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Von Nordhausen nach Griechenland

Dienstag, 24. Januar 2012, 18:50 Uhr
Es ist so langsam aber sicher das Ende der Empfangsserie gekommen. Der DGB hatte zum Neujahrsempfang geladen. Traditionell Ende Januar sind die Gewerkschaften dran. Heute war es wieder soweit...

Geringe Beteiligung (Foto: nnz) Geringe Beteiligung (Foto: nnz)

Was will der Gewerkschaftsbund dieses Landes den Menschen, in diesem Fall den Gästen aus der Nordhäuser Region sagen? Klar: Gerecht geht anders! So lautete auch das Thema des Referenten. Zuvor wurde die 25 Personen starke Runde von DGB-Kreischef Andreas Wieninger begrüßt, der da konstatierte, dass die Gewerkschaften noch nicht tot sind.

Wieninger (Foto: nnz) Wieninger (Foto: nnz) Und Wieninger vermeldete, dass es einen neuen Kreisvorstand mit ihm als alten und neuen Vorsitzenden gibt. Seine Stellvertreterin ist Katrin Greiner, Schriftführer ist Harald Buntfuß.

Wieninger mahnte eine flächendeckende Einführung des Mindestlohnes in Deutschland an und zwar branchenübergreifend. Und man solle sich den Menschen weiterhin zuwenden, die schon jetzt keine Chance haben, um an dem wirtschaftlichen Aufschwung teilzuhaben.

Dann war der ver.di-Landesbezirksleiter für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Thomas Voß, an der Reihe. Er zog in punkto Wirtschaft und aufkommenden Rechtsradikalismus Vergleiche zwischen der aktuellen Gegenwart und der Weimarer Republik.

Voß (Foto: nnz) Voß (Foto: nnz) Und außerdem seien die Panzerverkäufe nach Griechenland an dessen Zahlungsunfähigkeit schuld. Selbst wenn Griechenland die „200 Panzer“ nicht bezahlen konnte, dann wurde ein Kredit von der Deutschen Bank vermittelt.

Im eigenen Land habe die Lohn-Zurückhaltung in Deutschland dazu geführt, dass die Binnenkaufkraft nicht gestärkt werden konnte und demzufolge keine griechischen Produkte in Deutschland gekauft wurden. Und überhaupt werde die Krise über Deutschland herfallen, aber die Gewerkschaften werden nicht zusehen, wie das Gewerkschaftsklientel in den Ruin getrieben werde. Deshalb müssen jetzt die Löhne und Gehälter nach oben klettern. Dann haben wir alle mehr Geld in der Tasche und können wieder mehr kaufen – natürlich auch griechischen Wein. Ob Griechenland damit wirklich gerettet werden kann, bleibt noch nachzuweisen. Fakt sei jedoch, dass die Steuerzahler die Lasten der Krise schultern müssen.

Um das abzuwenden, bedarf es starker Gewerkschaften. Nach Jahren der Mitgliederkrise seien viele Einzelgewerkschaften bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern sehr erfolgreich gewesen. Das sei ein Erfolgsrezept, von dem auch der gesamte Markt profitieren könne.
Autor: nnz

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