nnz-online

Politik soll handeln

Dienstag, 17. Januar 2012, 13:57 Uhr
Die kontinuierliche Energie- und Rohstoffversorgung bereitet den Unternehmen immer mehr Sorgen. Insbesondere Preissteigerungen und mangelnde Versorgungssicherheit werden befürchtet. So lautet das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in die auch die Bewertungen von rund 100 Unternehmen aus Nord- und Mittelthüringen eingeflossen sind...


„Steigende Preise für Energie haben bei 94 Prozent der Firmen eine zunehmende Bedeutung auf ihre künftige Geschäftsentwicklung“, informiert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser, über die regionalen Ergebnisse. Daher plädiere die Mehrheit der Befragten auch für die Reduzierung staatlicher Abgaben auf den Strompreis. Knapp die Hälfte der Betriebe befürchte sogar Stromausfälle.

Das seien zwar zahlenmäßig weniger als bei Preissteigerungen, doch die Auswirkungen wären ungleich gravierender: Stromunterbrechungen könnten Produktionsprozesse lahmlegen, Anlagen zerstören und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland unattraktiver machen.

„Um die Energieversorgung in Zukunft sicher und stabil zu halten, erwartet die Wirtschaft mehr Engagement seitens der Politik“, erklärt Grusser. Aufgabe der Politik sei es, die öffentliche Akzeptanz für den Ausbau der Stromnetze zu stärken. 59 Prozent der Unternehmen sehen darin eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende.

„Neben der Energie stellen steigende Rohstoffpreise schon für 88 Prozent der befragten Firmen ein Problem dar“, ergänzt der IHK-Chef. Ein ausreichendes Angebot von Rohstoffen werde immerhin von rund einem Drittel angezweifelt. Bundesregierung und EU müssten sich deshalb für einen freien Zugang zu Rohstoffen einsetzen, zum Beispiel durch Rohstoffpartnerschaften als flankierende Maßnahme zu den Bemühungen der Unternehmen. Diesen Aspekt greife die Erfurter IHK mit der Europäischen Rohstoffkonferenz am 21. März 2012 auf und biete den Thüringer Unternehmen die Beteiligung an Rohstoffallianzen an.

„Als Antwort auf die Herausforderungen setzen viele Unternehmen auf Effizienzmaßnahmen“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Drei Viertel der Befragten hätten bereits Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergriffen oder planten solche. Über die Hälfte der Unternehmen kümmere sich zudem um einen effizienteren Einsatz von Rohstoffen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de