Bericht wurde vorgestellt
Dienstag, 07. Oktober 2003, 13:21 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). In der Landeshauptstadt ist heute Bilanz über den Brand- und Katastrophenschutz gezogen worden. Im Mittelpunkt stand dabei der Bericht zum Jahr 2002 und auch auf Ereignisse dieses Jahres wurde eingegangen.
Anlässlich der Vorstellung des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzberichts 2002 während der Regierungspressekonferenz in der Staatskanzlei hat Innenminister Andreas Trautvetter heute den rund 75.000 Feuerwehrangehörigen für ihr selbstloses ehrenamtliches Engagement zugunsten der Allgemeinheit hohe Anerkennung und herzlichen Dank ausgesprochen. Unsere Feuerwehren fungieren als Säulen der Sicherheit im Freistaat. Sie bilden das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes in Thüringen, hob Trautvetter hervor. Wie gefährlich der freiwillige, aufopferungsvolle Dienst in den Feuerwehren mitunter sei, unterstreiche der Tod zweier Feuerwehrleute bei einem Einsatz in Niederpöllnitz in diesem Sommer, betonte der Minister.
Die Thüringer Feuerwehren und ihre Mitglieder
In allen 1017 Thüringer Gemeinden gibt es eine Feuerwehr. Die Zahl der Gemeinde-, Stadtteil- oder Ortsteilfeuerwehren beläuft sich auf insgesamt 1929. In 8 Städten gibt es eine Berufsfeuerwehr. Darüber hinaus bestehen 6 anerkannte Werkfeuerwehren.
Die Zahl der Thüringer Feuerwehrangehörigen beläuft sich auf 75.762. 48.146 Feuerwehrangehörige wirken im Einsatzdienst der Berufs-, Freiwilligen und Werk-Feuerwehren. 14.089 Jugendfeuerwehrangehörige sind in 1.139 Jugendfeuerwehren tätig. 13.527 Kameraden wirken in der Alters- und Ehrenabteilung mit. Von den über 48.000 Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst sind nur 784 hauptberuflich tätig – das entspricht einem Anteil von 1,6 Prozent.
Die Gesamtzahl der Feuerwehrangehörigen hat in den letzten Jahren geringfügig – um 1,4 Prozent abgenommen - dies ist jedoch im Hinblick auf den zum Teil dramatischen Mitgliederrückgang in anderen ehrenamtlichen Bereichen noch keine besorgniserregende Zahl. Die Zahl der ehrenamtlich Aktiven hat ebenso wie die Zahl der Jugendfeuerwehrangehörigen leicht abgenommen, während die Zahl der Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung leicht gestiegen ist. Diese Zahlen spiegeln die allgemeine demographische Entwicklung wider. Gerade unter diesem Aspekt ist der Nachwuchsgewinnung und der Steigerung der Attraktivität des Ehrenamtes in Zukunft noch mehr Bedeutung beizumessen.
Einsätze
Die Gesamtzahl aller Einsätze im Jahre 2002 belief sich auf 26.499. Nach mehreren Jahren einer rückläufigen Tendenz ist diese Zahl erstmals seit 1999 im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen - um mehr als 17 Prozent.
Aufgliederung der Einsätze:
- 2.873 Einsätze zur Brandbekämpfung - rund 11 Prozent
- 19.044 Einsätze Allgemeine Hilfe - rund 72 Prozent
- 4.582 Fehleinsätze - rund 17 Prozent.
Der Trend der Verlagerung der Einsätze von der Brandbekämpfung zur Hilfeleistung setzte sich fort. Auf einen Brand kamen 6,6 Hilfeleistungseinsätze.
Rund 60 Prozent der Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungseinsätze wurden von Freiwilligen Feuerwehren bewältigt, rund 40 Prozent durch die Berufsfeuerwehren. Dieser Trend erweist die gewachsene Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren - im Jahr 1992 war das Verhältnis noch umgekehrt. Darüber hinaus bewältigten die Berufsfeuerwehren Erfurt, Gera, Jena und Weimar 9.686 Rettungsdiensteinsätze.
Brandbekämpfung
Die Zahl der Einsätze zur Brandbekämpfung verringerte sich wie bereits in den Vorjahren um rund 10 Prozent auf nunmehr 2873 Einsätze. Dies trifft gleichermaßen auf Großbrände wie auf Mittel- und Kleinbrände zu. 187 Personen wurden bei Einsätzen zur Brandbekämpfung aus akuter Gefahr gerettet. Für 20 Personen kam bei Bränden jede Hilfe zu spät.
2002 kamen bei Bränden erfreulicherweise keine Feuerwehrangehörigen ums Leben. Allerdings wurden 32 Kameraden bei Brandbekämpfungseinsätzen verletzt. Schwerpunkte der Brandbekämpfung bildeten einerseits der Wohnbereich (522 Einsätze), andererseits Brände von Müllbehältern und Containern (589 Einsätze). Bei letzteren ist hauptsächlich von Brandstiftung auszugehen. Angesichts der Brandtoten und der nach wie vor hohen Zahl an Wohnungsbränden wird die Installation von Rauchmeldern in Wohnungen dringend empfohlen. Manches der Opfer könnte heute noch leben, wenn in seiner Wohnung ein solches Gerät installiert gewesen wäre.
Allgemeine Hilfe
Die Zahl der Einsätze der Allgemeinen Hilfe hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 19044 Einsätze erhöht. Damit ist diese Kennziffer erstmals seit 1999 wieder gestiegen.
Diese beträchtliche Steigerung resultiert hauptsächlich aus den mehr als 5000 Einsätzen, die die Thüringer Feuerwehren im Zusammenhang mit der Hochwasserlage im August 2002 in Sachsen, Sachsen/Anhalt und Thüringen bewältigt haben.
Bei Hilfeleistungseinsätzen wurden im letzten Jahr 769 Personen aus akuter Gefahr gerettet. 237 Tote wurden bei Hilfeleistungseinsätzen registriert - hierbei handelt es sich vor allem um Verkehrsunfallopfer.
Die Zahl der im Jahre 2002 bei Hilfeleistungseinsätzen verletzten Feuerwehrangehörigen ist nach einem Anstieg im Vorjahr in 2002 erfreulicherweise auf 25 gesunken (Vergleichszahl 2001: 34). Die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften bleibt ein Schwerpunkt bei der Ausbildung der Feuerwehrangehörigen. Im Jahre 2002 wurden 5.155 Einsätze allein im Zusammenhang mit Straßenverkehrsunfällen geleistet. Die Einsatzbreite reicht hierbei von der Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen über die Bewältigung von Gefahrguttransportunfällen bis zur Beseitigung von Ölspuren.
Fehleinsätze
Die Anzahl der Fehleinsätze hat sich um knapp 5 Prozent auf 4582 verringert, liegt aber gemessen an der Zahl der Gesamteinsätze nach wie vor recht hoch. Die Auslösung von Fehlalarmen erfolgte zu einem beträchtlichen Anteil (2.048) durch Brandmeldeanlagen. Der zunehmende Einbau solcher Anlagen ist grundsätzlich zu begrüßen. Betreiber sollten diese Anlagen jedoch sorgsam warten und bei Staub aufwirbelnden Arbeiten in deren Nähe ausschalten.
Katastrophenschutz
In Thüringen war insbesondere der Landkreis Altenburger Land vom Augusthochwasser betroffen. Die Schäden wurden auf 55 Millionen Euro geschätzt. In der Zeit vom 12. bis 18. August 2002 kamen bei 861 Einsätzen insgesamt 760 Feuerwehrangehörige zum Einsatz. Darüber hinaus wurde die Hochwasserabwehr von 3000 Helfern des Rettungsdienstes, der Polizei, aus der Verwaltung, von THW, Bundeswehr und vielen Bürger unterstützt.
Neben weiteren Zuschüssen aus dem Hochwasser-Aufbauhilfefond haben der Bund und der Freistaat zur Milderung sozialer Notlagen sowie zur Begleichung der Einsatzkosten Unterstützung in Höhe von rund 1 Million Euro Unterstützung gewährt.
Für die Bewältigung der Hochwasserlage in Sachsen und Sachsen/Anhalt stellten alle Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte Technik und Personal der Feuerwehren, Einheiten des Katastrophenschutzes und privaten Hilfsorganisationen zur Verfügung. Insgesamt waren in Sachsen und Sachsen/Anhalt 1762 Einsatzkräfte mit 304 Fahrzeugen im Einsatz. Der Freistaat hat in erheblichem Umfang Kosten übernommen und alle vom Land angeordneten Einsätze bezahlt.
Zum Jahreswechsel 2002/03 kam es insbesondere im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Sömmerda erneut zu einer Hochwasserlage. Die Schäden beliefen sich auf rund 20 Millionen Euro. Das Land hat die Hälfte der kommunalen Schäden und Einsatzkosten in Höhe von fast 2 Millionen Euro übernommen und darüber hinaus 200.000 Euro als Hilfe an in ihrer Existenz gefährdete gewerbliche und landwirtschaftliche Unternehmen sowie an Privatpersonen gezahlt.
11. September 2001
Nach den Terrorangriffen auf Ziele in den USA am 11. September 2001 stand auch das Land Thüringen vor einer neuen Herausforderung. Im Freistaat wurden notwendige Konsequenzen aus diesen Ereignissen gezogen.
Das von der der Landesregierung 2001 beschlossene umfangreiche Sicherheitsprogramm beinhaltet unter anderem die Einrichtung von vier Katastrophenschutzlagern, die Ergänzung der Ausstattung der Sanitäts- und Betreuungszüge mit Funkmeldeempfängern und Funkgeräten sowie eine beschleunigte Ausführung der vorgesehenen Baumaßnahmen an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS). Bereits im Juli dieses Jahres konnte das neue Trockenübungshaus an der LFKS eingeweiht werden. Umfassende und hochwertige Ausbildung bilden die wesentliche Grundlage einer adäquaten Gefahrenabwehr. Dies gilt für den täglichen Einsatz ebenso wie bei Einsätzen mit terroristischem Hintergrund.
Ein wesentlicher Bestandteil der getroffenen Vorkehrungen betrifft die Vorbereitung auf Einsätze mit bioterroristischem Hintergrund. Nach dem 11. September 2001 kam es in 2002 insgesamt zu 141 Einsätzen, bei denen zunächst der Verdacht auf bioterroristischen Hintergrund bestand (so genannte Milzbrandeinsätze). Die Landesregierung erarbeitete Handlungsempfehlungen zur Bewältigung solcher Lagen, insbesondere für das Zusammenwirken der verschiedenen kommunalen Aufgabenträger und staatlichen Behörden.
Der Bund hat nach dem 11. September 2001 die ohnehin vorgesehenen ABC-Erkundungskraftwagen beschleunigt an die Länder ausgeliefert. Thüringen erhielt 27 dieser Fahrzeuge, die u. a. zur Erkundung bei Einsätzen dieser Art dienen. Sie verfügen über wartungsintensive, sensible Technik, die leider auch nicht fehlerfrei ist. Die Länder haben beim Bund erheblichen Ergänzungsbedarf angemeldet.
Der Freistaat hat die Ausstattung dieser Fahrzeuge ergänzt und dafür mehr als 100.000 Euro aufgewendet. Die Ausstattung der Fahrzeuge wurde um je 2 Chemikalienschutzanzüge und 8 Plaketten für Filmdosimeter erweitert, da nur so ein sicherer Einsatz von FWA mit diesem Fahrzeug möglich ist.
Förderung
Fahrzeugtechnik: Die Beschaffung von 51 Lösch- und Spezialfahrzeugen wurde mit insgesamt 2,96 Millionen Euro gefördert. Baumaßnahmen: 33 Baumaßnahmen wurden mit insgesamt 4,08 Millionen Euro gefördert. Seit 1991 hat der Freistaat damit für Bau- und Beschaffungsmaßnahmen im Bereich Brand- und Katastrophenschutz Fördermittel in Höhe von 163 Millionen Euro bewilligt.
Autor: nnzAnlässlich der Vorstellung des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzberichts 2002 während der Regierungspressekonferenz in der Staatskanzlei hat Innenminister Andreas Trautvetter heute den rund 75.000 Feuerwehrangehörigen für ihr selbstloses ehrenamtliches Engagement zugunsten der Allgemeinheit hohe Anerkennung und herzlichen Dank ausgesprochen. Unsere Feuerwehren fungieren als Säulen der Sicherheit im Freistaat. Sie bilden das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes in Thüringen, hob Trautvetter hervor. Wie gefährlich der freiwillige, aufopferungsvolle Dienst in den Feuerwehren mitunter sei, unterstreiche der Tod zweier Feuerwehrleute bei einem Einsatz in Niederpöllnitz in diesem Sommer, betonte der Minister.
Die Thüringer Feuerwehren und ihre Mitglieder
In allen 1017 Thüringer Gemeinden gibt es eine Feuerwehr. Die Zahl der Gemeinde-, Stadtteil- oder Ortsteilfeuerwehren beläuft sich auf insgesamt 1929. In 8 Städten gibt es eine Berufsfeuerwehr. Darüber hinaus bestehen 6 anerkannte Werkfeuerwehren.
Die Zahl der Thüringer Feuerwehrangehörigen beläuft sich auf 75.762. 48.146 Feuerwehrangehörige wirken im Einsatzdienst der Berufs-, Freiwilligen und Werk-Feuerwehren. 14.089 Jugendfeuerwehrangehörige sind in 1.139 Jugendfeuerwehren tätig. 13.527 Kameraden wirken in der Alters- und Ehrenabteilung mit. Von den über 48.000 Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst sind nur 784 hauptberuflich tätig – das entspricht einem Anteil von 1,6 Prozent.
Die Gesamtzahl der Feuerwehrangehörigen hat in den letzten Jahren geringfügig – um 1,4 Prozent abgenommen - dies ist jedoch im Hinblick auf den zum Teil dramatischen Mitgliederrückgang in anderen ehrenamtlichen Bereichen noch keine besorgniserregende Zahl. Die Zahl der ehrenamtlich Aktiven hat ebenso wie die Zahl der Jugendfeuerwehrangehörigen leicht abgenommen, während die Zahl der Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung leicht gestiegen ist. Diese Zahlen spiegeln die allgemeine demographische Entwicklung wider. Gerade unter diesem Aspekt ist der Nachwuchsgewinnung und der Steigerung der Attraktivität des Ehrenamtes in Zukunft noch mehr Bedeutung beizumessen.
Einsätze
Die Gesamtzahl aller Einsätze im Jahre 2002 belief sich auf 26.499. Nach mehreren Jahren einer rückläufigen Tendenz ist diese Zahl erstmals seit 1999 im Vergleich zum Vorjahr wieder angestiegen - um mehr als 17 Prozent.
Aufgliederung der Einsätze:
- 2.873 Einsätze zur Brandbekämpfung - rund 11 Prozent
- 19.044 Einsätze Allgemeine Hilfe - rund 72 Prozent
- 4.582 Fehleinsätze - rund 17 Prozent.
Der Trend der Verlagerung der Einsätze von der Brandbekämpfung zur Hilfeleistung setzte sich fort. Auf einen Brand kamen 6,6 Hilfeleistungseinsätze.
Rund 60 Prozent der Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungseinsätze wurden von Freiwilligen Feuerwehren bewältigt, rund 40 Prozent durch die Berufsfeuerwehren. Dieser Trend erweist die gewachsene Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren - im Jahr 1992 war das Verhältnis noch umgekehrt. Darüber hinaus bewältigten die Berufsfeuerwehren Erfurt, Gera, Jena und Weimar 9.686 Rettungsdiensteinsätze.
Brandbekämpfung
Die Zahl der Einsätze zur Brandbekämpfung verringerte sich wie bereits in den Vorjahren um rund 10 Prozent auf nunmehr 2873 Einsätze. Dies trifft gleichermaßen auf Großbrände wie auf Mittel- und Kleinbrände zu. 187 Personen wurden bei Einsätzen zur Brandbekämpfung aus akuter Gefahr gerettet. Für 20 Personen kam bei Bränden jede Hilfe zu spät.
2002 kamen bei Bränden erfreulicherweise keine Feuerwehrangehörigen ums Leben. Allerdings wurden 32 Kameraden bei Brandbekämpfungseinsätzen verletzt. Schwerpunkte der Brandbekämpfung bildeten einerseits der Wohnbereich (522 Einsätze), andererseits Brände von Müllbehältern und Containern (589 Einsätze). Bei letzteren ist hauptsächlich von Brandstiftung auszugehen. Angesichts der Brandtoten und der nach wie vor hohen Zahl an Wohnungsbränden wird die Installation von Rauchmeldern in Wohnungen dringend empfohlen. Manches der Opfer könnte heute noch leben, wenn in seiner Wohnung ein solches Gerät installiert gewesen wäre.
Allgemeine Hilfe
Die Zahl der Einsätze der Allgemeinen Hilfe hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 19044 Einsätze erhöht. Damit ist diese Kennziffer erstmals seit 1999 wieder gestiegen.
Diese beträchtliche Steigerung resultiert hauptsächlich aus den mehr als 5000 Einsätzen, die die Thüringer Feuerwehren im Zusammenhang mit der Hochwasserlage im August 2002 in Sachsen, Sachsen/Anhalt und Thüringen bewältigt haben.
Bei Hilfeleistungseinsätzen wurden im letzten Jahr 769 Personen aus akuter Gefahr gerettet. 237 Tote wurden bei Hilfeleistungseinsätzen registriert - hierbei handelt es sich vor allem um Verkehrsunfallopfer.
Die Zahl der im Jahre 2002 bei Hilfeleistungseinsätzen verletzten Feuerwehrangehörigen ist nach einem Anstieg im Vorjahr in 2002 erfreulicherweise auf 25 gesunken (Vergleichszahl 2001: 34). Die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften bleibt ein Schwerpunkt bei der Ausbildung der Feuerwehrangehörigen. Im Jahre 2002 wurden 5.155 Einsätze allein im Zusammenhang mit Straßenverkehrsunfällen geleistet. Die Einsatzbreite reicht hierbei von der Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen über die Bewältigung von Gefahrguttransportunfällen bis zur Beseitigung von Ölspuren.
Fehleinsätze
Die Anzahl der Fehleinsätze hat sich um knapp 5 Prozent auf 4582 verringert, liegt aber gemessen an der Zahl der Gesamteinsätze nach wie vor recht hoch. Die Auslösung von Fehlalarmen erfolgte zu einem beträchtlichen Anteil (2.048) durch Brandmeldeanlagen. Der zunehmende Einbau solcher Anlagen ist grundsätzlich zu begrüßen. Betreiber sollten diese Anlagen jedoch sorgsam warten und bei Staub aufwirbelnden Arbeiten in deren Nähe ausschalten.
Katastrophenschutz
In Thüringen war insbesondere der Landkreis Altenburger Land vom Augusthochwasser betroffen. Die Schäden wurden auf 55 Millionen Euro geschätzt. In der Zeit vom 12. bis 18. August 2002 kamen bei 861 Einsätzen insgesamt 760 Feuerwehrangehörige zum Einsatz. Darüber hinaus wurde die Hochwasserabwehr von 3000 Helfern des Rettungsdienstes, der Polizei, aus der Verwaltung, von THW, Bundeswehr und vielen Bürger unterstützt.
Neben weiteren Zuschüssen aus dem Hochwasser-Aufbauhilfefond haben der Bund und der Freistaat zur Milderung sozialer Notlagen sowie zur Begleichung der Einsatzkosten Unterstützung in Höhe von rund 1 Million Euro Unterstützung gewährt.
Für die Bewältigung der Hochwasserlage in Sachsen und Sachsen/Anhalt stellten alle Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte Technik und Personal der Feuerwehren, Einheiten des Katastrophenschutzes und privaten Hilfsorganisationen zur Verfügung. Insgesamt waren in Sachsen und Sachsen/Anhalt 1762 Einsatzkräfte mit 304 Fahrzeugen im Einsatz. Der Freistaat hat in erheblichem Umfang Kosten übernommen und alle vom Land angeordneten Einsätze bezahlt.
Zum Jahreswechsel 2002/03 kam es insbesondere im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Sömmerda erneut zu einer Hochwasserlage. Die Schäden beliefen sich auf rund 20 Millionen Euro. Das Land hat die Hälfte der kommunalen Schäden und Einsatzkosten in Höhe von fast 2 Millionen Euro übernommen und darüber hinaus 200.000 Euro als Hilfe an in ihrer Existenz gefährdete gewerbliche und landwirtschaftliche Unternehmen sowie an Privatpersonen gezahlt.
11. September 2001
Nach den Terrorangriffen auf Ziele in den USA am 11. September 2001 stand auch das Land Thüringen vor einer neuen Herausforderung. Im Freistaat wurden notwendige Konsequenzen aus diesen Ereignissen gezogen.
Das von der der Landesregierung 2001 beschlossene umfangreiche Sicherheitsprogramm beinhaltet unter anderem die Einrichtung von vier Katastrophenschutzlagern, die Ergänzung der Ausstattung der Sanitäts- und Betreuungszüge mit Funkmeldeempfängern und Funkgeräten sowie eine beschleunigte Ausführung der vorgesehenen Baumaßnahmen an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS). Bereits im Juli dieses Jahres konnte das neue Trockenübungshaus an der LFKS eingeweiht werden. Umfassende und hochwertige Ausbildung bilden die wesentliche Grundlage einer adäquaten Gefahrenabwehr. Dies gilt für den täglichen Einsatz ebenso wie bei Einsätzen mit terroristischem Hintergrund.
Ein wesentlicher Bestandteil der getroffenen Vorkehrungen betrifft die Vorbereitung auf Einsätze mit bioterroristischem Hintergrund. Nach dem 11. September 2001 kam es in 2002 insgesamt zu 141 Einsätzen, bei denen zunächst der Verdacht auf bioterroristischen Hintergrund bestand (so genannte Milzbrandeinsätze). Die Landesregierung erarbeitete Handlungsempfehlungen zur Bewältigung solcher Lagen, insbesondere für das Zusammenwirken der verschiedenen kommunalen Aufgabenträger und staatlichen Behörden.
Der Bund hat nach dem 11. September 2001 die ohnehin vorgesehenen ABC-Erkundungskraftwagen beschleunigt an die Länder ausgeliefert. Thüringen erhielt 27 dieser Fahrzeuge, die u. a. zur Erkundung bei Einsätzen dieser Art dienen. Sie verfügen über wartungsintensive, sensible Technik, die leider auch nicht fehlerfrei ist. Die Länder haben beim Bund erheblichen Ergänzungsbedarf angemeldet.
Der Freistaat hat die Ausstattung dieser Fahrzeuge ergänzt und dafür mehr als 100.000 Euro aufgewendet. Die Ausstattung der Fahrzeuge wurde um je 2 Chemikalienschutzanzüge und 8 Plaketten für Filmdosimeter erweitert, da nur so ein sicherer Einsatz von FWA mit diesem Fahrzeug möglich ist.
Förderung
Fahrzeugtechnik: Die Beschaffung von 51 Lösch- und Spezialfahrzeugen wurde mit insgesamt 2,96 Millionen Euro gefördert. Baumaßnahmen: 33 Baumaßnahmen wurden mit insgesamt 4,08 Millionen Euro gefördert. Seit 1991 hat der Freistaat damit für Bau- und Beschaffungsmaßnahmen im Bereich Brand- und Katastrophenschutz Fördermittel in Höhe von 163 Millionen Euro bewilligt.
