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Mehr Offenheit gefordert

Freitag, 02. März 2012, 15:13 Uhr
Die Grüne-Kandidaten John Dauert und Christian Darr setzen auf vereinfachten Zugang zu Inhalten und neue Lizenzmodelle. Den BürgerInnen, den Schulen und der Wirtschaft in Zukunft mehr bieten sollen die Behörden in der Stadt und im Landkreis Nordhausen...


Zudem soll das Ganze auch noch beinah kostenneutral funktionieren. Die Kandidaten John Dauert und Christian Darr von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN haben dazu schon genaue Vorstellungen.

„Das Verlangen nach mehr Mitbestimmung und Transparenz ist deutlich zu spüren. Was für die BürgerInnen interessant ist wird für Unternehmen und Bildungseinrichtungen zunehmend wichtig. Unsere Gesellschaft ist heute mehr als jemals zuvor auf Informationen, nicht nur im Vorfeld von Entscheidungen, angewiesen. Dem muss Rechnung getragen werden, die Politik muss die Weichen stellen,“ erläutert John Dauert. Die von der Verwaltung produzierten Daten sollen nach dem Willen der beiden grünen Kandidaten im Rahmen einer „Open Data-Offensive“ einfacher als bisher öffentlich zugänglich werden.

Der Oberbürgermeisterkandidat Christian Darr macht seinen Standpunkt an einem Beispiel deutlich: „Die Debatte im Nordhäuser Kita-Streit wäre anders verlaufen wenn es bessere Informationsangebote gegeben hätte.“ Als Gründe machen die grünen Kandidaten aber nicht nur fehlendes Know-how, sondern auch eine mangelhafte Informationskultur in den Behörden aus. „Oftmals müssen die Betroffenen die für sie relevanten Informationen erst einfordern und an verschiedenen Stellen mühsam zusammensuchen,“ erläutert Darr.

Dies soll nach dem Willen der beiden jungen Männer anders werden. So könnten die Hürden für mehr Bürgerbeteiligung oftmals bereits mit einigen einfachen Maßnahmen deutlich verringert werden. „Während man mit einem Haushalt im pdf-Format nicht besonders viel anfangen kann ließe sich ein solcher Plan in einem maschinenlesbaren Format, wie für Excel, deutlich leichter sichten, auswerten und präsentieren,“ sagt John Dauert.

Das die Daten in der Regel kostenfrei zugänglich sein sollen mag zunächst überraschend klingen, ist für die bündnisgrünen Kandidaten John Dauert und Christian Darrr jedoch folgerichtig. Durch die Anwendung der so genannten „Creative Commons“-Lizenz mit Namensnennung wollen sie die Hürden für die Weiterverarbeitung deutlich senken.

Für die Bürger sollen die Daten grundsätzlich kostenfrei verfügbar sein: „Das erarbeitete Material wurde von den SteuerzahlerInnen bereits finanziert,“ sagt Christian Darr. Bei kommerziellen Nutzern sei die Bereitschaft Geld auszugeben jedoch durchaus begründet, hier würde er Ausnahmen vorsehen. So sollen auch Unternehmen die Daten für ihre Zwecke nutzen können, die Preise sollten aber nicht gewinnmaximierend, höchstens kostendeckend angesetzt werden. „Angesichts knapper öffentlicher Kassen eine zusätzliche Möglichkeit der Wirtschaftsförderung ,“ erklärt Darr.

„Das alles braucht keine großen Aufwendungen, es ist vor allem eine Frage des Willens, die in Behörden anfallenden Daten für das Gemeinwohl einzusetzen. Dem Bildungsstandort Nordhausen stünden freie Lizenzen gut zu Gesicht,“ erklärt John Dauert abschließend.
Autor: nnz

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