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Was hilft gegen Erkältung?

Dienstag, 31. Januar 2012, 12:15 Uhr
Der Hals kratzt, die Nase läuft, die Stimme versagt: Winterzeit ist Erkältungszeit. Wer unter einer Infektion der oberen Atemwege leidet, möchte die lästigen Symptome schnell wieder loswerden. Welche Mittel und Maßnahmen sinnvoll sind, erklären die Apothekerinnen und Apotheker des Landkreises Nordhausen...


Eine Erkältung kündigt sich in der Regel durch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden an. "Wenn sich die Erreger in der Rachenschleimhaut vermehren, werden Botenstoffe ausgeschüttet, die zur Entzündung und den typischen Schmerzen führen", sagt Apothekerin Eleonore Liebetrau, Pressesprecherin der Region Nordhausen.

Linderung können Lutschpastillen verschaffen: Sie enthalten in der Regel desinfizierende Stoffe sowie Substanzen, die lokal den Schmerz lindern. "Sie sollten jedoch nur kurze Zeit angewandt werden, da sie auch die schützende normale Rachenflora schädigen", weiß Liebetrau. Gegen Heiserkeit können auch pflanzliche Präparate mit Primelwurzelextrakt oder Isländisch Moos sowie Salztabletten helfen.

Grundsätzlich gilt, wer erkältet ist, sollte sich schonen. "Ruhe und Schlaf sind die wichtigste Voraussetzung, um schnell wieder gesund zu werden", sagt Liebetrau. Neben einer gesunden Ernährung sollten Patienten mit grippalen Infekten viel trinken, um die Flüssigkeitsverluste durch den Schnupfen auszugleichen und die Schleimhäute zu befeuchten. Daher unterstützen spezielle Tees den Körper beim Bekämpfen der Krankheit: Fenchel löst den Schleim, Holunder und Lindenblüten wirken schweißtreibend; Malvenblüten, Eibischwurzel und Isländisch Moos mindern den Hustenreiz.

Ist schnupfenbedingt "die Nase voll", schaffen abschwellende Nasensprays oder -tropfen kurzfristig Abhilfe. Für Säuglinge und Kinder gibt es spezielle Zubereitungen, die altersgemäß dosiert werden müssen. Keinesfalls sollte man diese Präparate jedoch länger als sieben Tage und öfter als dreimal am Tag anwenden, da sie sonst die Nasenschleimhäute dauerhaft schädigen können. Aus hygienischen Gründen benötigt zudem jedes Familienmitglied ein eigenes Spray. Auch Mineralsalzspülungen via Nasendusche verflüssigen den Schleim.

Husten als Erkältungssymptom ist meist hilfreich und harmlos, schließlich werden die Atemwege von Sekret, Staubpartikeln und Krankheitserregern befreit. "Aber der Husten kann auch ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein. Daher ist das Gespräch mit dem Apotheker so wichtig, er weiß, ob ein Symptom mit rezeptfreien Medikamenten selbst behandeln werden kann oder besser ein Arzt aufgesucht werden sollte", erklärt Apothekerin Liebetrau.

Erkältungen beginnen meist mit zwei bis drei Tagen Reizhusten. Darauf folgen ein bis zwei Wochen produktiver Husten, mit dem der Schleim abgehustet wird. Die Grenzen zwischen diesen beiden Arten des Hustens sind fließend. Gegen Husten werden neben synthetischen Arzneimitteln auch Extrakte aus Heilpflanzen wie Efeu, Primel, Thymian oder Spitzwegerich eingesetzt. Aber nicht jedes Präparat ist für jeden Patienten und jede Art von Husten empfehlenswert. Liebetrau: "Für das Gespräch in der Apotheke ist es deshalb wichtig, dass der Apotheker neben den Symptomen auch alle eingenommenen Medikamente kennt - egal ob rezeptfrei oder von einem Arzt verordnet."

Wohltuend bei allen Symptomen sind Inhalationen oder Dampfbäder mit Kamille, Salbei oder Thymian. Sie halten die Atemwege feucht, fördern die Durchblutung und wirken entzündungshemmend. Da sich sehr kleine Kinder beim Inhalieren leicht verbrühen können, ist ein Balsam zum Einreiben hier die bessere Wahl. Welche Präparate bei Kindern angewendet werden dürfen, weiß die Apothekerin: "Ätherische Öle wie Eukalyptus oder Pfefferminz eignen sich generell nicht für Säuglinge und Kinder", warnt Liebetrau.

Ein intaktes Immunsystem ist stets der beste Schutz vor Erkältungen: "Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen stärkt die Abwehr ebenso wie ausreichend Schlaf, wenig Stress, viel Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Tabak", informiert Liebetrau.
Autor: nnz

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