Punktgewinn beim Favoriten
Sonntag, 19. Februar 2012, 16:55 Uhr
Vor der Partie waren sich die Handball-Spieler des Nordhäuser Sportvereins einig: sie wollten unter allen Umständen den Bock umstoßen und in der Handballhochburg Ronneburg punkten. Und das klappte, wenn auch nur zum Teil...
Bock umstoßen - ein Unterfangen, welches bei einem Blick auf die Tabelle der Thüringenliga fast schon absurd klingt. Doch die Südharzer spielten in ihren Begegnungen, auch gegen Spitzenmannschaften wie dem HSV Apolda, bis zum Schluss gut mit. Oftmals wurden ihnen in den Schlusssekunden die Punkte entrissen. Für das Spiel in Ronneburg hatten sie sich mit Marco Holznagel und Nikita Schneider zwei Verstärkungen für die Abwehr geholt.
Leider konnte Stammtorhüter aus beruflichen Gründen im Kasten stehen. Auch die Grippewelle schien ein wenig abgeklungen, einzig die Kältehaus ähnlichen Temperaturen in der Ronneburger Halle machten allen zu schaffen.
Die Gastgeber selbst traten mit breiter Brust auf. Da sie das Hinspiel klar gewonnen hatten und die Tabellensituation ebenfalls für sie sprach, spielte nur die Höhe des Ergebnisses eine Rolle auf den Zuschauerrängen.
Punktgewinn bei Favoriten (Foto: Christoph Keil)
Doch der HSV ist nicht mehr die Mannschaft aus der Hinrunde. Wirtschaftlich in unruhiges Fahrwasser gekommen drohte die Mannschaft vor dem Spiel in Mühlhausen sich aufzulösen. Ohne ihre Leistungsträger und etatmäßigen Trainer kassierten sie eine deftige Niederlage. Zwischenzeitlich schaffte es der HSV einige Leistungsträger zu gewinnen die Saison bis zum Ende zu spielen. Besonders wichtig die Rückkehr von Mirko Alexy.
Das die Südharzer vor dem Absteiger aus der mitteldeutschen Liga keinen Respekt haben zeigten gleich sie zu Beginn der Partie. Nach nur 24 Sekunden schlug ein Ball, geworfen von Marcel Effenberger, ins HSV Netz ein. Erst Ende der zweiten Minute erzielte Alexy den Ausgleich. Ein Pass von NSV Regisseur Mathias Thiele auf Michael Spieß brachte nur wenige Sekunden später die 2:1 Führung. Spätestens jetzt wurde klar das die NSV Spieler in dieser Begegnung mehr wollten.
Im Weiteren war Thiele Dreh und Angelpunkt im Nordhäuser Spiel. Er setzte seine Mitspieler mit Traumpässen gekonnt ein und blieb mit sieben Treffern, davon vier Strafwürfe, selbst Torgefährlich. Vor allem Stefan Fuhrmann und Marcel Effenberg bedankten sich im ersten Spielabschnitt für die Zuspiele.
Trotz oder gerade wegen des knappen Spielstandes probierte die NSV einiges aus. So gab Marco Holznagel der Abwehr neues Selbstvertrauen und im Tor überließ Kay Näther, obwohl ausgezeichnet bis dahin, dem jungen Nikita Scheider den Kasten zu seiner ersten größeren Bewährungsprobe im Dress des NSV.
So nach und nach zermürbten die HSV Angreifer. Bis zum 11:11 wechselte die Führung (23 Spielminute). Zwei Treffer von Fuhrmann und Thiele zogen die Partie mit 13:11 aus die NSV Seite. Doch zwei schnelle Treffer des HSV brachten das 13:13, ehe es wiederum Thiele vorbehalten war den 14:13 für die Südharzer zu erzielen.
Der HSV begann die zweite Halbzeit, doch es dauerte geschlagene vier Minuten ehe sie den Ausglich zum 14:14 erzielen konnten. Das Tempo wurde noch schärfer, darunter litt auf beiden Seiten die Konzentration. Viele gute Möglichkeiten wurden ausgelassen. Besonders der NSV hatte da seine Mühe mit dem Keeper der Gastgeber. Da sich auch Ronneburg mit Nikita Scheider schwer taten stand die Halbzeit ganz im Zeichen der Torhüter und der Abwehrreihen. Beim Stand von 16:17 in der 42. Spielminute starteten die Nordhäuser durch. Nach dem Ausgleich durch Christian Müller (17:17) folgte Treffer 18 durch Effenberger, 19 durch Elster und 20 durch Thiele.
Die Halle stand Kopf nur die Nordhäuser Fans waren zu hören. Sie verstummten auch nicht als vier Minuten später (48. Spielminute) ein 20:20 auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Die 48. bis 54. Minute war hart umkämpft und vom Tribut des hohen Tempos geprägt. Durch die vielen Fehlpässe und Fehlwürfe wirkte die Partie zerfahren.
Ein erster Schock für den NSV in der 57. Minute, Ronneburg konnte sich mit zwei Treffer (23:21) absetzen. Doch der beste Nordhäuser an diesem Tag, Mathias Thiele, schaffte mit einem verwandelten Strafwurf und einem Treffer aus dem Rückraum das kaum geglaubte, den 23:23 Ausgleich. Leider waren aus NSV Sicht noch 1 Minute und 21 Sekunden zu spielen, im Handball eine Ewigkeit. Den anschließenden Ronneburger Angriff fingen die Südharzer ab und hatten es 54 Sekunden vor Schluss selbst noch in der Hand den Siegtreffer zu erzielen. Etwas überhastet vorgetragen scheiterten sie von Links am Torhüter.
Ein Erfolg war möglich, die Punkteteilung am Ende gerecht. Der NSV fand in Ronneburg in der Abwehr zu alter Stärke zurück und konnte vom Favoriten ein Punkt entführen. Neben der wieder einmal ausgezeichneten Mannschaftsmoral war es Mathias Thiele der seine Mitspieler nach vorn trieb. Das vor allem nach der Pressdeckung für Kanonier Stefan Fuhrmann die Spielanteile geschickt verlagert wurden geht auf sein Konto. Profitiert davon hat die gesamte Mannschaft, die das taktische Konzept über weite Strecken konsequent umgesetzt hat.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass sie nach einem spielfreien Wochenende am 03. März im Heimspiel gegen Werratal diese Leistung wiederholt abrufen können.
Frank Ollech
Nikita Scheider/ Kay Näther/ Stefan Fuhrmann 7/ Christian Müller 1/ Andreas Ramonat/ Thomas Riemekasten 1/ Sebastian Kreutz 2/ Mathias Thiele 7 /Andre Elster 2/ Michael Spieß 1/ Marcel Effenberger 4/Marco Holznagel
Autor: nnzBock umstoßen - ein Unterfangen, welches bei einem Blick auf die Tabelle der Thüringenliga fast schon absurd klingt. Doch die Südharzer spielten in ihren Begegnungen, auch gegen Spitzenmannschaften wie dem HSV Apolda, bis zum Schluss gut mit. Oftmals wurden ihnen in den Schlusssekunden die Punkte entrissen. Für das Spiel in Ronneburg hatten sie sich mit Marco Holznagel und Nikita Schneider zwei Verstärkungen für die Abwehr geholt.
Leider konnte Stammtorhüter aus beruflichen Gründen im Kasten stehen. Auch die Grippewelle schien ein wenig abgeklungen, einzig die Kältehaus ähnlichen Temperaturen in der Ronneburger Halle machten allen zu schaffen.
Die Gastgeber selbst traten mit breiter Brust auf. Da sie das Hinspiel klar gewonnen hatten und die Tabellensituation ebenfalls für sie sprach, spielte nur die Höhe des Ergebnisses eine Rolle auf den Zuschauerrängen.
Punktgewinn bei Favoriten (Foto: Christoph Keil)
Doch der HSV ist nicht mehr die Mannschaft aus der Hinrunde. Wirtschaftlich in unruhiges Fahrwasser gekommen drohte die Mannschaft vor dem Spiel in Mühlhausen sich aufzulösen. Ohne ihre Leistungsträger und etatmäßigen Trainer kassierten sie eine deftige Niederlage. Zwischenzeitlich schaffte es der HSV einige Leistungsträger zu gewinnen die Saison bis zum Ende zu spielen. Besonders wichtig die Rückkehr von Mirko Alexy. Das die Südharzer vor dem Absteiger aus der mitteldeutschen Liga keinen Respekt haben zeigten gleich sie zu Beginn der Partie. Nach nur 24 Sekunden schlug ein Ball, geworfen von Marcel Effenberger, ins HSV Netz ein. Erst Ende der zweiten Minute erzielte Alexy den Ausgleich. Ein Pass von NSV Regisseur Mathias Thiele auf Michael Spieß brachte nur wenige Sekunden später die 2:1 Führung. Spätestens jetzt wurde klar das die NSV Spieler in dieser Begegnung mehr wollten.
Im Weiteren war Thiele Dreh und Angelpunkt im Nordhäuser Spiel. Er setzte seine Mitspieler mit Traumpässen gekonnt ein und blieb mit sieben Treffern, davon vier Strafwürfe, selbst Torgefährlich. Vor allem Stefan Fuhrmann und Marcel Effenberg bedankten sich im ersten Spielabschnitt für die Zuspiele.
Trotz oder gerade wegen des knappen Spielstandes probierte die NSV einiges aus. So gab Marco Holznagel der Abwehr neues Selbstvertrauen und im Tor überließ Kay Näther, obwohl ausgezeichnet bis dahin, dem jungen Nikita Scheider den Kasten zu seiner ersten größeren Bewährungsprobe im Dress des NSV.
So nach und nach zermürbten die HSV Angreifer. Bis zum 11:11 wechselte die Führung (23 Spielminute). Zwei Treffer von Fuhrmann und Thiele zogen die Partie mit 13:11 aus die NSV Seite. Doch zwei schnelle Treffer des HSV brachten das 13:13, ehe es wiederum Thiele vorbehalten war den 14:13 für die Südharzer zu erzielen.
Der HSV begann die zweite Halbzeit, doch es dauerte geschlagene vier Minuten ehe sie den Ausglich zum 14:14 erzielen konnten. Das Tempo wurde noch schärfer, darunter litt auf beiden Seiten die Konzentration. Viele gute Möglichkeiten wurden ausgelassen. Besonders der NSV hatte da seine Mühe mit dem Keeper der Gastgeber. Da sich auch Ronneburg mit Nikita Scheider schwer taten stand die Halbzeit ganz im Zeichen der Torhüter und der Abwehrreihen. Beim Stand von 16:17 in der 42. Spielminute starteten die Nordhäuser durch. Nach dem Ausgleich durch Christian Müller (17:17) folgte Treffer 18 durch Effenberger, 19 durch Elster und 20 durch Thiele.
Die Halle stand Kopf nur die Nordhäuser Fans waren zu hören. Sie verstummten auch nicht als vier Minuten später (48. Spielminute) ein 20:20 auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Die 48. bis 54. Minute war hart umkämpft und vom Tribut des hohen Tempos geprägt. Durch die vielen Fehlpässe und Fehlwürfe wirkte die Partie zerfahren.
Ein erster Schock für den NSV in der 57. Minute, Ronneburg konnte sich mit zwei Treffer (23:21) absetzen. Doch der beste Nordhäuser an diesem Tag, Mathias Thiele, schaffte mit einem verwandelten Strafwurf und einem Treffer aus dem Rückraum das kaum geglaubte, den 23:23 Ausgleich. Leider waren aus NSV Sicht noch 1 Minute und 21 Sekunden zu spielen, im Handball eine Ewigkeit. Den anschließenden Ronneburger Angriff fingen die Südharzer ab und hatten es 54 Sekunden vor Schluss selbst noch in der Hand den Siegtreffer zu erzielen. Etwas überhastet vorgetragen scheiterten sie von Links am Torhüter.
Ein Erfolg war möglich, die Punkteteilung am Ende gerecht. Der NSV fand in Ronneburg in der Abwehr zu alter Stärke zurück und konnte vom Favoriten ein Punkt entführen. Neben der wieder einmal ausgezeichneten Mannschaftsmoral war es Mathias Thiele der seine Mitspieler nach vorn trieb. Das vor allem nach der Pressdeckung für Kanonier Stefan Fuhrmann die Spielanteile geschickt verlagert wurden geht auf sein Konto. Profitiert davon hat die gesamte Mannschaft, die das taktische Konzept über weite Strecken konsequent umgesetzt hat.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass sie nach einem spielfreien Wochenende am 03. März im Heimspiel gegen Werratal diese Leistung wiederholt abrufen können.
Frank Ollech
Nikita Scheider/ Kay Näther/ Stefan Fuhrmann 7/ Christian Müller 1/ Andreas Ramonat/ Thomas Riemekasten 1/ Sebastian Kreutz 2/ Mathias Thiele 7 /Andre Elster 2/ Michael Spieß 1/ Marcel Effenberger 4/Marco Holznagel















