Platz für Fledermäuse
Freitag, 04. Mai 2012, 10:46 Uhr
Das Symbol auf dem schweren, schwarzen Kasten zeigt unmissverständlich, wer hier bald einziehen soll: Fledermäuse. Im Rahmen eines Förderprojekts hat der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde sieben Fledermauskästen im Harzfelder Holz angebracht, die den Flugtieren vielleicht schon bald als Sommerquartier dienen können...
Jürgen Mehne vom Harzklubzweigverein Nordhausen, der Mitglied im Förderverein Karstwanderweg ist, hilft beim Anbringen der Fledermaushöhlen.
Die künstlichen Fledermaushöhlen sind besonders für paarungswillige Tiere und Weibchen mit ihren Jungtieren geeignet. Aber auch als Winterquartier könnten Fledermäuse die Kästen nutzen, auch wenn dies aufgrund der vielen Höhlen im Harzfelder Holz, die sich als natürliches Winterquartier anbieten, eher unwahrscheinlich ist, so Matthias Piontek von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises.
Die Kästen eignen sich für alle Fledermausarten und das Harzfelder Holz bietet sich als Standort an, da das Vorkommen verschiedener Arten hier bereits durch die Kontrolle der Winterquartiere in den Höhlen belegt ist, so der amtliche Naturschützer, der bei den Waldbesitzern auf großes Verständnis für das Anbringen der Fledermauskästen gestoßen ist. Bei der Auswahl der Bäume, an denen die Kästen hängen sollen, prüft Matthias Piontek auch, ob die Fledermäuse einen freien Anflug haben.
Die Tiere schlüpfen von unten in die Kästen. Für die Naturschützer wird es dadurch auch leichter, die Höhlen zu kontrollieren. Weil die Kästen unten offen sind, kann man einfach einen Spiegel darunter halten und hineinleuchten und erfährt so schon, ob der Kasten genutzt wird, auch ohne ihn aufzuklappen. Außerdem sind die Kästen sehr pflegeleicht, denn sie müssen durch die Öffnung nach unten nicht gereinigt werden, erklärt der Biologe. Um die Kästen zur späteren Kontrolle leichter wieder zu finden, hat die Untere Naturschutzbehörde die GPS-Daten der Bäume erhoben.
Solche Fledermauskästen seien eine gute Ergänzung im Platzangebot für Fledermäuse im Wald, so Matthias Piontek. In wirtschaftlich genutzten Wäldern fehlen oft alte Bäume, die beispielsweise Risse haben und sich damit als Unterschlupf für Fledermäuse anbieten.
Dies ist nicht die erste nachschutzrelevante Maßnahme, die der Karstverein in den letzten Monaten realisiert hat. Im vergangenen Jahr hat der Förderverein Karstwanderweg beispielsweise Nisthilfen für Siebenschläfer im Alten Stolberg angebracht. All diese Maßnahmen sind Bestandteil des Förderprojekts zur Entwicklung von Natur und Landschaft, kurz ENL, mit dem der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) den Karstwanderweg in Thüringen weiterentwickeln will.
Das ENL-Projekt des Vereins läuft seit 2010. Die Förderung des Landes Thüringen und der EU ermöglicht, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven den Karstwanderweg selbst, der als Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet ist, weiterzuentwickeln, aber auch die Wahrnehmung der Karstlandschaft in der Bevölkerung zu stärken. Bausteine des umfangreichen Projekts sind beispielsweise Angebote der Umweltbildung, die in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in der Grundschule Ellrich stattfinden, Informationsmedien rund um den Karstwanderweg und die Südharzer Karstlandschaft oder Hinweistafeln zu unterschiedlichen Themen am Weg, um Besucher gezielt zu sehenswerten Naturerscheinungen zu lenken und gleichzeitig naturschutzrelevante Flächen zu schonen.
Mit dem ENL-Projekt unterstützt der Förderverein Karstwanderweg auch die Weiterqualifizierung des Naturparks Südharz, mit dessen Träger, dem Südharzer Tourismusverband, der Karstverein auch im ENL-Vorhaben eng zusammenarbeitet. Noch bis nächstes Jahr wird der Förderverein Karstwanderweg verschiedene Maßnahmen umsetzen, um die Südharzer Karstlandschaft und den überregionalen Wanderweg, der durch sie hindurchführt, noch besser zu erschließen und bekannter zu machen.
Autor: nnzJürgen Mehne vom Harzklubzweigverein Nordhausen, der Mitglied im Förderverein Karstwanderweg ist, hilft beim Anbringen der Fledermaushöhlen.
Die künstlichen Fledermaushöhlen sind besonders für paarungswillige Tiere und Weibchen mit ihren Jungtieren geeignet. Aber auch als Winterquartier könnten Fledermäuse die Kästen nutzen, auch wenn dies aufgrund der vielen Höhlen im Harzfelder Holz, die sich als natürliches Winterquartier anbieten, eher unwahrscheinlich ist, so Matthias Piontek von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises.
Die Kästen eignen sich für alle Fledermausarten und das Harzfelder Holz bietet sich als Standort an, da das Vorkommen verschiedener Arten hier bereits durch die Kontrolle der Winterquartiere in den Höhlen belegt ist, so der amtliche Naturschützer, der bei den Waldbesitzern auf großes Verständnis für das Anbringen der Fledermauskästen gestoßen ist. Bei der Auswahl der Bäume, an denen die Kästen hängen sollen, prüft Matthias Piontek auch, ob die Fledermäuse einen freien Anflug haben.
Die Tiere schlüpfen von unten in die Kästen. Für die Naturschützer wird es dadurch auch leichter, die Höhlen zu kontrollieren. Weil die Kästen unten offen sind, kann man einfach einen Spiegel darunter halten und hineinleuchten und erfährt so schon, ob der Kasten genutzt wird, auch ohne ihn aufzuklappen. Außerdem sind die Kästen sehr pflegeleicht, denn sie müssen durch die Öffnung nach unten nicht gereinigt werden, erklärt der Biologe. Um die Kästen zur späteren Kontrolle leichter wieder zu finden, hat die Untere Naturschutzbehörde die GPS-Daten der Bäume erhoben.
Solche Fledermauskästen seien eine gute Ergänzung im Platzangebot für Fledermäuse im Wald, so Matthias Piontek. In wirtschaftlich genutzten Wäldern fehlen oft alte Bäume, die beispielsweise Risse haben und sich damit als Unterschlupf für Fledermäuse anbieten.
Dies ist nicht die erste nachschutzrelevante Maßnahme, die der Karstverein in den letzten Monaten realisiert hat. Im vergangenen Jahr hat der Förderverein Karstwanderweg beispielsweise Nisthilfen für Siebenschläfer im Alten Stolberg angebracht. All diese Maßnahmen sind Bestandteil des Förderprojekts zur Entwicklung von Natur und Landschaft, kurz ENL, mit dem der Förderverein Karstwanderweg Landkreis Nordhausen mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) den Karstwanderweg in Thüringen weiterentwickeln will.
Das ENL-Projekt des Vereins läuft seit 2010. Die Förderung des Landes Thüringen und der EU ermöglicht, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven den Karstwanderweg selbst, der als Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet ist, weiterzuentwickeln, aber auch die Wahrnehmung der Karstlandschaft in der Bevölkerung zu stärken. Bausteine des umfangreichen Projekts sind beispielsweise Angebote der Umweltbildung, die in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in der Grundschule Ellrich stattfinden, Informationsmedien rund um den Karstwanderweg und die Südharzer Karstlandschaft oder Hinweistafeln zu unterschiedlichen Themen am Weg, um Besucher gezielt zu sehenswerten Naturerscheinungen zu lenken und gleichzeitig naturschutzrelevante Flächen zu schonen.
Mit dem ENL-Projekt unterstützt der Förderverein Karstwanderweg auch die Weiterqualifizierung des Naturparks Südharz, mit dessen Träger, dem Südharzer Tourismusverband, der Karstverein auch im ENL-Vorhaben eng zusammenarbeitet. Noch bis nächstes Jahr wird der Förderverein Karstwanderweg verschiedene Maßnahmen umsetzen, um die Südharzer Karstlandschaft und den überregionalen Wanderweg, der durch sie hindurchführt, noch besser zu erschließen und bekannter zu machen.

