Zwei Literaten, eine Künstlerin
Sonntag, 25. März 2012, 17:20 Uhr
Zum Genuss von Literatur und Kunst lädt der Förderverein Dichterstätte Sarah Kirsch am letzten Märztag in die Lange Reihe 11 in Limlingerode ein. Dazu eine Vorschau von Heidelore Kneffel...
Die Besucher begegnen der Künstlerin Carola Lantermann, Jahrgang 1959, aus Witzin in Mecklenburg und den Schriftstellern Roland Erb, Jahrgang 1943, aus Leipzig und Manfred Ostückenberg, gleichfalls 1943 geboren, aus Leinefelde. Beide Männer kennen das Geburtshaus Sarah Kirschs als Besucher und hatten den Wunsch, auch selbst aus ihrer Lyrik und Kurzprosa vorzutragen.
Carola Lantermann Zu Sarah Kirsch – Rest des Fadens”
Carola Lantermann lernten die Mitglieder der Dichterstätte brieflich kennen, als sie bat, ihr für ein Kunstprojekt über die Dichterin Erde aus Limlingerode zu schicken. Die GEDOK hatte Stachlige Sterne – Zu Sarah Kirsch ausgeschrieben. Bis dahin war die Dichterin der Künstlerin unbekannt. Bei der Beschäftigung mit ihr stellte sie fest, dass sie beiden z. B. die Desillusionierung der Forstarbeit, die keine liebevolle Beschäftigung, sondern Raummeterberechnung und Sägen ist, wie es die Kirsch formuliert hat, verbindet.
Halle ist ein Ort, den beide kennen und Witzin liegt unweit des Dorfes, wo Christa Wolf ihr Sommerhaus hatte und Sarah Kirsch mit ihrem Sohn Urlaub verbrachte. Beide waren am Ohrid-See auf der Balkanhalbinsel und am Mont Ventoux in Frankreich. So erkor sich die Künstlerin Orte, die sich mit der Dichterin verbinden, für ihr Schaffen aus.Erde sollte es sein, die die Kirsch gefühlt hat, über die sie gelaufen ist, auf der sie Menschen begegnet ist, Pflanzen sah, Jahreszeiten gespürt hat.
Entweder holte sich Carola Lantermann die Erde von den Orten selbst oder bat um Zusendung. Jede der Erden, Essenz des Lebens in seiner Unterschiedlichkeit, wie sie es ausdrückt, füllte sie in Tintengläser. Dazu legte sie eine große Krähenfeder. Magischer Vogel für magische Texte, gefunden auf dem Weg zwischen Sarah Kirsch und mir.Generell sieht die Künstlerin ihren Schaffensprozess so: Am Anfang meiner Arbeit ist die Entdeckung eines Ortes, Materials, einer Situation.
So entstehen ortsbezogene Installationen und Objekte, aber auch Erdzeichnungen und Assemblagen als Prozess der Auseinandersetzung. Für die Ausstellung in Limlingerode spielen auch Pflanzen eine Rolle, denn Gewachsenes, z. B. in unterschiedlichen Gärten, fasziniert die Dichterin. Wir sind gespannt, was wir zu sehen bekommen.
Genauso gespannt warten wir auf das Literarische von Roland Erb und Manfred Ostückenberg. Beide lernten sich vor Jahren in Leipzig kennen und wollten zusammen auftreten. Erb erlebte als Kleinkind das Bombardement Nordhausens und verlebte hier seine Kindheit bis zum Abitur. 1961 begann er in Leipzig das Studium der Romanistik und war anschließend sechs Jahre in der Messestadt als Lektor im Reclam Verlag tätig. Sarah Kirsch lernte er in den siebziger Jahren in Ostberlin kennen. Mit ihr arbeitete er als Nachdichter russischer Autoren. Ihr Mentor dabei war der anerkannte Slawist Fritz Mierau.
Seit den 1970er Jahren ist Erb freiberuflich als Schriftsteller tätig. 1981 erschien sein erster Gedichtband im Aufbau Verlag.. Nach teilweisem Berufsverbot in der DDR veröffentlicht er ab 1990 wieder Gedichte und seit dem auch Kurzprosa und Erzählungen.
Bei Manfred Ostückenberg, wie Erb in Thüringen geboren, findet sich die Landschaft in seinen Gedichten und Prosatexten. Die Liebe ist von Anfang an ein zentrales Thema in seinem Schaffen. Auch als Nachdichter ist er produktiv. Die Großstadt Leipzig, in der er Germanistik und Geographie studierte und 26 Jahre lebte, und ihre Umgebung spielen in seiner Prosa und in den Gedichten gleichfalls eine Rolle. In letzter Zeit schuf er interessante Kurzporträts. In Limlingerode gibt es Gelegenheit, mit den Drei ins Gespräch zu kommen.
Samstag, 31. März, 14.30 Uhr
Autor: nnzDie Besucher begegnen der Künstlerin Carola Lantermann, Jahrgang 1959, aus Witzin in Mecklenburg und den Schriftstellern Roland Erb, Jahrgang 1943, aus Leipzig und Manfred Ostückenberg, gleichfalls 1943 geboren, aus Leinefelde. Beide Männer kennen das Geburtshaus Sarah Kirschs als Besucher und hatten den Wunsch, auch selbst aus ihrer Lyrik und Kurzprosa vorzutragen.
Carola Lantermann Zu Sarah Kirsch – Rest des Fadens”
Carola Lantermann lernten die Mitglieder der Dichterstätte brieflich kennen, als sie bat, ihr für ein Kunstprojekt über die Dichterin Erde aus Limlingerode zu schicken. Die GEDOK hatte Stachlige Sterne – Zu Sarah Kirsch ausgeschrieben. Bis dahin war die Dichterin der Künstlerin unbekannt. Bei der Beschäftigung mit ihr stellte sie fest, dass sie beiden z. B. die Desillusionierung der Forstarbeit, die keine liebevolle Beschäftigung, sondern Raummeterberechnung und Sägen ist, wie es die Kirsch formuliert hat, verbindet.
Halle ist ein Ort, den beide kennen und Witzin liegt unweit des Dorfes, wo Christa Wolf ihr Sommerhaus hatte und Sarah Kirsch mit ihrem Sohn Urlaub verbrachte. Beide waren am Ohrid-See auf der Balkanhalbinsel und am Mont Ventoux in Frankreich. So erkor sich die Künstlerin Orte, die sich mit der Dichterin verbinden, für ihr Schaffen aus.Erde sollte es sein, die die Kirsch gefühlt hat, über die sie gelaufen ist, auf der sie Menschen begegnet ist, Pflanzen sah, Jahreszeiten gespürt hat.
Entweder holte sich Carola Lantermann die Erde von den Orten selbst oder bat um Zusendung. Jede der Erden, Essenz des Lebens in seiner Unterschiedlichkeit, wie sie es ausdrückt, füllte sie in Tintengläser. Dazu legte sie eine große Krähenfeder. Magischer Vogel für magische Texte, gefunden auf dem Weg zwischen Sarah Kirsch und mir.Generell sieht die Künstlerin ihren Schaffensprozess so: Am Anfang meiner Arbeit ist die Entdeckung eines Ortes, Materials, einer Situation.
So entstehen ortsbezogene Installationen und Objekte, aber auch Erdzeichnungen und Assemblagen als Prozess der Auseinandersetzung. Für die Ausstellung in Limlingerode spielen auch Pflanzen eine Rolle, denn Gewachsenes, z. B. in unterschiedlichen Gärten, fasziniert die Dichterin. Wir sind gespannt, was wir zu sehen bekommen.
Genauso gespannt warten wir auf das Literarische von Roland Erb und Manfred Ostückenberg. Beide lernten sich vor Jahren in Leipzig kennen und wollten zusammen auftreten. Erb erlebte als Kleinkind das Bombardement Nordhausens und verlebte hier seine Kindheit bis zum Abitur. 1961 begann er in Leipzig das Studium der Romanistik und war anschließend sechs Jahre in der Messestadt als Lektor im Reclam Verlag tätig. Sarah Kirsch lernte er in den siebziger Jahren in Ostberlin kennen. Mit ihr arbeitete er als Nachdichter russischer Autoren. Ihr Mentor dabei war der anerkannte Slawist Fritz Mierau.
Seit den 1970er Jahren ist Erb freiberuflich als Schriftsteller tätig. 1981 erschien sein erster Gedichtband im Aufbau Verlag.. Nach teilweisem Berufsverbot in der DDR veröffentlicht er ab 1990 wieder Gedichte und seit dem auch Kurzprosa und Erzählungen.
Bei Manfred Ostückenberg, wie Erb in Thüringen geboren, findet sich die Landschaft in seinen Gedichten und Prosatexten. Die Liebe ist von Anfang an ein zentrales Thema in seinem Schaffen. Auch als Nachdichter ist er produktiv. Die Großstadt Leipzig, in der er Germanistik und Geographie studierte und 26 Jahre lebte, und ihre Umgebung spielen in seiner Prosa und in den Gedichten gleichfalls eine Rolle. In letzter Zeit schuf er interessante Kurzporträts. In Limlingerode gibt es Gelegenheit, mit den Drei ins Gespräch zu kommen.
Samstag, 31. März, 14.30 Uhr

