. Die Ausstellung wie auch die Eröffnung findet im Audimax (vormals Kultursaal) der FH Nordhausen statt. Sie ist für Besucher kostenfrei. Die Ausstellung dokumentiert, dass jüdische Heilpädagogik bis in die ersten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts ein etablierter Zweig der deutschen Heilpädagogik war, die mit der Verfolgung und Ermordung jüdischer Wissenschaftler im Dritten Reich ihrer Vordenker und Gestalter beraubt wurde. Damit drohte nach dem zweiten Weltkrieg dieser traditionsreiche Zweig der Heilpädagogik in Vergessenheit zu geraten.

Frau Prof. Dr. Sieglind Ellger-Rüttgardt stemmte sich diesem Vergessen entgegen. Ausgehend von der Frage „Gab es eine Chance für behinderte Juden, dem Terror des Dritten Reichs zu entkommen?“ hat sie sich über viele Jahre hinweg mit dem Thema befasst und mit ihren Studierenden Informationen zu diesem Thema gesammelt. Auf nunmehr 50 Bildtafeln wird das Ergebnis der jahrelangen Studien nur präsentiert. Die Tafeln geben Auskunft über jüdische Erziehungsgeschichte, das Handeln jüdischer Gemeinschaften gegenüber Schwächeren und die Geschichte von Opfern des Nationalsozialismus. Die Ausstellung will dabei nicht retrospektiv wirken, sondern ganz bewusst auch einen Bogen spannen zum heutigen Umgang mit Behinderungen und Anderssein.

Die Wanderausstellung hat bereits an vielen Orten Station gemacht, so u. a. in Berlin, Wien und Tel Aviv, bevor sie über Erfurt nun nach Nordhausen kommt.
Autor: nnz

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