nnz-online

Stolpern erwünscht

Dienstag, 11. November 2003, 16:02 Uhr
Nordhausen(nnz). Die Beine brechen sollen Sie sich natürlich nicht, das könnte Nordhausen nicht verantworten. Es geht vielmehr darum, über Denkanstöße zu stolpern und wenig erfreuliche Episoden der Geschichte nicht zu vergessen. nnz stellt Ihnen das Projekt vor.


Nach dem "LeidFaden" sollte etwas Bleibendes entstehen, was an die Opfer des NS-Regimes erinnert. Stolpersteine, ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, was bereits in vielen Städten wie Berlin und Hamburg erfolgreich lief, könnte nach Nordhausen kommen. Das war der Wunsch der Thüringer Regionalgruppe des Vereins "Gegen das Vergessen", deren Sprecherin Dr. Cornelia Klose ist. Sie stellte die Idee heute im Bürgersaal vor.

"Spur der Steine" nennt der Bildhauer sein Vorhaben. Steine von 10 mal 10 cm Größe mit den Namen von Opfern des Nationalsozialismus werden in den Bürgersteig eingelassen. 2000 dieser Gedenkstätten im öffentlichen Raum hat er bereits verlegt, in Nordhausen sollen es 70 bis 80 werden.

Doch das alles ist erst der zweite Teil der Aktion und findet im nächsten Jahr statt. Der erste Teil wird von Jugendlichen durchgeführt. Die politischen Jugendorganisationen SJD "Die Falken", die DGB Jugend, die Junge Union, Solid und die Jungen Liberalen tragen das Projekt mit.

Die jungen Leute wollen in diesem Jahr Geschichtsforschung betreiben, herausfinden, welche Nordhäuser in Konzentrationslager verschleppt, inhaftiert oder zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden und vor allem warum. Dr. Manfred Schröter als Kenner der Geschichte und Kurt Wolff als Zeitzeuge sagten ihre Mitarbeit zu.

Finanziert wird das gesamte Projekt durch die Initiative gegen Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern CIVITAS. Private Spenden und Patenschaften für einzelne Steine sind trotzdem gern gesehen. Die beteiligten Jugendverbände schicken am 5. und 6. 12. Vertreter zu einem Workshop in der Rothleimmühle. Dazu kommt auch der Künstler. Gemeinsam wird an diesen beiden Tagen das Projekt geplant und mit der Forschung begonnen.

Im Jahr der Landesgartenschau setzt der Kölner Gunter Demnig dann die Stolpersteine, die damit auch von vielen Gästen der Schau gesehen werden können.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de