nnz-online

Seminar bei der Polizei

Mittwoch, 28. März 2012, 08:50 Uhr
Gestern besuchten zehn Nordhäuser LehramtsanwärterInnen des Seminarschulverbundes für das Lehramt an berufsbildenden Schulen und des Herder-Gymnasiums mit ihren Seminarleitern Carsten Schürer und Holger Barsch die Polizeidirektion in Nordhausen...

Vortrag zu Mobbing (Foto: Polizei) Vortrag zu Mobbing (Foto: Polizei)

Sie nahmen an einer Veranstaltung zum Thema Mobbing / Gewalt unter Schülern teil. Polizeioberkommissarin Manuela Knopf, Beauftragte für Jugendsachen, gab in einem Vortrag tiefe Einblicke in Ursachen, Arten, Entwicklungsverläufe und Folgen von Mobbing unter Jugendlichen. Sie machte dabei deutlich, wo nach ihrer Meinung die Verantwortung und die Handlungsmöglichkeiten von Lehrkräften, aber auch deren Grenzen liegen.

Lehrkräfte sollten immer klar Standpunkt beziehen und versuchen, zumindest den "zusehenden" Mitschülern, möglichst aber auch den Tätern einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen und ihnen die psychischen Folgen für die Opfer in einer solchen Situation klar zu machen. Sie sollten Schüler ermutigen, über Mobbing-Vorfälle zu berichten. Opfer müssen geschützt und unterstützt werden, Täter sind zur Rede zu stellen und aktiv in die Lösung mit einzubeziehen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Prävention schon bei so kleinen Dingen wie dem Umgang miteinander, bei Höflichkeit und Respekt sowie dem Einhalten gemeinsam beschlossener Regeln beginnt und das zeitnahe Sprechen über die Problematik wichtig ist.

Da Mobbing immer ein Symptom für gestörte Kommunikation ist, tun Schulen allgemein gut daran, präventive Maßnahmen gegen Gewalt und Mobbing durchzuführen und Projekte zu unterstützten, die das Schulklima verbessern, die Schulgemeinschaft stärken und eine offene, faire und konstruktive Gesprächs- und Streitkultur ermöglichen.

Bei dem großen Interesse der zukünftigen Lehrer an dieser Thematik trat das Thema Jugendkriminalität fast ein bisschen in den Hintergrund. Frau Knopf verwies auf die aktuelle Statistik, wonach ca. 20% der Tatverdächtigen aus der Altersgruppe der 7 bis 20-jährigen stammen.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr stringent und zielführend, was nicht zuletzt Frau Knopf zu verdanken ist, die nicht nur Begrifflichkeiten klärte und Zusammenhänge darstellte, sondern echte Handlungsanleitungen für die Arbeit an der Schule gab.
Bedauerlich, dass ab Juli mit der Polizeistrukturreform der Posten des Beauftragten für Jugendsachen wegfällt und es sicher schwieriger wird, solch informative Veranstaltungen mit der Polizei zu organisieren.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de