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Einst ein Aprilscherz

Montag, 05. März 2012, 20:32 Uhr
Es war vor einem Jahr ein Aprilscherz der Redaktion der Homepage des FSV Wacker 90 Nordhausen. Damals suggerierten Klaus Verkouter und Co. den Lesern und Wacker-Fans einen Straßenbahnanschluss zum Albert-Kuntz-Sportpark. Geht es nach Matthias Jendricke, dann könnte aus dem Scherz nun Realität werden...

Vision vorgestellt (Foto: nnz) Vision vorgestellt (Foto: nnz)

Im Bürgersaal des Nordhäuser Rathauses begrüßte SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Andreas Wieninger, rund 20 neugierige Nordhäuser. Wieninger erinnerte einleitend an die Geschichte der Unterführung in der Freiherr-vom-Stein-Straße, die ja auch eine Idee der Nordhäuser SPD gewesen sei. Damals kontrovers diskutiert und belächelt, heute nun erlebbare Realität.

Vision vorgestellt (Foto: nnz) Vision vorgestellt (Foto: nnz) Er habe keine geheime Studie erstellen lassen wollen, sondern wollte lediglich eine Vision vorstellen, sagte Matthias Jendricke bei der Präsentation der Idee einer Weiterführung der Straßenbahnlinie von der Wendeschleife Parkallee in Richtung Albert-Kuntz-Sportpark und dann weiter über die Zorge zur Anbindung an die HSB-Gleise.

Zur Aufwärmung des Auditoriums zelebrierte der OB-Kandidat der SPD seine Lieblingsbeschäftigung – dem Analysieren und Vortragen von statistischen Zahlen, die einzig und allein dazu dienen: Nordhausen ist eine prosperierende Stadt. Eine Stadt mit Zukunft – sagen die Statistiker. Da waren mehr als 15 Minuten vorbei und die Zahlenkolonnen sowie die Säulendiagramme dienten immer noch als Vorspiel zur Notwendigkeit eines zusätzlichen Schienenstrangs.

Nun zur Vision selbst. Heutzutage werden bei der ÖPNV-Planung keine fünf- bis siebenminütigen Wege von einem zum anderen Verkehrsmittel favorisiert, wie das zu DDR-Zeiten üblich war. Heute würden zentrale Verknüpfungspunkte hergestellt. Die Variante 1 sei die Anknüpfung an die Haltestelle Schurzfell der HSB. Eine zweite Variante sei die Anbindung an die HSB-Haltestelle Ricarda-Huch-Straße. In beiden Fällen jedoch müsse die Zorge mit einer neuen Brücke überquert werden. Das Jendricke-Ziel wurde wie folgt formuliert: Es würde einen Ringschluss ergeben, der für viele Nordhäuser viele Vorteile mit sich bringen würde. Insofern sei ihm die Varianten-Diskussion egal.

Wenn ein politischer Wille vorliege, dann erst sollen Fachleute wie zum Beispiel Gutachter die weiterführenden Arbeiten bei der Planung übernehmen. Mattias Jendricke selbst würde in eventuelle Verhandlungen mit Fördermittelgebern mit der Maximalvariante gehen, was „nichts mit meiner Sympathie für Wacker Nordhausen zu tun hat“, wie Jendricke sagte.

Zum Ende seiner Ausführungen verwies Jendricke auf die Ambitionen anderer Kommunen wie Gera, die – trotz knapper Kassen – ihr Straßenbahnnetz weiter ausbauen. Und dabei sind Summen um die 50 Millionen Euro im Spiel. Die Vision des OB-Kandidaten sollte um die zehn Millionen Euro kosten und – wenn vom Stadtrat beschlossen – einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren beanspruchen.

Seitens des Auditoriums gab es Zustimmung zu den Visionen des Matthias Jendricke und: viele Nordhäuser sind stolz auf ihre Straßenbahn. Mehrere Redner sprachen sich vorbehaltlos für die größere Variante der Streckenführung aus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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