Menschenbilder (33)
Montag, 02. April 2012, 06:45 Uhr
Der Nordhäuser Autor Bodo Schwarzberg wird den im Dezember 2011 erschienenen ersten Band der Reihe "Menschenbilder aus der Harz- und Kyffhäuserregion" durch einen zweiten Band ergänzen, der im kommenden Jahr mit wiederum rund 200 Texten erscheint...
Mühlweg 51
99734 Nordhausen OT Rodishain
Telefon: (03 46 53) 3 48
Internet: www.wolfsmühle.de
Unser Ziel war es immer, die Wolfsmühle, so wie wir sie von den Eltern übernommen haben, zu erhalten, und weiter auszubauen. Sie ist das Zentrum unserer Familie und hier sollen sich unsere Gäste wohl fühlen, sagt Doris Hempel, die das historische Ensemble gemeinsam mit ihrem Ehemann als Ferienhotel, Gaststätte und mit einem auf dem Grundstück befindlichen Campingplatz führt.
Den Satz Eigentum verpflichtet, hat die am 22.2.1956 in Rodishain geborene Unternehmerin zu ihrem Lebensmotto erkoren. Die Bedeutung dieser Weisheit wird vor allem dann verständlich, wenn man sich mit dem Einsatz ihrer Eltern und Großeltern für die Wolfsmühle beschäftigt.
Sie wurde im Jahre 1881 von dem Rodishainer Bürger Wolf gekauft, der sie zu einer so genannten Lohn- und Handelsmühle ausbaute. In ihr mahlte er das Korn zu Mehl, welches dann den Bäckern im Umkreis zur Herstellung ihrer Produkte diente. Der Urgroßvater der heutigen Inhaberin, Robert Prenzel, stammte aus Schlesien und heiratete die Steigerthalerin Friederieke Dorel. Durch die Heirat wurde die Familie im Südharz ansässig.
1918 übernahm Müllermeister Julius Prenzel, der Großvater von Doris Hempel, die Wolfsmühle und führte sie gemeinsam mit seiner Ehefrau bis zum Jahre 1949. Sein Sohn Otto Prenzel musste elf Jahre seiner Lebenszeit der Wehrmacht und damit dem Zweiten Weltkrieg opfern und stand der Mühle zwischen 1949 und 1964 vor. Dass die Prenzels schon seit der Generation des Großvaters neben dem Müllerhandwerk auch noch Vieh- und Landwirtschaft betrieben, sollte sich während der DDR-Zeit als rettender Glücksfall erweisen.
Insbesondere züchtete die Familie, die dem Zuchtverband Harz angehörte, die heute fast ausgestorbene alte Harzer Rinderrasse Höhenvieh (oder Rotvieh), deren Tiere sie auch weit außerhalb der thüringischen Landesgrenzen mit Erfolg verkaufte.
Der Enteignungswelle während der DDR-Zeit entging Otto Prenzel nur knapp, weil er die Wolfsmühle 1964 in ein Kinderferienlager und Betriebsferienheim umfunktionierte, das dem damaligen Ministerium für Außenhandel in Berlin unterstellt war. Dabei scheute das Ministerium über all die Jahre keine Mühe, um den Prenzels ihren Besitz abzukaufen. Das Private war ihm schlichtweg ein Dorn im Auge.
Der Vater von Doris Hempel erhielt für die Nutzung als Ferienobjekt eine Pacht, auf die er noch 33 Prozent Steuern zu entrichten hatte. Daher blieb ihm zu wenig übrig, um Haus und Hof in Ordnung zu halten. Nur auf Grund der familieneigenen Landwirtschaft gelang es ihm, die hierfür notwendigen Mittel aufzubringen, sagt Doris Hempel. Otto Prenzel und seine Ehefrau Emmi waren beim Ministerium angestellt und vermieden gegenüber den Gästen stets politische Themen, um ihren Besitz nicht zu gefährden. Denn Angst vor Enteignung hatten sie seit 1964, als sie ihr nur ganz knapp entgingen, über all die Jahre bis zur Wende. Ihre Verwandten aus der damaligen Bundesrepublik durften daher nur in der urlauberfreien Zeit zu Besuch in die Wolfsmühle kommen.
Das Ferienlager wurde rege genutzt. Im Sommer gab es drei jeweils dreiwöchige Durchgänge und während der Winterferien noch einmal zwei mit jeweils rund 70 Kindern.
Besonders problematisch war für die Prenzels die Beschaffung des so dringend benötigten Baumaterials zur Erhaltung der Wolfsmühle. Zuteilungen von staatlicher Seite erhielten sie nicht. Alles musste der Vater von Doris Hempel über seine Kontakte organisieren. Dennoch gelang es ihm, den ehemaligen Geräteschuppen der Mühle zu einem Komplex mit Zimmern für die Kinder und die Scheune zum Speisesaal umzubauen. Ein öffentlicher Gaststättenbetrieb war der Familie laut Pachtvertrag übrigens untersagt. Weil sie Gurken, Tomaten und Obst selbst anbauten, konnten sie ihren Gästen bereits zu Ostern diese ansonsten sehr raren Produkte anbieten.
Doris Hempel besuchte die POS Rottleberode und machte anschließend an der EOS Ballenstedt, einer Schule mit angegliedertem Internat, Abitur. Als technikinteressierte junge Frau studierte sie anschließend an der Fachschule für Fahrzeug- und Verkehrswesen in Plauen Betriebswirtschaft und arbeitete anschließend, von 1974 bis 1977, im VEB Fluss- und Schwerspat Rottleberode, Abteilung Arbeit und Lohn. Diese Tätigkeit hat mir Spaß gemacht. Der Bergbau faszinierte mich auch auf Grund der besonderen Mentalität der Bergleute, denkt sie zurück.
Bereits 1975 hatte sie ihren heutigen Ehemann Jost-Ulrich Hempel geheiratet. Gemeinsam mit ihm übernahm sie neun Jahre später die Wolfsmühle als beim Ministerium für Außenhandel angestellte Wirtschaftsleiter, weil sich ihre Eltern zur Ruhe setzen wollten. Es gab für meinen Vater nichts Wichtigeres im Leben als das Haus, auch weil er so lange um seinen Besitz gekämpft hat. Wir haben diesen Schritt ihnen zuliebe getan, betont sie.
Mitte der 80-er Jahre sah sich die Familie zu einem nachhaltigen Schritt gezwungen, um den baulichen Zustand der Wolfsmühle weiter erhalten zu können: Sie kündigte den mit dem Ministerium für Außenhandel bestehenden Pachtvertrag und schloss mit dem VEB Kraftverkehr Halle einen neuen: Wir brauchten einen Betrieb als Vertragspartner, über den wir leichter an das dringend benötigte Baumaterial herankommen konnten. Das aber war über das Ministerium einfach nicht möglich gewesen, sagt die Inhaberin.
Dennoch standen sie und ihr Ehemann der Wende nicht zu 100 Prozent euphorisch gegenüber. Denn die Frage, ob sie in der Marktwirtschaft würden bestehen können, musste erst noch beantwortet werden.
Das Paar baute ihre Wolfsmühle in den ersten Jahren der neuen Zeit massiv um und aus. Aber stets nur in dem Maße, wie wir es aus eigener Tasche bezahlen konnten sowie mit überschaubaren Finanzierungen, betont Doris Hempel. Dieser Prozess dauert übrigens bis zum heutigen Tage an. Alle 31 Zimmer verfügen über WC und Dusche und in der ersten Etage des Haupthauses entstand ein gemütliches Restaurant. Die Hotelzimmer befinden sich im Haupthaus und im separaten Appartementhaus nebenan. Zudem verfügt die Wolfsmühle heute über zwei Tagungsräume. Auf an das ursprüngliche Grundstück angrenzenden, ehemals an die LPG verpachteten Flächen etablierte die Familie einen Campingplatz mit 60 Stellplätzen für Wohnmobile.
An die frühere Funktion des Objektes als Mühle erinnert seit 1994 ein Wasserrad, das von Otto Prenzel errichtet wurde, und sich durch die Kraft eines kleinen Baches bis heute dreht.
Doris Hempel kennzeichnet die Wolfsmühle als ein an die Region angepasstes Hotel mit gehobener Gastronomie. Dabei spricht sie sich gegen die Verleihung von in der Branche üblichen Sternen zur Kennzeichnung der Qualität aus. Wir bekommen die Sterne von unseren Gästen verliehen. Das ist uns tausendmal wichtiger, sagt sie. Die Küche des Hauses wird von regionalen Gerichten geprägt. Das angebotene Wild bezieht das Haus direkt von einem Harzer Jagdpächter.
Zu ihren Mitbürgern in Rodishain pflegen die Hempels einen hervorragenden Kontakt: Sie akzeptieren uns und unseren Weg, weil sie sehen, wie hart wir, stets sieben Tage pro Woche, arbeiten, sagt sie. Nur zweimal jährlich gönnen sich Doris und Jost-Ulrich Hempel für jeweils acht Tage einen kleinen Urlaub.
Die Inhaber der Wolfsmühle sind die Eltern von Robert (33) und Friederieke Hempel (26). Die Zukunft des Ferienhotels Wolfsmühle als Familienbetrieb ist übrigens gesichert. Robert Hempel wird die Wolfsmühle später weiterführen. Er gewann in verschiedenen westdeutschen Einrichtungen der gehobenen Gastronomie zehn Jahre lang zukunftsweisende Erfahrungen und ist seit 2008 die rechte Hand seiner Eltern vor Ort in Rodishain.
Zugleich ließ er die lange Tradition der Rinderzucht in der Familie wieder aufleben: Gegenwärtig hält er fünf Tiere der Rasse Galloway mit dem erklärten Ziel, eine kleine Herde aufzubauen. Das Fleisch der Tiere wird der Selbstversorgung der Familie und der Gäste der Wolfsmühle dienen.
Das Wichtigste: Er fühlt sich der Philosophie seiner Eltern, die auch jene seiner Großeltern war, von ganzem Herzen verpflichtet.
Mit der Veröffentlichung des 33. Textes aus dem ersten Band wird die Reihe "Menschenilder" in der nnz fortgesetzt. Die insgesamt zu den Texten gehörenden mehr als 1.000 Bilder und Dokumente jedoch werden nicht online gestellt. Auch weil etwa die Hälfte der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner des Autors einer Veröffentlichung ihres Textes in der nnz nicht zugestimmt haben, verweist er Interessenten am Gesamtwerk auf die angegebenen Bezugsmöglichkeiten für das Buch.
Das Buch wurde von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt. Kommentare sind nicht erwünscht.
Das Buch gibt es auch zu kaufen: Im Autohaus Peter sowie im Nordhäuser Buchhaus Rose
Autor: nnzDoris Hempel
Ferienhotel WolfsmühleMühlweg 51
99734 Nordhausen OT Rodishain
Telefon: (03 46 53) 3 48
Internet: www.wolfsmühle.de
Unser Ziel war es immer, die Wolfsmühle, so wie wir sie von den Eltern übernommen haben, zu erhalten, und weiter auszubauen. Sie ist das Zentrum unserer Familie und hier sollen sich unsere Gäste wohl fühlen, sagt Doris Hempel, die das historische Ensemble gemeinsam mit ihrem Ehemann als Ferienhotel, Gaststätte und mit einem auf dem Grundstück befindlichen Campingplatz führt.
Den Satz Eigentum verpflichtet, hat die am 22.2.1956 in Rodishain geborene Unternehmerin zu ihrem Lebensmotto erkoren. Die Bedeutung dieser Weisheit wird vor allem dann verständlich, wenn man sich mit dem Einsatz ihrer Eltern und Großeltern für die Wolfsmühle beschäftigt.
Sie wurde im Jahre 1881 von dem Rodishainer Bürger Wolf gekauft, der sie zu einer so genannten Lohn- und Handelsmühle ausbaute. In ihr mahlte er das Korn zu Mehl, welches dann den Bäckern im Umkreis zur Herstellung ihrer Produkte diente. Der Urgroßvater der heutigen Inhaberin, Robert Prenzel, stammte aus Schlesien und heiratete die Steigerthalerin Friederieke Dorel. Durch die Heirat wurde die Familie im Südharz ansässig.
1918 übernahm Müllermeister Julius Prenzel, der Großvater von Doris Hempel, die Wolfsmühle und führte sie gemeinsam mit seiner Ehefrau bis zum Jahre 1949. Sein Sohn Otto Prenzel musste elf Jahre seiner Lebenszeit der Wehrmacht und damit dem Zweiten Weltkrieg opfern und stand der Mühle zwischen 1949 und 1964 vor. Dass die Prenzels schon seit der Generation des Großvaters neben dem Müllerhandwerk auch noch Vieh- und Landwirtschaft betrieben, sollte sich während der DDR-Zeit als rettender Glücksfall erweisen.
Insbesondere züchtete die Familie, die dem Zuchtverband Harz angehörte, die heute fast ausgestorbene alte Harzer Rinderrasse Höhenvieh (oder Rotvieh), deren Tiere sie auch weit außerhalb der thüringischen Landesgrenzen mit Erfolg verkaufte.
Der Enteignungswelle während der DDR-Zeit entging Otto Prenzel nur knapp, weil er die Wolfsmühle 1964 in ein Kinderferienlager und Betriebsferienheim umfunktionierte, das dem damaligen Ministerium für Außenhandel in Berlin unterstellt war. Dabei scheute das Ministerium über all die Jahre keine Mühe, um den Prenzels ihren Besitz abzukaufen. Das Private war ihm schlichtweg ein Dorn im Auge.
Der Vater von Doris Hempel erhielt für die Nutzung als Ferienobjekt eine Pacht, auf die er noch 33 Prozent Steuern zu entrichten hatte. Daher blieb ihm zu wenig übrig, um Haus und Hof in Ordnung zu halten. Nur auf Grund der familieneigenen Landwirtschaft gelang es ihm, die hierfür notwendigen Mittel aufzubringen, sagt Doris Hempel. Otto Prenzel und seine Ehefrau Emmi waren beim Ministerium angestellt und vermieden gegenüber den Gästen stets politische Themen, um ihren Besitz nicht zu gefährden. Denn Angst vor Enteignung hatten sie seit 1964, als sie ihr nur ganz knapp entgingen, über all die Jahre bis zur Wende. Ihre Verwandten aus der damaligen Bundesrepublik durften daher nur in der urlauberfreien Zeit zu Besuch in die Wolfsmühle kommen.
Das Ferienlager wurde rege genutzt. Im Sommer gab es drei jeweils dreiwöchige Durchgänge und während der Winterferien noch einmal zwei mit jeweils rund 70 Kindern.
Besonders problematisch war für die Prenzels die Beschaffung des so dringend benötigten Baumaterials zur Erhaltung der Wolfsmühle. Zuteilungen von staatlicher Seite erhielten sie nicht. Alles musste der Vater von Doris Hempel über seine Kontakte organisieren. Dennoch gelang es ihm, den ehemaligen Geräteschuppen der Mühle zu einem Komplex mit Zimmern für die Kinder und die Scheune zum Speisesaal umzubauen. Ein öffentlicher Gaststättenbetrieb war der Familie laut Pachtvertrag übrigens untersagt. Weil sie Gurken, Tomaten und Obst selbst anbauten, konnten sie ihren Gästen bereits zu Ostern diese ansonsten sehr raren Produkte anbieten.
Doris Hempel besuchte die POS Rottleberode und machte anschließend an der EOS Ballenstedt, einer Schule mit angegliedertem Internat, Abitur. Als technikinteressierte junge Frau studierte sie anschließend an der Fachschule für Fahrzeug- und Verkehrswesen in Plauen Betriebswirtschaft und arbeitete anschließend, von 1974 bis 1977, im VEB Fluss- und Schwerspat Rottleberode, Abteilung Arbeit und Lohn. Diese Tätigkeit hat mir Spaß gemacht. Der Bergbau faszinierte mich auch auf Grund der besonderen Mentalität der Bergleute, denkt sie zurück.
Bereits 1975 hatte sie ihren heutigen Ehemann Jost-Ulrich Hempel geheiratet. Gemeinsam mit ihm übernahm sie neun Jahre später die Wolfsmühle als beim Ministerium für Außenhandel angestellte Wirtschaftsleiter, weil sich ihre Eltern zur Ruhe setzen wollten. Es gab für meinen Vater nichts Wichtigeres im Leben als das Haus, auch weil er so lange um seinen Besitz gekämpft hat. Wir haben diesen Schritt ihnen zuliebe getan, betont sie.
Mitte der 80-er Jahre sah sich die Familie zu einem nachhaltigen Schritt gezwungen, um den baulichen Zustand der Wolfsmühle weiter erhalten zu können: Sie kündigte den mit dem Ministerium für Außenhandel bestehenden Pachtvertrag und schloss mit dem VEB Kraftverkehr Halle einen neuen: Wir brauchten einen Betrieb als Vertragspartner, über den wir leichter an das dringend benötigte Baumaterial herankommen konnten. Das aber war über das Ministerium einfach nicht möglich gewesen, sagt die Inhaberin.
Dennoch standen sie und ihr Ehemann der Wende nicht zu 100 Prozent euphorisch gegenüber. Denn die Frage, ob sie in der Marktwirtschaft würden bestehen können, musste erst noch beantwortet werden.
Das Paar baute ihre Wolfsmühle in den ersten Jahren der neuen Zeit massiv um und aus. Aber stets nur in dem Maße, wie wir es aus eigener Tasche bezahlen konnten sowie mit überschaubaren Finanzierungen, betont Doris Hempel. Dieser Prozess dauert übrigens bis zum heutigen Tage an. Alle 31 Zimmer verfügen über WC und Dusche und in der ersten Etage des Haupthauses entstand ein gemütliches Restaurant. Die Hotelzimmer befinden sich im Haupthaus und im separaten Appartementhaus nebenan. Zudem verfügt die Wolfsmühle heute über zwei Tagungsräume. Auf an das ursprüngliche Grundstück angrenzenden, ehemals an die LPG verpachteten Flächen etablierte die Familie einen Campingplatz mit 60 Stellplätzen für Wohnmobile.
An die frühere Funktion des Objektes als Mühle erinnert seit 1994 ein Wasserrad, das von Otto Prenzel errichtet wurde, und sich durch die Kraft eines kleinen Baches bis heute dreht.
Doris Hempel kennzeichnet die Wolfsmühle als ein an die Region angepasstes Hotel mit gehobener Gastronomie. Dabei spricht sie sich gegen die Verleihung von in der Branche üblichen Sternen zur Kennzeichnung der Qualität aus. Wir bekommen die Sterne von unseren Gästen verliehen. Das ist uns tausendmal wichtiger, sagt sie. Die Küche des Hauses wird von regionalen Gerichten geprägt. Das angebotene Wild bezieht das Haus direkt von einem Harzer Jagdpächter.
Zu ihren Mitbürgern in Rodishain pflegen die Hempels einen hervorragenden Kontakt: Sie akzeptieren uns und unseren Weg, weil sie sehen, wie hart wir, stets sieben Tage pro Woche, arbeiten, sagt sie. Nur zweimal jährlich gönnen sich Doris und Jost-Ulrich Hempel für jeweils acht Tage einen kleinen Urlaub.
Die Inhaber der Wolfsmühle sind die Eltern von Robert (33) und Friederieke Hempel (26). Die Zukunft des Ferienhotels Wolfsmühle als Familienbetrieb ist übrigens gesichert. Robert Hempel wird die Wolfsmühle später weiterführen. Er gewann in verschiedenen westdeutschen Einrichtungen der gehobenen Gastronomie zehn Jahre lang zukunftsweisende Erfahrungen und ist seit 2008 die rechte Hand seiner Eltern vor Ort in Rodishain.
Zugleich ließ er die lange Tradition der Rinderzucht in der Familie wieder aufleben: Gegenwärtig hält er fünf Tiere der Rasse Galloway mit dem erklärten Ziel, eine kleine Herde aufzubauen. Das Fleisch der Tiere wird der Selbstversorgung der Familie und der Gäste der Wolfsmühle dienen.
Das Wichtigste: Er fühlt sich der Philosophie seiner Eltern, die auch jene seiner Großeltern war, von ganzem Herzen verpflichtet.
Mit der Veröffentlichung des 33. Textes aus dem ersten Band wird die Reihe "Menschenilder" in der nnz fortgesetzt. Die insgesamt zu den Texten gehörenden mehr als 1.000 Bilder und Dokumente jedoch werden nicht online gestellt. Auch weil etwa die Hälfte der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner des Autors einer Veröffentlichung ihres Textes in der nnz nicht zugestimmt haben, verweist er Interessenten am Gesamtwerk auf die angegebenen Bezugsmöglichkeiten für das Buch.
Das Buch wurde von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt. Kommentare sind nicht erwünscht.
Das Buch gibt es auch zu kaufen: Im Autohaus Peter sowie im Nordhäuser Buchhaus Rose
