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Bündnisgrüne gegen Industriegebiet

Mittwoch, 05. November 2003, 13:40 Uhr
Nordhausen (nnz). Wirtschaftsschädigend nennen die Bündnisgrünen das Vorgehen der Stadtverwaltung und des Planungsverbandes zum Projekt Industriegebiet „Goldene Aue“. Der Standort sei nicht sorgfältig gewählt und für Industrieansiedlung unzureichend qualifiziert worden. Mehr zu den Vorwürfen mit einem Klick auf MEHR.


Fachleute und interessierte Bürger aus der Region seien in die weitreichenden Entscheidungen nicht eingebunden und Potentiale nicht genutzt worden, um zu effizienten Lösungen zu kommen. Ressourcenverschwendung betreibe die Stadtverwaltung, wenn sie wertvolle landwirtschaftliche Böden versiegelt, anstatt die Industriebrachen im Stadtumfeld zu sanieren und für Industrieansiedlungen attraktive Angebote zu gestalten, so Gisela Hartmann vom bündnisgrünen Kreisvorstand. Missbrauch von Steuergeldern liege vor, wenn Fördermittel von Bund, Land und Kommune für kurzlebige Investitionen in Anspruch genommen werden, so die einhellige Meinung der Nordhäuser Bündnisgrünen.

Es geht auch anders, meint der Nordhäuser Kreisvorstand. In Dresden siedelte sich in der Stadt mit dem VW-Konzern ein gigantisches Unternehmen auf einer Fläche von 55 ha an. Die Bedingungen wurden im beiderseitigen Interesse auf hohem Niveau ausgehandelt: z.B. Materialtransporte mit der Straßenbahn. Hier wurden Brachen genutzt und für den Tourismus ein Besuchermagnet geschaffen.

Praktische Politik bedürfe einer Vision, nicht Masse sondern Klasse bestimmen die Zukunft unserer Südharzregion ist sich der Nordhäuser Kreisverband sicher und weiter: „Qualität gewinnen wir nicht durch strukturelle Gewalt, wir erreichen sie durch Einbindung des reichlich vorhandenen Wissens, Sachverstandes von Bürgern, Verbänden und Vereinen, mittelständiger Unternehmen und Bildungseinrichtungen.“

Bündnis 90/Die Grünen wendet sich gegen auch die „ständig wiederkehrenden Attacken“ der Stadtverwaltung gegen die qualifizierte und legitime Arbeit der Bürgerinitiative „Goldene Aue“. Der Kreisvorstand verweise auf zeitgemäße Entwicklungen auch in Thüringen, wo sich bereits auf 100 ha (ca. 100 ha beträgt die vorgesehene Fläche des Industriegebietes „Goldene Aue“) landwirtschaftlicher Fläche Landwirte zu Energiewirten durch Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Raps, Hanf, Sonnenblumen u.a. umorientieren. Diese Chance werde der Landwirtschaft für alle Zeiten nach einer Versiegelung wertvoller Böden in der Goldenen Aue genommen.
Autor: nnz

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