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Barrierefreiheit ist UN-Forderung

Donnerstag, 26. April 2012, 19:41 Uhr
Der 5. Mai tritt wieder in greifbare Nähe, seit Jahren der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Auch der VdK Nordthüringen weist auf den bevorstehenden Tag hin...


Entstanden ist der Protesttag 1992 auf Initiative des Vereins Selbstbestimmt Leben, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Die Aktion Mensch hat es sich vor mittlerweile 14 Jahren zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai zu bündeln. Seit dem Jahr 2001 gehört auch der VdK-Kreisverband Nordthüringen zu den Unterstützern dieser Aktionen.

Inhalte für die Aktionen waren u. a. die Forderung nach einem Behindertengesetz im Bund und Land Thüringen, die Unterstützung der Erklärung von Barcelona "Die Stadt und die Behinderten" durch die Kommunen mit entsprechenden Beschlüssen, die Berufung von Behindertenbeauftragten in den Kommunen sowie Bildung von Behindertenvertretungen. Über die ganzen Jahre zieht sich die Forderung nach dem Abbau von Barrierieren für Menschen mit Behinderungen in Öffentlichen Anlagen und Einrichtungen durch alle Aktionen, zuletzt auf Grund der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen gar die Forderung auf Inklusion.

Es passt einfach nicht mehr in unsere Zeit, dass für Menschen mit Behinderungen "Notlösungen" geschaffen werden, damit auch sie am öffentlichen Leben teilhaben können. Deshalb heißt eine Losung der Aktionen: "Barrierefreiheit beginnt im Kopfe". Das bedeutet, dass bereits bei den Vorbereitungen für Neubauten und Sanierung von Objekten die Barrierefreiheit, ob für gehbehinderte, blinde, gehörlose oder anderweitig behinderte Menschen eine feste Größe sein muss.

Sicherlich lässt sich nicht alles sofort lösen. Gerade der Abbau von Barrieren ist oftmals aufwändig und teuer. Aber unserem Sozialverband VdK und befreundeten Behinderten- und Sozialverbänden gelang es mit diesen Aktionen viele Dankanstöße zu geben und manches zu verändern. Das beginnt damit, dass die Behindertengesetzgebung erfolgte, wenn auch manche Verbesserung noch notwendig ist. Das Landesgesetz in Thüringen wird gegenwärtig novelliert, das ist überfällig und die Landesregierung tut sich dabei recht schwer. Vielerorts gibt es erfolgreich arbeitende Behindertenbeauftragte und -vertretungen.

Sechs Orte im Kyffhäuserkreis und die Stadt Nordhausen bekannten sich zu Barcelona. Viele Veränderungen kann man beim Gang durch die Kommunen sehen. Umstritten und recht aufwändig waren die Bemühungen auch den Kyffhäuser für Menschen mit Behinderungen attraktiver zu machen. Doch nicht nur Behinderte freuen sich inzwischen über viele Veränderungen. Drei Einrichtungen im Kyffhäuserkreis wurden mit der begehrten Plakette "barrierefrei erbaut" des VdK-Landesverbandes Hessen-Thüringen ausgezeichnet. Das erste Objekt in Thüringen war das sanierte Rathaus von Bad Frankenhausen am 14. Oktober 2006. Das erwähnenswerte dabei ist, dass den Grundstein dafür der CDU-Bürgermeister Karl-Josef Ringleb gelegt hat, dann der am 22. April bestätigte 2012 Nachfolger Matthias Strejc (SPD) vollendet hat - beide Mitglied unseres Verbandes. Eigentlich könnten es schon mehr solcher ausgezeichneter Objekte im Kreis sein.

In diesem Jahr dreht sich zum Aktionstag um den 5. Mai wieder alles um das Thema Barrierefreiheit. Denn Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft. Das macht auch Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen deutlich. Er verpflichtet alle Vertragsstaaten dazu, geeignete Maßnahmen zu treffen, um Hindernisse und Zugangsbarrieren zu beseitigen. Höhepunkt wird eine zentrale Veranstaltung des VdK-Kreisverbandes Nordthüringen und seiner Partner am 12. Mai im BIC Sondershausen, zu der neben anderen Persönlichkeiten auch der Behindertenbeauftragte Thüringens Dr. Paul Brockhausen erwartet wird.

Durch die Ortsverbände des VdK-Kreisverbandes werden darüber hinaus weitere 12 von der Aktion Mensch geförderte Veranstaltungen in den Kommunen organisiert, darunter drei Veranstaltungen im Kreis Nordhausen.
VdK-Kreisvorstand Nordthüringen
Autor: khh

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