Erinnerung an Deportation
Montag, 23. April 2012, 14:40 Uhr
Im Mai 1942, vor 70 Jahren, begannen in Thüringen die Deportationen der jüdischen Bürgerinnen und Bürger. Wie überall im Deutschen Reich waren sie nach Kriegsbeginn 1939 gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in Judenhäusern unter schlechten Bedingungen zu leben – so auch in Nordhausen...
Der Siechenhof in Nordhausen
Am 9. Mai 1942 mussten sich Dutzende Nordhäuser Juden im Siechenhof einfinden. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Belzyce verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kinder aus Thüringen wurden in Belzyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet.
Im Sommer und Herbst 1942 folgten weitere Transporte in Ghettos und Konzentrationslager im besetzten Polen und in Tschechien. Kaum einer der Deportierten hat überlebt.
Moderiert von Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner erwarten die Gäste zwei Vorträge: Dr. Manfred Schröter (Nordhausen) wird von der schrittweisen Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung der Nordhäuser Juden bis in das Frühjahr 1942 berichten. Anschließend hält der polnische Historiker Wieslaw Wysok (Gedenkstätte Majdanek) einen Vortrag über die Ermordung der Thüringer Juden im Ghetto Belzyce und im KZ Majdanek.
Gäste sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen; der Eintritt ist frei (Beginn: 19 Uhr, Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, Nordhausen).
Autor: nnzDer Siechenhof in Nordhausen
Am 9. Mai 1942 mussten sich Dutzende Nordhäuser Juden im Siechenhof einfinden. Mit dem Zug wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Belzyce verschleppt. Fast alle der 513 Männer, Frauen und Kinder aus Thüringen wurden in Belzyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet.
Im Sommer und Herbst 1942 folgten weitere Transporte in Ghettos und Konzentrationslager im besetzten Polen und in Tschechien. Kaum einer der Deportierten hat überlebt.
Gedenken verlangt Denken
Anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen hat sich in Thüringen ein breites Netzwerk gebildet, um mit diversen Veranstaltungen der ermordeten Thüringer Juden zu gedenken und sich mit Ursachen und Folgen der NS-Verbrechen inhaltlich auseinander zu setzen. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe laden die Landeszentrale für Politische Bildung, die Stadt Nordhausen und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora für Mittwoch, den 2. Mai 2012 um 19 Uhr in das Museum Tabakspeicher ein.Moderiert von Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner erwarten die Gäste zwei Vorträge: Dr. Manfred Schröter (Nordhausen) wird von der schrittweisen Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung der Nordhäuser Juden bis in das Frühjahr 1942 berichten. Anschließend hält der polnische Historiker Wieslaw Wysok (Gedenkstätte Majdanek) einen Vortrag über die Ermordung der Thüringer Juden im Ghetto Belzyce und im KZ Majdanek.
Gäste sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen; der Eintritt ist frei (Beginn: 19 Uhr, Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, Nordhausen).

