Die Pflanze von nebenan (6)
Freitag, 23. März 2012, 06:48 Uhr
In der fünften "Ausgabe" der Serie Die Pflanze von nebenan machte Bodo Schwarzberg die Leser von nnz und kn mit dem sehr seltenen Böhmischen Goldstern vertraut. Heute folgt nun der häufigste einheimische Goldstern, der Wald-Goldstern Gagea lutea....
Fünf Goldstern-Arten sind in Deutschland heimisch: Der Wald-Goldstern (Gagea lutea), der Wiesen-Goldstern (Gagea pratensis), der Zwerg-Goldstern (Gagea minima), der Pommersche Goldstern (Gagea pommeranica), der Böhmische Goldtern (Gagea bohemica) und der Scheiden-Goldstern (Gagea spathacea) und der Acker-Goldstern (Gagea villosa).
Wir haben in Nordthüringen das Glück, dass alle in Deutschland siedelnden Goldsternarten auch hier zu finden sind. Allerdings lassen sie sich vom Laien nur schwer auseinander halten. Alle blühen, der Name sagt es, gelb. Eine genaue Betrachtung ist Voraussetzung für eine sichere Bestimmung. Ich möchte Ihnen, liebe nnz-Leser in den nächsten Wochen alle genannten Arten kurz vorstellen und werde dafür versuchen, alle in unserer Umgebung aufzufinden. Und da muss ich mich beeilen. Denn alle Vertreter der zur Familie der Liliengewächse zählenden Arten der Gattung blühen nur für kurze Zeit. In der fünften Reihe der Serie Die Pflanze von nebenan machte ich sie mit dem sehr seltenen Böhmischen Goldstern vertraut. Heute folgt nun der häufigste einheimische Goldstern, der Wald-Goldstern Gagea lutea. Gegenwärtig erfreut die Art z.B. die Spaziergänger im Nordhäuser Stadtpark. Er gehört zu jenen Arten der Gattung, die über nur ein Grundblatt verfügen. Dieses ist zwischen 7 und 15 mm breit und endet in einer ca. 5 cm, sich allmählich verschmälernden Kaputzenspitze (siehe Foto). Zudem ist dieses Blatt meist fünfkantig und im Gegensatz zu jenem beim ebenfalls häufigen Wiesen-Goldstern am Grunde weißlich. Der Blütenstand ist eine wenigblütige Scheindolde.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Goldsternarten befindet sich jedoch im Boden versteckt: die Zwiebeln, deren Anzahl, Form und äußere Haut jeweils charakteristisch sind. Bei Gagea lutea finden sich stets nur einzelne Zwiebeln, denen höchstens noch einige winzige Brutzwiebeln benachbart sind.
Der Wald-Goldstern besiedelt die unterschiedlichsten Biotope, z.B. Auenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, Wald- und Gebüschsäume, aber auch Feuchtwiesen und Parkanlagen. Er zeigt stark wechselnde Feuchte, aber insgesamt eher wasserzügige Böden, sowie Stickstoffreichtum an. Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet und bevorzugt das Flach- und Hügelland.
Alle Goldsternarten gelten als schwach giftig. Sie enthalten wie auch die Tulpen so genannte Tuliposide, Verbindungen aus einem Buttersäurerest und einem Zuckermolekül. Enger Kontakt zu den Pflanzen kann zu Hautentzündungen führen. Bei Tulpengärtnern sollen sie nicht gar so selten auftreten.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzFünf Goldstern-Arten sind in Deutschland heimisch: Der Wald-Goldstern (Gagea lutea), der Wiesen-Goldstern (Gagea pratensis), der Zwerg-Goldstern (Gagea minima), der Pommersche Goldstern (Gagea pommeranica), der Böhmische Goldtern (Gagea bohemica) und der Scheiden-Goldstern (Gagea spathacea) und der Acker-Goldstern (Gagea villosa).
Wir haben in Nordthüringen das Glück, dass alle in Deutschland siedelnden Goldsternarten auch hier zu finden sind. Allerdings lassen sie sich vom Laien nur schwer auseinander halten. Alle blühen, der Name sagt es, gelb. Eine genaue Betrachtung ist Voraussetzung für eine sichere Bestimmung. Ich möchte Ihnen, liebe nnz-Leser in den nächsten Wochen alle genannten Arten kurz vorstellen und werde dafür versuchen, alle in unserer Umgebung aufzufinden. Und da muss ich mich beeilen. Denn alle Vertreter der zur Familie der Liliengewächse zählenden Arten der Gattung blühen nur für kurze Zeit. In der fünften Reihe der Serie Die Pflanze von nebenan machte ich sie mit dem sehr seltenen Böhmischen Goldstern vertraut. Heute folgt nun der häufigste einheimische Goldstern, der Wald-Goldstern Gagea lutea. Gegenwärtig erfreut die Art z.B. die Spaziergänger im Nordhäuser Stadtpark. Er gehört zu jenen Arten der Gattung, die über nur ein Grundblatt verfügen. Dieses ist zwischen 7 und 15 mm breit und endet in einer ca. 5 cm, sich allmählich verschmälernden Kaputzenspitze (siehe Foto). Zudem ist dieses Blatt meist fünfkantig und im Gegensatz zu jenem beim ebenfalls häufigen Wiesen-Goldstern am Grunde weißlich. Der Blütenstand ist eine wenigblütige Scheindolde.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Goldsternarten befindet sich jedoch im Boden versteckt: die Zwiebeln, deren Anzahl, Form und äußere Haut jeweils charakteristisch sind. Bei Gagea lutea finden sich stets nur einzelne Zwiebeln, denen höchstens noch einige winzige Brutzwiebeln benachbart sind.
Der Wald-Goldstern besiedelt die unterschiedlichsten Biotope, z.B. Auenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, Wald- und Gebüschsäume, aber auch Feuchtwiesen und Parkanlagen. Er zeigt stark wechselnde Feuchte, aber insgesamt eher wasserzügige Böden, sowie Stickstoffreichtum an. Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet und bevorzugt das Flach- und Hügelland.
Alle Goldsternarten gelten als schwach giftig. Sie enthalten wie auch die Tulpen so genannte Tuliposide, Verbindungen aus einem Buttersäurerest und einem Zuckermolekül. Enger Kontakt zu den Pflanzen kann zu Hautentzündungen führen. Bei Tulpengärtnern sollen sie nicht gar so selten auftreten.
Bodo Schwarzberg




