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Watschen für Jendricke

Montag, 13. Oktober 2003, 15:09 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Eingreifen von Matthias Jendricke (SPD) in die Wahlen des Nordhäuser SPD-Direktkandidaten für den Landtag hatte heute ein Nachspiel im Kreistag. Abgewatscht wurde Jendricke von CDU und SPD.


Matthias Jendricke sei zwar vom Kreistag zum Kreiswahlleiter vorgeschlagen worden, doch die Ernennung müsse der Innenminister vornehmen, so Egon Primas, und das sei noch nicht geschehen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag wunderte sich über Aussagen von Jendricke, die er in der nnz als Kreiswahlleiter zur SPD-Kandidaten-Wahl abgegeben hatte (siehe nnz-Archiv). Mit diesen Alleingängen und Eigenmächtigkeiten sei Matthias Jendricke keine gute Wahl als Kreiswahlleiter und der Kreistag solle sich seine Entscheidung noch einmal überlegen, denn „in dieser Funktion wird seriöse Arbeit verlangt“, so Primas.

Jendricke konterte daraufhin, dass er als Privatperson die Wahl angefochten habe und schließlich habe ihm der SPD-Landesvorstand mit seiner Aufhebung der Wahl auch Recht gegeben. Und bereits jetzt – vor der offiziellen Ernennung durch den Innenminister – habe er eine Beratungsfunktion. Das wollte wiederum Egon Primas nicht gelten lassen und sprach von einem Vertrauensverlust, schließlich könne man nicht ausschließen, dass Matthias Jendricke auch bei anderen Parteien mit deren Problemen an die Öffentlichkeit gehen werde.

Und als ob das alles nicht schon dicke genug war, kam dann auch noch der Schlag aus der eigenen Partei. SPD-Fraktionsvorsitzende und Kreischefin Dagmar Becker meinte, „die SPD hatte keinen Beratungsbedarf angemeldet und auch nicht gesehen.“

Und damit war er wieder offen da: Der Riß in der SPD, der Riß zwischen der Stadt und dem Landkreis. Becker gilt in Genossen-Kreisen als Anhängerin von Manfred Breitrück, Jendricke wiederum – das muß an dieser Stelle offen gesagt werden, ist dem Wieninger-Lager zuzuschlagen. Und so bleibt der Wahl des SPD-Kandidaten immer ein schaler Beigeschmack. Egal, wer in der zweiten Auflage das Rennen macht.
Autor: nnz

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