nnz-Interview: "Warum verlieren?"
Mittwoch, 28. März 2012, 06:38 Uhr
Technisch stark, dynamisch, schnell und immer für ein Tor gut. Auf der linken Offensivseite setzt Jan-Philipp Rose beim Fußball-Verbandsligisten FSV Wacker 90 Nordhausen die Akzente. Seine Qualitäten wollte der gebürtige Hamburger eigentlich im Derby am Sonntag um 15.30 Uhr gegen den Erzrivalen aus Sondershausen wieder unter Beweis stellen. Doch daraus wird nichts. Mit ihm sprach für die nnz Sandra Arm...
Eine gebrochene Rippe zwingt ihn in die Zuschauerrolle. Das Derby will er sich dennoch nicht entgehen lassen. Im Interview sprach der 26-Jährige über seine Liebe zu zwei Vereinen, Derbys und seiner ungewohnten Rolle als Zuschauer.
nnz: Herr Rose, mit welchen Gefühlen schauen Sie als gebürtiger Hamburger auf die aktuelle Tabelle der 1. Bundesliga?
Jan-Philipp Rose: Der Blick auf die Tabelle tut schon weh. Die Saison verlief für den Hamburger SV sehr enttäuschend. Dennoch glaube ich nicht, dass der HSV am Ende absteigt.
nnz: Die Chancen auf ein erneutes Stadtderby steigen. Die Frage ist nur, in welcher Liga?
Rose: Natürlich in der 1. Bundesliga. Das Beste wäre, wenn der FC St. Pauli aufsteigt und der HSV am Ende in der 1. Bundesliga bleibt.
nnz: Für welchen Verein schlägt Ihr Herz mehr – HSV oder FC St. Pauli?
Rose: Meine Freunde sagen immer, es gibt nur den HSV oder den FC St. Pauli. Ich hänge an beiden Vereinen. Ein Grund ist sicherlich auch, dass ich in der Jugend beim HSV aktiv war und anschließend Profi beim FC St. Pauli geworden bin.
nnz: Dann sind Sie also bestens vertraut mit den Besonderheiten eines Derbys. Worin liegt für Sie der Reiz?
Rose: Ich kann mich noch gut an das Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV II erinnern. Das war 2005 in der 3. Liga, bei dem ich im Trikot des FC St. Pauli aufgelaufen bin. Da flogen regelrecht die Fetzen. Es ist kein normales Spiel, man blutet für seinen Verein. Für die Fans ist es natürlich das Schönste, wenn der Rivale verliert. In diesen Partien, egal ob in der Kreisliga oder in der Bundesliga, geht es um viel, vor allem um Prestige.
nnz: Ein prestigeträchtiges Derby steht am Sonntag an. Ihr Team trifft auf die Eintracht aus Sondershausen. Muss man sich für so ein Spiel extra motivieren?
Rose: Nein, der Trainer wird vor der Partie nicht viel sagen müssen. Alle Spieler wissen, um was es geht.
nnz: Woran merken Sie, dass es auf kein normales Spiel zugeht?
Rose: Das sieht man schon in den Gesichtern der Spieler. Jeder will im Derby spielen und zeigt daher im Training mehr Einsatzbereitschaft als sonst. Und auch in der Stadt ist es ein Thema. Jeder redet darüber.
nnz: Sie saßen zuletzt beim Spiel in Leinefelde auf der Bank. Was war der Grund?
Rose: Ich habe mir beim Heimspiel gegen Borsch eine Rippe gebrochen. Beim Tunneln eines Gegenspielers wurde ich gefoult und bin dabei unglücklich auf die Rippen gefallen. Mit der Verletzung habe ich weitergespielt und sogar noch ein Tor vorbereitet. Die Schmerzen habe ich erst in der Kabine gemerkt, als ich kaum mehr Luft bekam.
nnz: Das bedeutet, dass wir Sie am Sonntag nicht auf dem Platz sehen?
Rose: Ja, das ärgert mich sehr. Ich habe mich schon sehr auf meinen Einsatz gefreut. Das ist wohl Schicksal. Ich muss nun zwei Wochen pausieren. Auf meinem Trainingsplan stehen aufgrund der Verletzung insbesondere Fahrradfahren und eine Atemtherapie.
nnz: Mit Schicksal meinen Sie wohl auch Ihren nur siebenminütigen Einsatz im Hinspiel. Können Sie sich noch an die Situation erinnern?
Rose: Ich kann mich noch erinnern, als der Ball kam, dass ich hochgesprungen bin und im gleichen Moment kam mein Mitspieler Johnny do Amaral von hinten. Er hatte mich nicht gesehen, so dass wir in der Luft zusammengeprallt sind. Ich war danach wie benebelt und bin erst im Krankenhaus wieder richtig zu mir gekommen. Der Cut über dem linken Auge wurde mit acht Stichen genäht. Die Narbe sieht man immer noch. Wir bluten sozusagen für den Verein.
nnz: Wie haben Sie vom Endergebnis erfahren?
Rose: Die Pfleger waren Fans von der Eintracht und haben mich immer auf dem Laufenden gehalten (lacht).
nnz: Wo werden Sie am Sonntag sein?
Rose: Ich werde auf jeden Fall im Stadion sein und die Mannschaft von der Tribüne oder von der Bank unterstützen.
nnz: Das Hinspiel endete 1:1 unentschieden. Was ist im Rückspiel von der Mannschaft zu erwarten?
Rose: Ich denke, dass die Mannschaft alles daran setzen wird, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Sie wird mit Leidenschaft und Kampfeswillen auftreten und am Ende den Platz als Sieger verlassen.
nnz: Mit einem Sieg oder weiterem Remis könnte das Team seine ungeschlagene Serie auf 20 Partien erhöhen. Wie halten Sie den Druck des Nichtverlierens aus?
Rose: Ich bin ein Spieler, der immer sehr gelassen an die Sache rangeht. Wenn ich morgens aufstehe, dann habe ich immer ein gutes Bauchgefühl und bisher hat es mich noch nicht getäuscht. Ich bin mir immer sicher, dass wir nicht verlieren. Wir haben eine spielstarke Mannschaft mit guten Einzelspielern und wir treten geschlossen als Mannschaft auf. Es gibt also keinen Grund, dass wir ein Spiel verlieren.
nnz: Der Vorsprung zum Tabellenzweiten Heiligenstadt beträgt momentan 15 Punkte. Einige sagen, dass der Aufstieg nur noch Formsache ist. Was entgegnen Sie denen?
Rose: Dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Wir sind noch nicht Meister und es kann auch noch einiges schiefgehen, was wir natürlich nicht hoffen. Ich bin dennoch vorsichtig optimistisch.
nnz: Ein Sieg im Derby wäre....
Rose: ....für die fußballbegeisterten Nordhäuser sicherlich das schönste Geschenk, das man ihnen machen könnte. Noch dazu kann man dadurch zeigen, wer die Macht in der Region ist.
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nnz: Ihr Tipp, wie endet die Partie am Sonntag?
Rose: Wir gewinnen 2:0.
Autor: nnzEine gebrochene Rippe zwingt ihn in die Zuschauerrolle. Das Derby will er sich dennoch nicht entgehen lassen. Im Interview sprach der 26-Jährige über seine Liebe zu zwei Vereinen, Derbys und seiner ungewohnten Rolle als Zuschauer.
nnz: Herr Rose, mit welchen Gefühlen schauen Sie als gebürtiger Hamburger auf die aktuelle Tabelle der 1. Bundesliga?
Jan-Philipp Rose: Der Blick auf die Tabelle tut schon weh. Die Saison verlief für den Hamburger SV sehr enttäuschend. Dennoch glaube ich nicht, dass der HSV am Ende absteigt.
nnz: Die Chancen auf ein erneutes Stadtderby steigen. Die Frage ist nur, in welcher Liga?
Rose: Natürlich in der 1. Bundesliga. Das Beste wäre, wenn der FC St. Pauli aufsteigt und der HSV am Ende in der 1. Bundesliga bleibt.
nnz: Für welchen Verein schlägt Ihr Herz mehr – HSV oder FC St. Pauli?
Rose: Meine Freunde sagen immer, es gibt nur den HSV oder den FC St. Pauli. Ich hänge an beiden Vereinen. Ein Grund ist sicherlich auch, dass ich in der Jugend beim HSV aktiv war und anschließend Profi beim FC St. Pauli geworden bin.
nnz: Dann sind Sie also bestens vertraut mit den Besonderheiten eines Derbys. Worin liegt für Sie der Reiz?
Rose: Ich kann mich noch gut an das Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV II erinnern. Das war 2005 in der 3. Liga, bei dem ich im Trikot des FC St. Pauli aufgelaufen bin. Da flogen regelrecht die Fetzen. Es ist kein normales Spiel, man blutet für seinen Verein. Für die Fans ist es natürlich das Schönste, wenn der Rivale verliert. In diesen Partien, egal ob in der Kreisliga oder in der Bundesliga, geht es um viel, vor allem um Prestige.
nnz: Ein prestigeträchtiges Derby steht am Sonntag an. Ihr Team trifft auf die Eintracht aus Sondershausen. Muss man sich für so ein Spiel extra motivieren?
Rose: Nein, der Trainer wird vor der Partie nicht viel sagen müssen. Alle Spieler wissen, um was es geht.
nnz: Woran merken Sie, dass es auf kein normales Spiel zugeht?
Rose: Das sieht man schon in den Gesichtern der Spieler. Jeder will im Derby spielen und zeigt daher im Training mehr Einsatzbereitschaft als sonst. Und auch in der Stadt ist es ein Thema. Jeder redet darüber.
nnz: Sie saßen zuletzt beim Spiel in Leinefelde auf der Bank. Was war der Grund?
Rose: Ich habe mir beim Heimspiel gegen Borsch eine Rippe gebrochen. Beim Tunneln eines Gegenspielers wurde ich gefoult und bin dabei unglücklich auf die Rippen gefallen. Mit der Verletzung habe ich weitergespielt und sogar noch ein Tor vorbereitet. Die Schmerzen habe ich erst in der Kabine gemerkt, als ich kaum mehr Luft bekam.
nnz: Das bedeutet, dass wir Sie am Sonntag nicht auf dem Platz sehen?
Rose: Ja, das ärgert mich sehr. Ich habe mich schon sehr auf meinen Einsatz gefreut. Das ist wohl Schicksal. Ich muss nun zwei Wochen pausieren. Auf meinem Trainingsplan stehen aufgrund der Verletzung insbesondere Fahrradfahren und eine Atemtherapie.
nnz: Mit Schicksal meinen Sie wohl auch Ihren nur siebenminütigen Einsatz im Hinspiel. Können Sie sich noch an die Situation erinnern?
Rose: Ich kann mich noch erinnern, als der Ball kam, dass ich hochgesprungen bin und im gleichen Moment kam mein Mitspieler Johnny do Amaral von hinten. Er hatte mich nicht gesehen, so dass wir in der Luft zusammengeprallt sind. Ich war danach wie benebelt und bin erst im Krankenhaus wieder richtig zu mir gekommen. Der Cut über dem linken Auge wurde mit acht Stichen genäht. Die Narbe sieht man immer noch. Wir bluten sozusagen für den Verein.
nnz: Wie haben Sie vom Endergebnis erfahren?
Rose: Die Pfleger waren Fans von der Eintracht und haben mich immer auf dem Laufenden gehalten (lacht).
nnz: Wo werden Sie am Sonntag sein?
Rose: Ich werde auf jeden Fall im Stadion sein und die Mannschaft von der Tribüne oder von der Bank unterstützen.
nnz: Das Hinspiel endete 1:1 unentschieden. Was ist im Rückspiel von der Mannschaft zu erwarten?
Rose: Ich denke, dass die Mannschaft alles daran setzen wird, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Sie wird mit Leidenschaft und Kampfeswillen auftreten und am Ende den Platz als Sieger verlassen.
nnz: Mit einem Sieg oder weiterem Remis könnte das Team seine ungeschlagene Serie auf 20 Partien erhöhen. Wie halten Sie den Druck des Nichtverlierens aus?
Rose: Ich bin ein Spieler, der immer sehr gelassen an die Sache rangeht. Wenn ich morgens aufstehe, dann habe ich immer ein gutes Bauchgefühl und bisher hat es mich noch nicht getäuscht. Ich bin mir immer sicher, dass wir nicht verlieren. Wir haben eine spielstarke Mannschaft mit guten Einzelspielern und wir treten geschlossen als Mannschaft auf. Es gibt also keinen Grund, dass wir ein Spiel verlieren.
nnz: Der Vorsprung zum Tabellenzweiten Heiligenstadt beträgt momentan 15 Punkte. Einige sagen, dass der Aufstieg nur noch Formsache ist. Was entgegnen Sie denen?
Rose: Dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Wir sind noch nicht Meister und es kann auch noch einiges schiefgehen, was wir natürlich nicht hoffen. Ich bin dennoch vorsichtig optimistisch.
nnz: Ein Sieg im Derby wäre....
Rose: ....für die fußballbegeisterten Nordhäuser sicherlich das schönste Geschenk, das man ihnen machen könnte. Noch dazu kann man dadurch zeigen, wer die Macht in der Region ist.
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nnz: Ihr Tipp, wie endet die Partie am Sonntag?
Rose: Wir gewinnen 2:0.

