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„Nordhausen gefällt mir“

Freitag, 24. Februar 2012, 13:00 Uhr
Zwei Monate vor der Wahl erschien für Matthias Jendricke (SPD) als ein guter Start für den Auftakt zu seinem Wahlkampf. Heute hatte der Mann zu einem ersten Gespräch eingeladen. Und er machte Angebote an CDU und LINKE und kam am Ende mit einer Vision...

Mit Visionen und Facebook (Foto: nnz) Mit Visionen und Facebook (Foto: nnz)

Die Plakate sind gedruckt, der Slogan schreit nach Öffentlichkeit. 20 Jahre Stadtaufbau Nordhausen haben Früchte getragen, darauf will der 40jährige jetzt weiter aufbauen – aber auch einen Generationswechsel vollziehen. Das sieht man daran, dass Wahlkampf nicht nur als der Straßenwahlkampf betrieben wird, sondern auch der in virtuellen Welt. Facebook soll ihm dabei helfen das Oberbürgermeisteramt zu erklimmen.

Probleme sieht Jendricke bei diesen kommunalen Wahlen in der Mobilisierung der Wähler, die bislang eher schwach war. Also will er in den kommenden 60 Tagen viel auf Achse sein – bei Sport- oder kulturellen Veranstaltungen. Also auch dort, wo er in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zu sehen war: Beim Boxen, beim Handball oder beim Fußball, in Jugendklubs oder im Seniorenbegegnungszentrum.

Auch Plakate sollen geklebt werden... (Foto: nnz) Auch Plakate sollen geklebt werden... (Foto: nnz) Was aber wird mit ihm an der Verwaltungsspitze in Zukunft passieren? Neben den Investitionen wie der Flohburg oder der Kulturbibliothek, soll in den kommenden Jahren die Rolandstadt weiterentwickelt werden. Dabei will er auch die Erfahrungen aus der Zeit nach der Landesgartenschau nutzen, als es in punkto Finanzen nicht sonderlich rosig aussah. Gemeinsam mit dem Stadtrat müsse man nun durch eine schwierige Zeit. Gemeinsam werde es jedoch gelingen.

Gut führen will er den städtischen „Konzernbereich“. Er sei der einzige unter den Kandidaten, der die erforderliche fachliche Kompetenz und Erfahrung mitbringen würde. „Ich bin keiner, der in schwierigen Zeiten einfach abtaucht, der Entscheidungen auch dann vertritt, wenn der Wind stark ins eigene Gesicht bläst.“ Jüngstes Beispiel sei die aktuelle Diskussion um die Neugestaltung der Kitagebühren, über die die nnz noch heute aktuell berichten wird. Schwierig sei es jedoch, auf unfaire Kampagnen zu reagieren, wie sie jetzt durch einige Fraktionen des Stadtrates geführt werden.

Apropos Stadtrat. Nach der angespannten politischen Wahlkampfsituation soll es nach der Wahl mit Jendricke als OB ein Befürworten einer Verwaltungsspitze geben, in der sich die drei großen Fraktionen wiederfinden: SPD, CDU und LINKE. Die Tür werde er für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und Verwaltung aufmachen. Als Vorbild könnte dabei das Landratsamt gelten lassen, natürlich nicht im inhaltlichen Sinne. Der Startschuss für die politische Kooperative soll im Sommer fallen.

Was ist nun der Generationenwechsel? Bürger mit einbinden, Informationen anbieten, neue Medien nutzen. Jendricke will nicht nur informieren, sondern auch eine Art Rückkopplung erzeugen. Vor allem im Vorfeld von Entscheidungen, die richtigsweisend für die weitere Entwicklung von Nordhausen seien. Jendricke will aber auch dem ersten Teil seines Slogans gerecht werden: Auf Gutem aufbauen – dazu gehört zum Beispiel die Strukur innerhalb der Verwaltung ebenso wie die der kommunalen Unternehmen. Aufbauen heißt für Matthias Jendricke auch einen harten und konstruktiven Umgang mit den kommunalen Unternehmen pflegen, besonders mit den Geschäftsleitungen.

Und wie soll es mit den Nordhäuser Ortsteilen weitergehen? In Steigerthal wird es eine Kanalisation erst im Jahr 2015 geben. In Hesserode sollen Fördermittel im Rahmen des Dorferneuerungsprogramm eingeholt werden und auch in Herreden soll sich einiges verändern. Und dann endlich – die Zukunft der Feuerwehr. Ein Neubau der Rettungswache wird realisiert, eine Nordthüringer Rettungsleitstelle soll installiert werden.

Neue Akzente wird es mit dem 40jährigen bei der Zukunft der Radwege geben. Radwege müssen nicht mehr irgendwo enden, sondern durch die E-Bikes werde sich der Radverkehr in einer Bergstadt wie Nordhausen gravierend ändern. Ein erkenn- und nutzbares Radwege-System sei sein Ziel.

Und dann der Knaller aus dem Bereich des ÖPNV. Es soll eine neue Straßenbahnlinie geben, die an der Wendeschleife an der Parkallee beginnt, am Albert-Kuntz-Sportpark vorbeiführt und dort in Richtung HSB-Gleise gebaut werden könnte. Das ist bislang noch eine Vision, die mit Jendricke jedoch untersucht, begutachtet und – bei vorliegenden Voraussetzungen – in den kommenden sechs Jahren realisiert werden kann. Fördermittel vorausgesetzt. Die sollen auch durch gute Kontakte in Richtung Landesregierung akquiriert werden, dank der politischen Gemischtwarenhandlung in Erfurt.

Jendrickes Fazit: „Als künftiger Oberbürgermeister bin ich für alle da. Bestehende Konflikte sollen nicht zusätzlich angeheizt werden, ich will künftig mehr vermitteln als polarisieren.“ Wird man es auch glauben?
Autor: nnz

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