nnz-online

Feindliche Übernahme

Donnerstag, 23. Oktober 2003, 15:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Es gibt Ausgaben von Zeitungen, die sollte man als interessierter Mensch einfach haben. Erst kürzlich erschien in Berlin ein solches Blatt. Es war für einen Tag von seinem eigenen Medienfeind übernommen worden. Die nnz mit einer Empfehlung.


„die tageszeitung“ (taz) feierte sich und ihren 25. Geburtstag nicht selbstverliebt, sondern wurde just an diesem 26. September feindlich übernommen. Und das von ihrem größten (Medien)feind – der BILD Zeitung. Es war, und da sind sich viele Kollegen auch einen Monat später einig – das interne Medienereignis für den Leser, der nicht unbedingt auf Naddel, ihren Bauch oder Daniel K. steht.

Zugegeben, die taz zu lesen ist verdammt schwierig, genauso schwierig, wie das Lesen der BILD einfach ist. Doch was dann in feindlicher Übernahme am 27. September auf den gesamtdeutschen Zeitungsmarkt geworfen wurde, das ist das etwas ganz Besondere. taz-Chefin Bascha Mika und ihre Mannschaft wurden durch Kai Dieckmann und Co. ersetzt. An der Redaktionskonferenz nahmen unter anderem Rudolf Scharping, Peter Boenisch oder Hans-Olaf Henkel teil.

Und dann geht’s auf 32 Seiten auch munter los. Da ist das erste und garantiert auch letzte Interview von Helmut Kohl in der taz zu lesen, Max Merkel erklärt, warum Frauenfußball überhaupt kein Sport ist, Ralph Siegel beklagt den Verlust der deutschen Sprache, Guido Westerwelle beklagt wiederum das fehlende Verständnis der Linken für fitnessgestählte Ästhetik oder lesen Sie die Freude von Michael Glos darüber, dass die taz nun endlich aus der linken Schmuddelecke herausgekommen ist.

Die 32 Seiten sind ein Vergnügen, sie machen aber auch klar, dass eine breitgefächerte Medienlandschaft und ihr qualitativ hoher Gehalt immens wichtig für eine (Streit)kultur in diesem Land sein können. Diese taz-Ausgabe sollte ein Muß sein für die Menschen, die beim Lesen nicht nur schmunzeln, sondern auch nachdenken wollen. Beides bekommen Sie in der Jubiläumsausgabe der BILD-taz. Zu haben ist das Teil noch beim Verlag für 2 Euro 50. Einfach hier klicken und dann entspannt lesen. Viel Vergnügen dabei wünscht Ihnen die Redaktion der nnz.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de