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Alle erwarten Wackererfolg

Freitag, 30. März 2012, 06:33 Uhr
Liegt darin vielleicht die Gefahr, dass „Erzrivale“ BSV Eintracht Sondershausen am Sonntag im Albert-Kuntz-Sportpark am 20. Spieltag der Thüringenliga vom FSV Wacker 90 Nordhausen auf die leichte Schulter genommen wird …? Diese Frage stellt Klaus Verkouter in seinem Vorbericht...


Die medizinische Abteilung (Foto: privat) Die medizinische Abteilung (Foto: privat) Das ganz bestimmt nicht. Wer Trainer Jörg Goslar kennt, er verlängerte in dieser Woche seinen Vertrag bei Wacker um weitere zwei Jahre bis 2014, kann darauf bauen, dass er seine Mannen auf das Nordthüringen-Derby entsprechend einstellt – wenn das bei den Aktiven überhaupt nötig ist. Denn die Wackertruppe ist inzwischen eine feste Einheit geworden. Jeder weiß, worum es geht, jeder zieht mit, sofern es denn gesundheitlich geht.

Damian Raczka hat sich für eine Operation entschieden, um in der nächsten Saison wieder voll belastbar zu sein. Jan-Philipp Roses Rippenbruch zwingt ihn noch 2-3 Wochen zum Pausieren. René Taute begann am Mittwoch mit dem leichten Aufbautraining. Die anderen Blessuren und Wehwehchen haben die Medizin- und Fitnessabteilungen um Detlef Hoinkis, Sandra Hörning und Torsten Last im Griff.

Dörge, Goslar (Foto: Klaus Verkouter) Dörge, Goslar (Foto: Klaus Verkouter)

Die Wackertrainer beklagen trotzdem die zunehmende Härte in der Liga, um es vorsichtig auszudrücken. Auch das Hinspiel auf dem Göldner war da nicht so ganz ohne. Jeder Gegner will dem Spitzenreiter ein Bein stellen, oft sogar im wörtlichen Sinne, will der Erste sein, der Wacker schlägt. Der Letzte, dem das gelang, war der SV Motor Altenburg in der Vorsaison am 11. Juni 2011 (2:0). Zu Hause bezog Wacker seine letzte Heimniederlage in einem Punktspiel am 27. März 2011 beim 3:4 gegen Wismut Gera. Wacker ist demnach seit über einem Jahr im Albert-Kuntz-Sportpark unbesiegt.

Es hat sich seit dieser Zeit viel bewegt beim FSV Wacker 90 Nordhausen. „Der relativ kleine Kader hat Enormes geleistet. Wir haben eine homogene Mannschaft, die gewissenhaft arbeitet. Im Vergleich zur Konkurrenz spielen wir konstant. Das ist unser Plus“, so das Lob von Jörg Goslar im Gespräch mit der nnz in dieser Woche.

Auch die gewiss nicht schlecht spielenden und gut die Räume verengenden Leinefelder bekamen das am Sonnabend zu spüren. In den entscheidenden Momenten war Wacker hellwach und landete einen jederzeit verdienten 2:0-Auswätrsieg, den die vielen mitgereisten Fans schon nach 60 Minuten skandierten. Jonas Heidrich hielt die nötigen Bälle, die umgekrempelte Innenverteidigung stand gut und Nico Steinberg steigert sich von Spiel zu Spiel.

So konnten immer wieder über das Mittelfeld Impulse nach vorn gesetzt werden, mal in die Spitze, mal über die Außenbahnen. Beinahe wäre Robert Knopp das erste Punktspieltor gelungen. Doch der Pfosten setzte dessen fulminantem Knaller ein Stoppzeichen. Vielleicht bietet sich gegen die Eintracht im nun schon 14. Thüringenliga-Vergleich von weit über 100 Spielen gegeneinander wieder eine Gelegenheit für ihn.

Der letzte Heimsieg gegen Sondershausen, abgesehen von den Hallenturnierspielen, gelang dem FSV Wacker 90 im Jahre 2007. Beim damaligen 3:2-Erfolg vor 817 Zuschauern schossen Lars Pohl, Jacek Ciesla und Marcel Pascheit für Wacker sowie Maik Piesche und Sebastian Caspar für Eintracht die Tore. In dieser Saison konnten die Gäste bis auf Siege in Weimar und Eisenach auswärts nicht viel anrichten. Was in der Mannschaft steckt, hat der bis dahin Tabellenzweite SV SCHOTT Jena am letzten Wochenende bei der 2:3-Niederlage auf dem „Göldner“ erleben müssen. Gerade gegen Spitzenreiter Wacker werden die Gäste ein ähnliches Resultat anstreben.

Auch die zweiten Mannschaften beider Vereine aus der Regionalklasse treffen am Sonntag aufeinander. Bereits um 13 Uhr erfolgt der Anpfiff zu dieser Doppelveranstaltung. Mit Blickrichtung Aufstieg in die Landesklasse ist die Begegnung des derzeitigen Ersten (Wacker) gegen den Dritten von großer Wichtigkeit, Der Zweite, Bad Frankenhausen, hockt in Lauerstellung, hat ein Spiel und einen Punkt weniger als Wacker II auf dem Konto.

Dauerkartenbesitzer können sich zurücklehnen, denn sie haben preisgünstig vorgesorgt. Für die anderen Besucher gibt es ein Kombiticket für beide Spiele zu 6 Euro (ermäßigt 4 Euro). Natürlich kann man für den sonst üblichen Preis – also ohne Topzuschlag – zu späterer Stunde auch nur das Verbandsligaspiel ansehen. Freuen wir uns auf den bevorstehenden Sonntag und bei aller Brisanz auf zwei interessante Nordthüringen-Derbys mit Fairness auf Rasen und Rängen sowie einen packenden Fußballnachmittag.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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