nnz-online

Zuversicht in der Tourismusbranche

Freitag, 04. Mai 2012, 15:05 Uhr
Die Tourismusbranche blickt optimistisch in die Zukunft. Das geht aus der aktuellen Frühjahrsumfrage der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) unter 350 Unternehmen in Mittel- und Nordthüringen hervor. Wir haben die Einzelheiten für Sie aufbereitet...


„Für Reisebüros und Hoteliers ist das abgelaufene Winterhalbjahr gut gelaufen“, informiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Fast jeder zweite Unternehmer berichte von gut gehenden Geschäften. Diese Entwicklung scheine auch in den nächsten Monaten weiter anzuhalten. So erwarteten die Betriebe mehrheitlich auch für das kommende Halbjahr eine gute bis befriedigende Geschäftslage.

„Etwas verhaltener ist die Stimmung in der Gastronomie – sowohl was die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Zukunftsaussichten betrifft“, ergänzt Grusser. Jeder Dritte verweise hier auf sinkende Umsätze in der Wintersaison und auch nur wenige rechneten im Sommer mit besseren Geschäften. „Dabei stöhnt die Branche insbesondere unter den massiv gestiegenen Energiekosten: Um durchschnittlich 12 Prozent sind die Kosten in diesem Bereich bei den befragten Betrieben gestiegen“, merkt Grusser an. Insofern seien die vorrangigen Investitionen in energiesparende Maßnahmen bei Beleuchtung, Kühlung, Eigenversorgung, Dämmung und Heizung durchaus verständlich. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die Unternehmer auch bei den Ausgaben für sonstige Rohstoffe. Vor allem viele Lebensmittel wären teurer geworden.
Vier von fünf Unternehmern würden aber weiterhin mit stabilen Preisen kalkulieren. Die angespannte Wettbewerbssituation lasse auch geringe Erhöhungen kaum zu.

„Große Erwartungen knüpfen die Gastronomen an die in diesem Jahr stattfindende Fußballeuropameisterschaft. Wenn das Wetter mitspielt, können sich insbesondere die Biergärten auf eine gute Saison und zahlreiche Gäste freuen“, ist der IHK-Chef optimistisch.

Nach wie vor werde das Bild auch von deutlichen regionalen Unterschieden geprägt. Vor allem in den kreisfreien Städten Erfurt, Weimar und Eisenach schätze die Hälfte der Unternehmer ihre Geschäftslage positiv ein. Dies wären fast doppelt so viele wie in den anderen Regionen. „Insbesondere in den größeren Städten mit einem attraktiven kulturellen Angebot und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, profitiert die Branche von der guten wirtschaftlichen Entwicklung, der sinkenden Arbeitslosigkeit und der Zunahme des privaten Konsums“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Immer problematischer gestalte sich inzwischen die Fachkräftesituation. So blieben zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. Für die Unternehmer werde es zunehmend schwerer, geeignetes Personal zu finden. Deshalb gehe die IHK Erfurt gemeinsam mit interessierten Firmen seit dem vergangenen Herbst neue Wege bei der Gewinnung potentieller Fachkräfte. Im Rahmen des Projektes LEA (Lehrlinge aus dem europäischen Ausland) würden Jugendliche aus Ungarn, Tschechien und Polen gezielt angesprochen, um sie für eine Ausbildung in Mittel- und Nordthüringen zu gewinnen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de