Urgestein ist tot
Donnerstag, 12. Januar 2012, 22:16 Uhr
Es gibt so Floskeln im Leben eines Journalisten, zum Beispiel: Sein Herz schlug für... und so weiter. Nun gibt es aber Menschen, auf die das voll und ganz trifft. Bei einem davon hat das Herz nun leider aufgehört zu schlagen...
Günter Beck beim "Tag der Legenden Ende Dezember"
Günter Beck ist tot. Der 74jährige starb in der Nacht zum Donnerstag. Völlig unerwartet. Sein Wackerherz, das seit einigen Jahren schon geschwächt war, blieb stehen. Einfach so und die Fußball-Gemeinde in Nordhausen, ja in Thüringen trauert um den Mann, zu dessen Leben der Nordhäuser Fußball an der Parkallee gehörte wie die Familie.
Ich selbst saß mit Günter Beck von 1995 bis 2000 in der Sprecherkabine des Albert-Kuntz-Sportparks. Von dort aus haben wir die Spiele in der Regional- und der Oberliga verfolgt. Fast eine komplette Schachtel Zigaretten "verarbeitete" Günter Beck während der knapp zwei Stunden und schrieb dabei akribisch alle Torchancen, Tore oder gelbe Karten in sein blaues Vokalbelheft aus DDR-Zeiten. Mit diesen Heften hatte er sich bei "Bötel" aus Restbeständen eingedeckt.
Man konnte Günter Beck fragen, wie viele Tore zum Beispiel Frank Ludwig geschossen hat oder wann das 1:0-Siegtor der blau-weißen im Heimspiel gegen Chemnitz fiel und Michael Ballack als Verlierer vom Nordhäuser Rasen trabte. Die Antwort kam sekundenschell.
Mit Herz und Seele immer dabei: Günter Beck (vorn) beobachtet ein Spiel "seiner" Wacker-Mannschaft
Trotz eines gesundheitlichen Rückschlags - sein Wackerherz schlug weiter. Die Familie war dann immer an seiner Seite zu den Heimspielen. Am Samstag wollte er unbedingt noch das Hallenturnier in Nordhausen besuchen. Sein Herz wollte es nicht mehr und dabei weiß ich, dass er so gerne noch den Aufstieg seiner Wackeren in die Oberliga miterleben wollte.
Der Verein selbst verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte in vielen Bereichen engagiert um dessen Entwicklung kümmerte. Günter Beck erwarb sich große Verdienste um den FSV Wacker 90, wofür er auch zu dessen Ehrenmitglied ernannt wurde. 1985 wurde Günter Beck Mannschaftsleiter der Ersten von Motor Nordhausen. Neben dieser Aufgabe widmete er sich auch der Berichterstattung über die Spiele des Vereins in allen Altersklassen. Sein zweites Zuhause war der Albert-Kuntz-Sportpark, wo er nur im äußersten Notfall ein Spiel versäumte. Auch zu Auswärtsbegegnungen reiste er im Mannschaftsbus mit.
Am 31. März 1990 wurde er einstimmig zum ersten Vorsitzenden des Präsidiums im wieder gegründeten FSV Wacker 90 Nordhausen gewählt. Bis 1998 war er weiter Präsidiumsmitglied. Auch danach erfüllte er unermüdlich ehrenamtliche Aufgaben im Verein. "Wir verlieren einen guten Freund und untadeligen Vereinskameraden, den wir stets in guter Erinnerung behalten werden. Seiner Ehefrau, den Kindern und den anderen Familienangehörigen drücken wir unser tiefes Mitgefühl aus", schreibt der Verein auf seiner Homepage.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzGünter Beck beim "Tag der Legenden Ende Dezember"
Günter Beck ist tot. Der 74jährige starb in der Nacht zum Donnerstag. Völlig unerwartet. Sein Wackerherz, das seit einigen Jahren schon geschwächt war, blieb stehen. Einfach so und die Fußball-Gemeinde in Nordhausen, ja in Thüringen trauert um den Mann, zu dessen Leben der Nordhäuser Fußball an der Parkallee gehörte wie die Familie.
Ich selbst saß mit Günter Beck von 1995 bis 2000 in der Sprecherkabine des Albert-Kuntz-Sportparks. Von dort aus haben wir die Spiele in der Regional- und der Oberliga verfolgt. Fast eine komplette Schachtel Zigaretten "verarbeitete" Günter Beck während der knapp zwei Stunden und schrieb dabei akribisch alle Torchancen, Tore oder gelbe Karten in sein blaues Vokalbelheft aus DDR-Zeiten. Mit diesen Heften hatte er sich bei "Bötel" aus Restbeständen eingedeckt.
Man konnte Günter Beck fragen, wie viele Tore zum Beispiel Frank Ludwig geschossen hat oder wann das 1:0-Siegtor der blau-weißen im Heimspiel gegen Chemnitz fiel und Michael Ballack als Verlierer vom Nordhäuser Rasen trabte. Die Antwort kam sekundenschell.
Mit Herz und Seele immer dabei: Günter Beck (vorn) beobachtet ein Spiel "seiner" Wacker-Mannschaft
Trotz eines gesundheitlichen Rückschlags - sein Wackerherz schlug weiter. Die Familie war dann immer an seiner Seite zu den Heimspielen. Am Samstag wollte er unbedingt noch das Hallenturnier in Nordhausen besuchen. Sein Herz wollte es nicht mehr und dabei weiß ich, dass er so gerne noch den Aufstieg seiner Wackeren in die Oberliga miterleben wollte.
Der Verein selbst verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte in vielen Bereichen engagiert um dessen Entwicklung kümmerte. Günter Beck erwarb sich große Verdienste um den FSV Wacker 90, wofür er auch zu dessen Ehrenmitglied ernannt wurde. 1985 wurde Günter Beck Mannschaftsleiter der Ersten von Motor Nordhausen. Neben dieser Aufgabe widmete er sich auch der Berichterstattung über die Spiele des Vereins in allen Altersklassen. Sein zweites Zuhause war der Albert-Kuntz-Sportpark, wo er nur im äußersten Notfall ein Spiel versäumte. Auch zu Auswärtsbegegnungen reiste er im Mannschaftsbus mit.
Am 31. März 1990 wurde er einstimmig zum ersten Vorsitzenden des Präsidiums im wieder gegründeten FSV Wacker 90 Nordhausen gewählt. Bis 1998 war er weiter Präsidiumsmitglied. Auch danach erfüllte er unermüdlich ehrenamtliche Aufgaben im Verein. "Wir verlieren einen guten Freund und untadeligen Vereinskameraden, den wir stets in guter Erinnerung behalten werden. Seiner Ehefrau, den Kindern und den anderen Familienangehörigen drücken wir unser tiefes Mitgefühl aus", schreibt der Verein auf seiner Homepage.
Peter-Stefan Greiner


