Storl zeigt sich in starker Frühform
Sonntag, 22. Januar 2012, 07:46 Uhr
Für herzliche Lacher sorgte am Freitagabend Reese Hoffa, als der amerikanische Kugelstoßer bei seiner Vorstellung anlässlich der 12. Auflage des Energie-Kugelstoß-Indoor plötzlich das Einlaufkind auf die linke Schulter packte und mit ihm gemeinsam unter dem tosenden Applaus der 2.000 Zuschauer in die Wiedigsburghalle in Nordhausen einlief. Für die nnz hat Sandra Arm aber noch vielmehr beobachtet...
Auf einen freuten sich die Fans aber ganz besonders. Lange mussten sie sich gedulden, denn erst als Letzter hallte sein Name durch das Hallenmikrofon. Es war der von David Storl, der im vergangenen Jahr bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu überraschend die Goldmedaille gewann und somit auch das Nordhäuser Orakel besiegte. Mentale Stärke bewies der fast zwei-Meter-Hüne nun auch bei der neusten Auflage des Indoor-Meetings, als er die Weltelite mächtig in Schach hielt und die Konkurrenz souverän mit 21,24. Meter vor Hoffa (USA/21,14) und Christian Cantwell (USA/21,01) für sich entschied. Bereits beim Einstoßen ließ Storl seine Klasse aufblitzen, so gab es schon im Vorfeld viel Applaus von den Rängen für den Schützling von Heimtrainer Sven Lang. Dieser schien im anschließenden Wettkampf gleich zu wirken. Im ersten Versuch legte zunächst Hoffa mit 20,61 Meter einen richtig guten Stoß vor. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, die 21,14 Meter lautete. Diese kam allerdings nicht von Landsmann Cantwell oder vom Polen Majewski, sondern von Storl, der die Fäuste nach oben reckte und beim Moderatorenduo Andreas und Harry abklatschte.
Bereits in dieser frühen Phase des Wettkampfs wurde deutlich, dass der Sieg wohl nur über Storl gingen würde. Doch der zweite Durchgang war an Spannung kaum zu überbieten. Hoffa, der nach außen locker wirkte und abseits des Geschehens bei jedem Versuch seiner Konkurrenten einen kleine Tanzeinlage einlegte, steigerte sich auf 21,13 Meter. Majewki war der nächste, er überzeugte ebenfalls, doch an die Weite von Hoffa kam er nicht heran – 20,81 Meter. Einen Zentimeter weiter, nämlich 20,82 Meter, hatte Cantwell auf der Anzeige stehen. Dann stieg der Lokalmatador wieder in den Ring, forderte das Publikum zum Klatschen auf und belohnte es mit einer Weite von 21,24 Meter.
Das auch ein Cantwell über die 21-Meter-Marke stoßen kann, bewies der 31-Jährige im vierten Versuch, als er auf 21,01 Meter kam. Damit war er der dritte Athlet im Wettkampf, der diese Marke knackte, sehr zur Freude von Meeting-Direktor Werner Hütcher. In den vorherigen Meetings gelang dies nicht. Insgesamt sechs Stöße gingen über die magische Marke, der letzte von Hoffa, der bis auf zehn Zentimeter an die Weite von Storl aus dem zweiten Versuch herankam. Doch mehr war für den sympathischen Amerikaner nicht drin, so dass am Ende Storl seiner Favoritenrolle gerecht wurde, erstmals in Nordhausen den Sieg davontrug und die Siegesserie von Cantwell, er gewann zuvor viermal in Folge, durchbrach.
Doch nach der Pflicht folgte die Kür, die ebenso kräftezehrend wie der Wettkampf selbst war. Schließlich galt es zunächst die vielen Interviewwünsche der Medienvertreter zu erfüllen, Storl stand geduldig jedem Rede und Antwort. Doch danach hielt es ihn nicht mehr auf den Beinen, bereits bei seinem letzten Versuch war er mit seinen Kräften am Ende. Ich kann nicht mehr, ließ der gebürtige Rochlitzer durchblicken, dass von ihm in seinem letzten Versuch keine Bestweite mehr zu erwarten sei.
Zudem hinterließ auch das Trainingslager, Storl weilte zuvor eine Woche in Kienbaum, seine Spuren. Er schnappte sich einen Stuhl, unterhielt sich mit Medienvertretern, während er nebenbei zahlreiche Autogrammwünsche insbesondere der vielen kleinen Fans erfüllte. Auf die Frage, ob er die Weite noch toppen könnte, antworte er kurz und knapp: Ich darf mich jetzt nicht ausruhen, sondern im Training immer weiter arbeiten. Auch ein paar Kilos sollen noch mehr auf die Rippen kommen.
Am vergangenen Wochenende bei der Ehrung der Sportler des Jahres in Sachsen kamen schon einige hinzu, denn Storl gewann nicht nur die Wahl zum besten Sportler des Jahres, sonder als Zugabe erhielt er eine seiner Lieblingsspeisen, eine Bananen-Schokoladen-Torte als Zugabe. Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, zeigte er sich stolz und fügte schmunzelnd an, die Torte von meiner Oma war aber besser.
Die Autogramme von Ralf Bartels (SC Neubrandenburg) waren ebenfalls heiß begehrt. Da ging er sogar für seine kleinen Fans in die Knie und erfüllte geduldig jeden Autogrammwunsch. Ich mache das gerne und versuche mir für jeden Zeit zu nehmen, sagte der 33-Jährige, der allerdings mit seinem Wettkampf haderte. Das Klassenziel, er hatte sich eine Weite um die 19,50 Meter vorgenommen, erreichte er bereits im vorletzten Versuch mit 19,55 Meter. Doch es sollte im letzten noch weiter gehen. Der Haudegen wuchtete sein Arbeitsgerät auf 19,67 Meter.
Doch zufrieden schien er nicht ganz. Ich bin nicht 100-prozentig zufrieden. Es haben sich ein, zwei Kleinigkeiten aufgetan, die mir Weite gekostet haben, analysierte er. So war der letzte Versuch aus seiner Sicht mehr ein Gewaltstoß. Die Technik hat nicht gestimmt. Eine Lösung hat der Routinier bereits parat. Ich muss jetzt nur noch beides zusammenbekommen, dann geht es auch weiter. So wie im Training, aber da habe immer zwischen 15 und 20 Stöße, im Wettkampf nur sechs.
Auch Hoffa gab sich nach seinem Wettkampf dem schreibenden Element hin und erfüllte wie seine Konkurrenten geduldig die Autogrammwünsche der wartenden Fans und das tat er ebenso locker, wie den Wettkampf zuvor.
Sandra Arm
Autor: nnzAuf einen freuten sich die Fans aber ganz besonders. Lange mussten sie sich gedulden, denn erst als Letzter hallte sein Name durch das Hallenmikrofon. Es war der von David Storl, der im vergangenen Jahr bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu überraschend die Goldmedaille gewann und somit auch das Nordhäuser Orakel besiegte. Mentale Stärke bewies der fast zwei-Meter-Hüne nun auch bei der neusten Auflage des Indoor-Meetings, als er die Weltelite mächtig in Schach hielt und die Konkurrenz souverän mit 21,24. Meter vor Hoffa (USA/21,14) und Christian Cantwell (USA/21,01) für sich entschied. Bereits beim Einstoßen ließ Storl seine Klasse aufblitzen, so gab es schon im Vorfeld viel Applaus von den Rängen für den Schützling von Heimtrainer Sven Lang. Dieser schien im anschließenden Wettkampf gleich zu wirken. Im ersten Versuch legte zunächst Hoffa mit 20,61 Meter einen richtig guten Stoß vor. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, die 21,14 Meter lautete. Diese kam allerdings nicht von Landsmann Cantwell oder vom Polen Majewski, sondern von Storl, der die Fäuste nach oben reckte und beim Moderatorenduo Andreas und Harry abklatschte.
Bereits in dieser frühen Phase des Wettkampfs wurde deutlich, dass der Sieg wohl nur über Storl gingen würde. Doch der zweite Durchgang war an Spannung kaum zu überbieten. Hoffa, der nach außen locker wirkte und abseits des Geschehens bei jedem Versuch seiner Konkurrenten einen kleine Tanzeinlage einlegte, steigerte sich auf 21,13 Meter. Majewki war der nächste, er überzeugte ebenfalls, doch an die Weite von Hoffa kam er nicht heran – 20,81 Meter. Einen Zentimeter weiter, nämlich 20,82 Meter, hatte Cantwell auf der Anzeige stehen. Dann stieg der Lokalmatador wieder in den Ring, forderte das Publikum zum Klatschen auf und belohnte es mit einer Weite von 21,24 Meter.
Das auch ein Cantwell über die 21-Meter-Marke stoßen kann, bewies der 31-Jährige im vierten Versuch, als er auf 21,01 Meter kam. Damit war er der dritte Athlet im Wettkampf, der diese Marke knackte, sehr zur Freude von Meeting-Direktor Werner Hütcher. In den vorherigen Meetings gelang dies nicht. Insgesamt sechs Stöße gingen über die magische Marke, der letzte von Hoffa, der bis auf zehn Zentimeter an die Weite von Storl aus dem zweiten Versuch herankam. Doch mehr war für den sympathischen Amerikaner nicht drin, so dass am Ende Storl seiner Favoritenrolle gerecht wurde, erstmals in Nordhausen den Sieg davontrug und die Siegesserie von Cantwell, er gewann zuvor viermal in Folge, durchbrach.
Doch nach der Pflicht folgte die Kür, die ebenso kräftezehrend wie der Wettkampf selbst war. Schließlich galt es zunächst die vielen Interviewwünsche der Medienvertreter zu erfüllen, Storl stand geduldig jedem Rede und Antwort. Doch danach hielt es ihn nicht mehr auf den Beinen, bereits bei seinem letzten Versuch war er mit seinen Kräften am Ende. Ich kann nicht mehr, ließ der gebürtige Rochlitzer durchblicken, dass von ihm in seinem letzten Versuch keine Bestweite mehr zu erwarten sei.
Zudem hinterließ auch das Trainingslager, Storl weilte zuvor eine Woche in Kienbaum, seine Spuren. Er schnappte sich einen Stuhl, unterhielt sich mit Medienvertretern, während er nebenbei zahlreiche Autogrammwünsche insbesondere der vielen kleinen Fans erfüllte. Auf die Frage, ob er die Weite noch toppen könnte, antworte er kurz und knapp: Ich darf mich jetzt nicht ausruhen, sondern im Training immer weiter arbeiten. Auch ein paar Kilos sollen noch mehr auf die Rippen kommen.
Am vergangenen Wochenende bei der Ehrung der Sportler des Jahres in Sachsen kamen schon einige hinzu, denn Storl gewann nicht nur die Wahl zum besten Sportler des Jahres, sonder als Zugabe erhielt er eine seiner Lieblingsspeisen, eine Bananen-Schokoladen-Torte als Zugabe. Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, zeigte er sich stolz und fügte schmunzelnd an, die Torte von meiner Oma war aber besser.
Die Autogramme von Ralf Bartels (SC Neubrandenburg) waren ebenfalls heiß begehrt. Da ging er sogar für seine kleinen Fans in die Knie und erfüllte geduldig jeden Autogrammwunsch. Ich mache das gerne und versuche mir für jeden Zeit zu nehmen, sagte der 33-Jährige, der allerdings mit seinem Wettkampf haderte. Das Klassenziel, er hatte sich eine Weite um die 19,50 Meter vorgenommen, erreichte er bereits im vorletzten Versuch mit 19,55 Meter. Doch es sollte im letzten noch weiter gehen. Der Haudegen wuchtete sein Arbeitsgerät auf 19,67 Meter.
Doch zufrieden schien er nicht ganz. Ich bin nicht 100-prozentig zufrieden. Es haben sich ein, zwei Kleinigkeiten aufgetan, die mir Weite gekostet haben, analysierte er. So war der letzte Versuch aus seiner Sicht mehr ein Gewaltstoß. Die Technik hat nicht gestimmt. Eine Lösung hat der Routinier bereits parat. Ich muss jetzt nur noch beides zusammenbekommen, dann geht es auch weiter. So wie im Training, aber da habe immer zwischen 15 und 20 Stöße, im Wettkampf nur sechs.
Auch Hoffa gab sich nach seinem Wettkampf dem schreibenden Element hin und erfüllte wie seine Konkurrenten geduldig die Autogrammwünsche der wartenden Fans und das tat er ebenso locker, wie den Wettkampf zuvor.
Sandra Arm









