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nnz-Forum: Blauäugig

Mittwoch, 12. November 2003, 20:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Privatisieren ist die Allheil-Methode zur Sanierung kommunale Finanzen. Das sagt die Junge Union in Nordhausen. Dazu eine Anmerkung im nnz-Forum.



Die Nachwuchspolitiker von FDP und CDU befinden sich fast auf einer Linie. Eine andere Linie verrät mehr. Der Autor schreibt ohne große Hintergründe. Das Problem unserer Stadt ist, dass wir uns einmal für eine Metropolenstadt halten und dann wieder für eine kleine hübsche. Zu einer Metropolenstadt gehört Verkehr in der Stadt, für die andere wieder nicht. Die Forderung nach der Abschaffung der Parkgebühren ist ein gänzlich falscher Schritt.

Ein Tourist, der die Stadt befährt und sie aufsuchen will, wird mit seinem Auto nicht rumgurken wollen um sein Ziel zufinden. Deshalb gibt es Bus und Bahn in der Stadt. In der Parkallee, in Ost und in Nord sind ausreichend Möglichkeiten vorhanden, um das Auto abzustellen. Dies muss nur besser gekennzeichnet werden. Selbst nicht nur für Touristen sollte dies gelten, auch für Landkreisbewohner. Dem Einzelhändler wird es letztlich egal sein, ob er Parkgebühren entrichtet oder nicht, er regt sich bestenfalls drüber auf. Und mal ehrlich: Wer parken will weil er denkt, er kann eine bestimmte Entfernung perpedes nicht zurücklegen, der wird parken müssen gegen eine Gebühr. Schließlich nutzt er keine Parkfläche, die sein „eigener“ temporärer Raum ist. Diesen Raum instand zu halten kostet. Deshalb ist z. B. eine Parkgebührenerhöhung nur sinnvoll. Aber dann muss der ÖPNV auch besser ausgebaut werden.

Stadtfinanzen werden nicht durch Privatisierungen aufgebessert. Ein meist in privater Hand befindliches Unternehmen agiert anders wie eines (zumindest in Teilen) in öffentlicher Hand. Dazu gehört, dass der personelle Verwaltungsaufwand geschmälert, Kosten im Service eingespart und an Sanierung nur noch im Einzelfall gedacht wird. Ob das nun die SWG, die EVN oder die Stadtwerke sind, das ist im Prinzip das Gleiche. Wer so blauäugig denkt, dem sei unterstellt er könne die Folgen nicht sehen.

Selbst die JU und die JuLis müssten wissen, dass eine Stadt einen Oberbürgermeister ab einer bestimmten Einwohnerzahl haben darf. Ebenso verhält es sich mit den Ämtern. Noch mal zurück zum Parken: Was erzeugt die Stadt für ein Bild, wenn Blechlawinen die Stadt unsicher machen? Dann wird auch niemand die Landesgartenschau weiterempfehlen wollen!
Sebastian Drechsler, Nordhausen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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