"Dass nichts bleibt, wie es war!"
Donnerstag, 19. April 2012, 16:00 Uhr
Gestern stellte die Festivalleitung in Rudolstadt das Programm des diesjährigen Tanz & Folk Fest, kurz tff, der Presse vor. Was es Neues gibt in der 22. Auflage des größten deutschen Weltmusikfestivals erfuhr Olaf Schulze, der für die nnz vor Ort war.
Mit einem Hannes-Wader-Zitat eröffnete Programmplaner Bernhard Hanneken seinen Ausblick auf das erste Juli-Wochenende in der ostthüringischen Resdidenzstadt. Und dass nichts blieb, wie es war macht schon seit Jahren einen großen Teil des Erfolges dieser internationalen Folkmusikschau aus. Die zahlreichen Fans des Festivals dankten es den rührigen Organisatoren mit immer neuen Besucherrekorden in den vergangenen Jahren. Nun aber fragen sie, wie die Auswahl für das Gastland des Jahres auf China fiel und vor allem wer die teilnehmenden Musiker aussuchte. Hanneken erläuterte, wie der Kontakt über einen in Peking lebenden deutschen Musiker hergestellt wurde und dass nicht die Wünsche der kommunistischen Regierung, sondern die der deutschen Festivalveranstalter letztendlich erfüllt wurden.
Rudolstadts Bürgermeister Reichl begrüßt die Pressevertreter, flankiert von Kulturamtsleiterin Rottschalk, Festival-Pressesprecher Böhm (li) und Festivaldirektor Doberenz (re)
Flankiert wird die interessante Schau chinesischer Musik von uigurischen und tiebetanischen Musikern sowie von in Europa lebenden Exil-Chinesen. Weil es in Deutschland viele Fragen und wenig fundiertes Wissen über die Musik in der Volksrepublik gibt, wird einen ganzen Tag lang in Foren, Kolloquien und Vorträgen in der Rudolstädter Bibliothek zu diesem Thema referiert. Diese kleine Spielstätte wird dabei erstmals von den Thüringer Bürgersendern betreut, die auch alle Veranstaltungen mitschneiden werden.
Headliner des tff '12 sind mit Sicherheit die Amerikaner John Hiatt (Eröffnungskonzert am 5. Juli im Heinepark) und Bluegrass-Star Alison Krauss mit Band. Aber auch Dota & Die Stadtpiraten oder als Abschlusskonzert am Sonntag, 8. Juli der deutsche Reggae-Papst Gentleman haben das Potential dazu. Chumbawamba kommen aus England, Ungarns Legende Nikola Parov mit der jungen Sängerin Herckú Àgnes, Woody Sez aus den USA huldigen dem Urvater der amerikanischen Folkmusik Woody Guthrie, der in diesem Jahr 100. Geburtstag hätte.
Vor Plakat und OKN-Mikrofon: Programmdirektor Bernhard Hanneken
Das magische Instrument des Jahres, die Konzertina bietet vielfältige musikalische Möglichkeiten und beschert uns bspw. den irischen Ausnahmekünstler Holly Geraghty. Die Weltmusikpreisträger versprechen höchste Qualität: Hannes Wader spielt am Samstagnachmittag ein 90minütiges Konzert auf dem Schlosshof der Heidecksburg. Die österreichischen Strottern nehmen den Preis ebenso mit der Gegenleistung eines Konzertes in Empfang wie das deutsch-spanische Ensemble Al Andaluz Project.
Die Vielfalt des Festivals ist wieder einmal erfreulich und frustrierend zugleich. Niemand wird es schaffen, sich an diesem Wochenende alles anzusehen, was er gern sehen und vor allem hören möchte. Kareyce Fotso aus Kamerun könnte sich ebenso schnell zum Geheimtipp entwickeln wie Shantel & Bucovina Club Orkestar oder das finnische Oberton-Gesangsduo Skaidi. Und vielleicht können ja auch die genialen Pigor & Eichhorn das tff nutzen, um ihrer Popularität weiter zu erhöhen. Da kann ich auf you tube schon einmal den Beitrag "Nieder mit IT" dringend empfehlen.
Auch der Vater dieser wilden Folkies, der Leipziger Musiker und Grafiker Jürgen B. Wolff erhält in diesem Jahr eine RUTH für seine grafischen Arbeiten
Hart umkämpft ist wieder der Gesamtetat von knapp 1,9 Mio Euro für das Festival, denn die Zuwendungen der öffentlichen Hand werden knapper und die Kosten für Technik oder GEMA steigen munter weiter. Umso schöner, dass die großen Sponsoren der letzten Jahre auch 2012 treu zur Folkfahne halten. Erstmalig gibt es die Dauerkarten schon seit der Vorweihnachtszeit mit dem schönen Effekt, dass schon 2.700 Stück abgesetzt sind. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 15% aller Dauertickets.
Mit dem Schallhaus im Schlossgarten präsentiert sich eine neue, exklusive Spielstätte und mit Woody Sez ein Theaterprojekt,das zwei variierende Aufführungen zeigen wird.
Bleibt zum guten Schluss dieses ersten Eindrucks vom 2012er tff nur noch, sich der Hoffnung der Macher anzuschließen, sich vom 5.-8. Juli in einem Sommerfestival zu befinden. Letztes Jahr wurden am Festivalsamstag um 12 Uhr 9°C in Rudolstadt gemessen. Das haben die fleißigen Vorbereiter, Musiker und ihre Gäste echt nicht verdient.
Weiterführende Informationen zum tff gibt es auf der sehr guten Homepage tff-rudolstadt.de
Autor: nnzMit einem Hannes-Wader-Zitat eröffnete Programmplaner Bernhard Hanneken seinen Ausblick auf das erste Juli-Wochenende in der ostthüringischen Resdidenzstadt. Und dass nichts blieb, wie es war macht schon seit Jahren einen großen Teil des Erfolges dieser internationalen Folkmusikschau aus. Die zahlreichen Fans des Festivals dankten es den rührigen Organisatoren mit immer neuen Besucherrekorden in den vergangenen Jahren. Nun aber fragen sie, wie die Auswahl für das Gastland des Jahres auf China fiel und vor allem wer die teilnehmenden Musiker aussuchte. Hanneken erläuterte, wie der Kontakt über einen in Peking lebenden deutschen Musiker hergestellt wurde und dass nicht die Wünsche der kommunistischen Regierung, sondern die der deutschen Festivalveranstalter letztendlich erfüllt wurden.
Rudolstadts Bürgermeister Reichl begrüßt die Pressevertreter, flankiert von Kulturamtsleiterin Rottschalk, Festival-Pressesprecher Böhm (li) und Festivaldirektor Doberenz (re)
Flankiert wird die interessante Schau chinesischer Musik von uigurischen und tiebetanischen Musikern sowie von in Europa lebenden Exil-Chinesen. Weil es in Deutschland viele Fragen und wenig fundiertes Wissen über die Musik in der Volksrepublik gibt, wird einen ganzen Tag lang in Foren, Kolloquien und Vorträgen in der Rudolstädter Bibliothek zu diesem Thema referiert. Diese kleine Spielstätte wird dabei erstmals von den Thüringer Bürgersendern betreut, die auch alle Veranstaltungen mitschneiden werden.
Headliner des tff '12 sind mit Sicherheit die Amerikaner John Hiatt (Eröffnungskonzert am 5. Juli im Heinepark) und Bluegrass-Star Alison Krauss mit Band. Aber auch Dota & Die Stadtpiraten oder als Abschlusskonzert am Sonntag, 8. Juli der deutsche Reggae-Papst Gentleman haben das Potential dazu. Chumbawamba kommen aus England, Ungarns Legende Nikola Parov mit der jungen Sängerin Herckú Àgnes, Woody Sez aus den USA huldigen dem Urvater der amerikanischen Folkmusik Woody Guthrie, der in diesem Jahr 100. Geburtstag hätte.
Vor Plakat und OKN-Mikrofon: Programmdirektor Bernhard Hanneken
Das magische Instrument des Jahres, die Konzertina bietet vielfältige musikalische Möglichkeiten und beschert uns bspw. den irischen Ausnahmekünstler Holly Geraghty. Die Weltmusikpreisträger versprechen höchste Qualität: Hannes Wader spielt am Samstagnachmittag ein 90minütiges Konzert auf dem Schlosshof der Heidecksburg. Die österreichischen Strottern nehmen den Preis ebenso mit der Gegenleistung eines Konzertes in Empfang wie das deutsch-spanische Ensemble Al Andaluz Project.
Die Vielfalt des Festivals ist wieder einmal erfreulich und frustrierend zugleich. Niemand wird es schaffen, sich an diesem Wochenende alles anzusehen, was er gern sehen und vor allem hören möchte. Kareyce Fotso aus Kamerun könnte sich ebenso schnell zum Geheimtipp entwickeln wie Shantel & Bucovina Club Orkestar oder das finnische Oberton-Gesangsduo Skaidi. Und vielleicht können ja auch die genialen Pigor & Eichhorn das tff nutzen, um ihrer Popularität weiter zu erhöhen. Da kann ich auf you tube schon einmal den Beitrag "Nieder mit IT" dringend empfehlen.
Auch der Vater dieser wilden Folkies, der Leipziger Musiker und Grafiker Jürgen B. Wolff erhält in diesem Jahr eine RUTH für seine grafischen Arbeiten
Hart umkämpft ist wieder der Gesamtetat von knapp 1,9 Mio Euro für das Festival, denn die Zuwendungen der öffentlichen Hand werden knapper und die Kosten für Technik oder GEMA steigen munter weiter. Umso schöner, dass die großen Sponsoren der letzten Jahre auch 2012 treu zur Folkfahne halten. Erstmalig gibt es die Dauerkarten schon seit der Vorweihnachtszeit mit dem schönen Effekt, dass schon 2.700 Stück abgesetzt sind. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 15% aller Dauertickets.
Mit dem Schallhaus im Schlossgarten präsentiert sich eine neue, exklusive Spielstätte und mit Woody Sez ein Theaterprojekt,das zwei variierende Aufführungen zeigen wird.
Bleibt zum guten Schluss dieses ersten Eindrucks vom 2012er tff nur noch, sich der Hoffnung der Macher anzuschließen, sich vom 5.-8. Juli in einem Sommerfestival zu befinden. Letztes Jahr wurden am Festivalsamstag um 12 Uhr 9°C in Rudolstadt gemessen. Das haben die fleißigen Vorbereiter, Musiker und ihre Gäste echt nicht verdient.
Weiterführende Informationen zum tff gibt es auf der sehr guten Homepage tff-rudolstadt.de



