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"Mit fürstlicher Note"

Dienstag, 15. Mai 2012, 20:11 Uhr
Mit dem oben genannten Slogan wird die Stadt Sondershausen in die Werbung zum Thüringentag 2013 gehen, der vom 7. bis 9. Juli in Sondershausen stattfinden wird...

Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In einer Presskonferenz wurde heute der Slogan bekannt geben, nachdem er am Vormittag durch die Landesregierung bestätigt wurde. Veranstalter des Thüringentages ist die Landesregierung und Ausrichter ist die Stadt Sondershausen. Für die Organisation des Thüringentages wurde die Stadtmarketing GmbH gegründet, die bei Bedarf auch später fortgesetzt werden kann, wenn es der Stadtrat von Sondershausen als notwendig sieht.

In der heutigen Pressekonferenz erklärten Karl-Heinz Langhorst (li.), Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH, Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) und seine 1. Beigeordnete Cornelia Kraffzick (SPD), was man vom Thüringentag erwarten wird. Man rechnen mit 150.000 Besuchern, die hauptsächlich Tagesgäste sein werden, vermutet Langhorst. Der größte Ansturm wird für den Sonntag erwartet. Dann findet auch der große Festumzug statt. Allein für den Festumzug rechne man mit fast 4.000 Teilnehmern, was noch mal das doppelte von dem wäre, als voriges Jahr die große Bergparade anlässlich des Thüringer Bergmanstages durch Sondershausen zog.

Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mehr zu THOMAS UND MARIA AUS SCHWARZBURG SONDERSHAUSEN, dem Thüringenpaar für 2013 gibt es hier: Thüringenpaar

Große Unterstützung werde wieder die Bundeswehr bieten. Dort reicht selbst der große Paradeplatz nicht aus, um als Aufstellungsrot für den Festumzug zu diesen. Aber auch so wird sich die Bundeswehr mit Hilfe bei der Logistik und der Vorstellung eigener Projekte einbringen, wie Kommandeur Oberstleutnant Armin Schaus den Ausrichtern des Thüringentages versicherte.

Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringentag 2013 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Ein großes Problem wird auch das Parken in Sondershausen sein. In der gesamten Innstadt werden außer Hilfsdiensten kein Fahrzeuge rollen können. Man will sich mit der Bundesbahn engagieren, möglichst viel Besucher auf die Bahn zu locken. Der in der Karte grünumrandete Bereich wird das eigentliche Festspielgebiet sein.

Das Interesse der Bevölkerung war bisher groß. Allein zum Slogan sind 80 Vorschläge eingegangen. Es wurden auch schon Wünsche geäußert, was am Samstag im Loh passieren soll, der einzigen Veranstaltung, die kostenpflichtig sein wird. Die Favoritenliste für den gewünschten Star führt zurzeit Peter Maffay an, gefolgt von Helene Fischer und Andrea Berg. Verhandlungen mit den Künstlern laufen schon, wie Langhorst bestätigte.

Kreyer erwartet von der Veranstaltung einen bedeutenden Imageanstieg nicht nur für Sondershausen, sondern auch von der ganzen Region. Kraffzick warf ein, dass schon die damalige Thüringenausstellung einen deutlichen Schub in den Besucherzahlen brachte. Die Stadt Sondershausen nimmt für den Imagegewinn einiges Geld in die Hand. Der Stadtrat gewährte für 2012 zur Anschubfinanzierung 200.000 Euro und von der Landesregierung kommen nochmals einmalig 200.000 Euro. Man hoffe aber auch auf weitere Sponsoren so Langhorst. Aber da wolle man nicht spekulieren.

Für ein detaillierte Programm sei es noch zu früh so Kreyer. Aber einige Vorstellungen bestehen bereits, die auch nnz/kn bringen wird. In gut zwei Wochen soll dann auch der Webseitenauftritt präsentiert werden.


Hintergrund zur Geschichte und zum Slogan

Sondershausen wird urkundlich erstmals 1125 n.Chr. erwähnt; die Entstehung dürfte jedoch in der fränkischen Zeit um 800 n.Chr. liegen.
Die Blütezeit von Sondershausen begann 1356 n.Chr., indem die Stadt durch Erbschaft an die gräfliche Dynastie der Schwarzburger übergeht, die die Stadt bis 1918 als Residenz und Landeshauptstadt ausbauten und nutzten. 1697 wurden die Schwarzburger in den Reichsfürstenstand erhoben.

Von 1534-1555 lässt Graf Günther an der Stelle der Sondershäuser Burg ein Renaissanceschloss errichten, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut wird.
Insbesondere zum Ende des 17. Jahrhunderts und zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die Renaissanceflügel des Schlosses im Stil des Barock überformt und erweitert. Westlich des Schlossgebäudes entstanden im Lustgarten die Orangerie und das Achteckhaus. Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts erhielt das Residenzschloss durch Neubau des Westflügels und des neuen Nordflügels seine endgültige architektonische Prägung als unregelmäßige Vierflügelanlage mit großzügigem Schlosspark. Noch heute gehört das Schloss Sondershausen zu den bau- und kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlossanlagen Thüringens.

Neben der die Stadt überragende Schlossanlage, haben die über die Jahrhunderte regierenden Fürsten natürlich auch das übrige Stadtbild geprägt und durch die Gründung von Schulen, Krankenhäusern und sonstigen wohltätigen Einrichtungen für die Bürger gesorgt. Einer der Hauptaugenmerke lag jedoch in der Förderung von Musik und Theater. So wird 1637 erstmals die Hofkapelle erwähnt, die kurz nach 1800 zu einem Sinfonieorchester erweitert wird. Spielstätten waren zunächst die großzügigen Räumlichkeiten des Schlosses, bis 1824 das Hoftheater und 1837 die Lohhalle als öffentliche Spielstätten errichtet wurden. Der Name der Spielstätte im Loh wurde 1919 bei Ausrufen der Republik auf das Orchester übertragen und bis zum heutigen Tage fortgeführt. Noch heute sehr bekannte beziehungsweise berühmte Musiker und Komponisten standen dem Orchester vor. Sie haben das Lohorchester sowie andere musikalische Einrichtungen geprägt und weit über die Grenzen von Sondershausen hinaus bekannt gemacht. Gemeinsam mit dem Theater Nordhausen wird diese über Jahrhunderte aufgebaute Tradition auch heute fortgesetzt. Weitere Belege dafür sind das Carl-Schroeder-Konservatorium als Musikschule für weit über 1.000 Schüler, sowie die seit fünf Jahren in Sondershausen ansässige Thüringer Landesmusikakademie.

Diese geschichtlichen Hintergründe bildeten bei der Wahl des Slogan für den Thüringentag 2013 die wesentliche Grundlage: Mit fürstlicher Note.

Die Gäste der Musik- und Bergstadt werden Sondershausen und Thüringen in verschiedenen Facetten erleben. Neben einem bunt gestalteten, hochkarätigen Bühnenprogramm, werden Kultur, Geschichte, Unterhaltung und kulinarische Köstlichkeiten vom Feinsten geboten.

Aber auch das dritte Merkmal der Stadt Sondershausen, nämlich der im Namen der Stadt verankerte Bergbau, soll und darf nicht unerwähnt bleiben. Der Nachweis von Salzen durch eine 1888 niedergebrachte Bohrung bei Bleicherode führte Bergwerksunternehmer aus ganz Deutschland nach Nordthüringen. In Sondershausen erhielt Heinrich Leopold Brügman von der fürstlichen Regierung das Recht, nach Salz zu bohren und dieses zu gewinnen. Mit der Teufung des ersten Schachtes 1893
und später weitere fünf Schächte, begann die über 120-jährige Bergbaugeschichte in Sondershausen.


Hauptprodukte waren Kalidüngemittel und verschiedene Nebenprodukte wie Brom und Magnesiumchlorid. In der Folgezeit entwickelte sich Sondershausen zu einem Kalistandort mit Exportverbindungen in alle Welt und zu einem Zentrum der Kaliforschung.

Heute werden die Grubenanlagen überwiegend für den Versatz genutzt, aber auch die Gewinnung von Salzen wurde wieder aktiviert. Die Kaliforschung und die ihr angegliederte Bereiche tragen den Namen von Sondershausen in die ganze Welt.
Autor: khh

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