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nnz/kn-Forum: Eigentlich zu spät

Freitag, 17. Februar 2012, 14:37 Uhr
Kurz vor Weihnachten hatten wir in einer Betrachtung bereits den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff gefordert...


Schon damals sah ich durch das Verhalten dieses Bundespräsidenten dieses Amt beschädigt. Schon damals hatte er sich mit seinen Kapriolen unmöglich gemacht. Und immer wieder hatte er das zugegeben, was ohnehin Tage zuvor in den Medien zu lesen, zu hören und zu sehen war.

Christian Wulff hatte sich in seiner Zeit als Bundespräsident nichts zu Schulden kommen lassen. Doch Wulff war auch erster Mann in einem Bundesland, in dieser Funktion als Ministerpräsident, als Entscheider, war er für die Vertreter der Wirtschaft, für Unternehmer oder Filmproduzenten einfach "interessanter".

Und noch einmal: Es war kein Komplott der Medien. Die transportieren die Nachrichten, an deren Entstehung andere den entscheidenden Anteil haben. Medien machen die Ereignisse nicht. Interessant ist auch, dass die Ermittlungen der Staatsanwälte in Gang kamen, nachdem Berichte in den Medien ausgewertet wurden, wie es in dem Statement der Ermittler hieß.

Christian Wulff war nicht mehr ertragbar. Er mag sympathisch sein, aber: er hatte einfach zu viele falsche Freunde und: er hatte keine wirklichen Freunde. Es ist zu spät, denn eine gehörige Portion Vertrauen in den Menschen an die Politik ist in den zurückliegenden sieben Wochen verloren gegangen. Das wird das sein, was von ihm als Präsident bleibt.

Jetzt wird vermutlich gesucht, nach einem neuen Präsidenten. Namen sind bereits im Gespräch: Töpfer, von der Leyen oder Norbert Lammert. Ich hatte bislang nur mit dem Herrn Lammert zu tun, als er die Laudatio zur Ehrenbürgerschaft von Lothar de Maiziere hielt. Was man sonst von diesem Manne gehört hat, wie er sich auch gegen die etablierte Politik durchgesetzt hat, das macht ihn sympatisch. Vermutlich nicht nur für mich.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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