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Ein Experte der Vogelzucht

Sonntag, 04. März 2012, 10:29 Uhr
Wellensittiche gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Dietmar Bartsch ist ein Experte der Vogelzucht. In seinen Volieren finden sich auch Chinesische Nachtigallen, Kanarien, Stieglitze, verschiedene Zeisigarten und ein Gimpel-Pärchen. Wir besuchten ihn in Niedergebra...

Vogel-Freude (Foto: K. Frank) Vogel-Freude (Foto: K. Frank)

Wer sie einmal hat, will sie nie wieder hergeben. Wellensittiche, die kleinen gefiederten Akrobaten, gehören zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Dietmar Bartsch bekam zum 10. Geburtstag einen geschenkt. Lustig turnte der im Käfig herum, benutzte geschickt seinen Schnabel zum Klettern. Ein weiterer Vogel kam zur Pflege hinzu. Ein drittes Exemplar, das irgendwo entflogen war, hatte sich, total erschöpft, auf dem Misthaufen im Hof niedergelassen. Drei Jahre später begann der Junge systematisch mit der Zucht. Heute ist Dietmar Bartsch ein anerkannter Experte der Vogelzucht.

50 Tiere, die Jungvögel eingeschlossen, betreut der 42-Jährige derzeit in geräumigen Volieren. Es sind Schauwellensittiche. In Größe, Farbe und Gefiedermerkmalen von der Wildform abweichend, sind sie mit 22 bis 26 cm größer und auch schwerer als die Normalform. Dafür, sagt Dietmar Bartsch, würden sie nicht so alt wie die kleinere Art, die es in Gefangenschaft auf 15 bis 17 Jahre bringen kann. Die Wildform habe eine leuchtend grüne Grundfärbung, die von einer schwarzen Querbänderung, den namensgebundenen Wellen, überlagert wird.

Züchter Bartsch, der mit seiner Frau, der Inhaberin der Firma Kurt Hartung, den Betrieb für Gas-, Wasser- und Klimatechnik erfolgreich führt, besucht zweimal im Jahr in Erfurt die Vogelbörse. Dort präsentiert er seine bunten Vögel, die Liebhaber käuflich erwerben können. Vor jeder Schau müsse er beglaubigt nachweisen, dass seine Zucht gesund und seuchenfrei ist. Anett, seine Gattin, begleite sein Hobby wohlwollend duldend, meint er lächelnd. Mit Schwiegervater Kurt Hartung, der sich auf Brieftauben und seltenen Hühnern spezialisiert habe, sei er als Züchter ein Herz und eine Seele.

Dietmar Bartsch gehört der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelschutz an und ist außerdem Mitglied im Verein für Ziergeflügel und Exoten (VZE). Für seine soliden züchterischen Leistungen sprechen die Goldmedaille bei Bundesschauen und die Auszeichnung als Landesmeister der VZE. Interessantes weiß Bartsch über Herkunft und Geschichte der Wellensittiche, die es früher in Europa nicht gab, zu berichten. Erstmals, erklärt er, habe 1840 John Gould lebende Exemplare nach England gebracht. Seit diesem Zeitpunkt wurden mit jedem Schiff, das von Australien, wo die Vögel beheimatet sind, nach Europa fuhr, Wellensittiche in großer Zahl transportiert. Eine Ausstellung 1850 in Antwerpen machte sie zusätzlich bekannt. Die deutsche Erstzucht gelang 1855.

Dietmar Bartsch empfiehlt die Haltung paarweise. Einzeltiere bedürften individueller Zuwendungen, da sonst der Vogel unter Einsamkeit leide. Der Käfig sollte geräumig sein, der Piepmatz wenn möglich Gelegenheit haben, herumzufliegen. Wer sich diese possierlichen Vögel, die zur Familie der Eigentlichen Papageien gehören, anschaffen möchte, sollte sich mit deren Haltung, Pflege und Fütterung vorher vertraut machen.

Wellensittiche machen bei Dietmar Bartsch aber nur die Hälfte seiner Vogelschar aus. Insgesamt flattert und zwitschert es in den Volieren aus 100 Vogelkehlen: Chinesische Nachtigallen, Stieglitze, Kanarien und verschiedene Zeisigarten bilden ein buntes Gemisch. Auch der Gimpel (Dompfaff) fehlt nicht. Die Zucht von Waldvögeln, klärt der Handwerker auf, sei genehmigungspflichtig.

Wellensittiche gehören zur Familie der Eigentlichen Papageien. Bei liebevoller Zuwendung werden sie sehr zutraulich. Manche lernen sogar sprechen. Dietmar Bartsch züchtet sie seit 30 Jahren.
Text und Fotos: Kurt Frank
Autor: nnz

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