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Zweiter Versuch

Freitag, 31. Oktober 2003, 08:48 Uhr
Nordhausen(nnz). Durch einen Formfehler war die Wahl des SPD Wahlkreiseskandidaten für die Landtagswahl gescheitert. Gestern Abend fand in der Finkenburg eine erneute Wahl statt. Wie die ausging sagt Ihnen wie immer Ihre nnz.


Wieninger Freie und geheime Wahlen sind ein Privileg der Demokratie, das wahrscheinlich niemand mehr missen möchte. Aber nicht nur wählen gehen macht Politik, wichtig sind auch gute Kandidaten. Bei der SPD galt es sich für Andreas Wieninger, einen Betriebsrat der DB-Regio Thüringen, oder Manfred Breitrück, der bei der Barmer tägig ist, zu entscheiden. Die beiden Männer hatten auch beim vorigen Versuch zur Wahl gestanden. Weitere Kandidaten gab es keine.

Breitrücks Schwerpunkt liegt in der Bundespolitik und natürlich im Bereich des Gesundheitswesens. Die Reformen begrüßt er, da sie sozialdemokratische Handschrift tragen würden. Wieninger äußerte sich eher zu regionalen Themen wie Tourismusförderung und Gipsabbau.

Die Wahlberechtigten baten um eine Aussprache und stellten den Kandidaten Fragen. Vor allem Manfred Breitrück sollte Stellung beziehen, warum er mehr zur Politik der Bundesregierung sagte, als zu seinen Vorhaben für den Fall, daß er den Wahlkreis im Landtag vertritt. Er meinte, die Reformen seinen nun einmal das bestimmende Element. Die Wahlen in Brandenburg hätten dies gezeigt. Sicher hätten die Kollegen dort eine gute Landespolitik gemacht, aber die Bürger straften sie trotzdem ab für das Vorgehen der Regierungskoalition.

Dann ging es zur Abstimmung. 41 Wahlberechtigte sollten in geheimer Wahl ihre Stimme abgeben. 19 SPD Mitglieder entschieden sich für Wieninger, einer enthielt sich der Stimme. Damit wird Manfred Breitrück mit 21 Stimmen sich für die Nordhäuser einsetzen, wenn er gegen den Kandidaten der CDU, Dr. Klaus Zeh, gewinnt.

Breitrück Wieninger, als knapper Verlierer, kam gemeinsam mit Holger Grimm als Kandidat auf die Landesliste. Bei dieser Wahl entschieden sich 30 Stimmberechtigte für Grimm und 28 für Wieninger. Für alle die sich jetzt wundern, daß das 58 Stimmen sind, man durfte auch beide Kandidaten wählen.

Zum Abschluß der Veranstaltung erhielt Manfred Breitrück noch einmal das Wort. Er dankte allen für die Wahl. Man habe die Qualität der Kandidaten ähnlich eingeschätzt, deswegen sei ein derart knappes Ergebnis erzielt worden. Außerdem versprach er zügig ein Wahlkampfteam zu bilden und bat alle SPD Mitglieder um ihre Unterstützung. Man habe jetzt alle Hände voll zu tun, aber er wolle das anpacken. Jetzt kann der Gewählte endlich loslegen, das hätte er ohne den Formfehler auch schon vor einem Monat gekonnt.
Autor: wf

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