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Abnehmendes Licht

Donnerstag, 12. Januar 2012, 06:24 Uhr
In der kommenden Woche kommt Eugen Ruge, der Träger des diesjährigen Deutschen Buchpreises zur Lesung nach Nordhausen. Hier wird der Schriftsteller in einem Gymnasium aus den Zeiten des abnehmenden Lichts lesen...

Eugen Ruge (Foto: privat) Eugen Ruge (Foto: privat)

„Dieser Roman hat etwas zu erzählen. Er erzählt es großartig. Was will man mehr. Dieser Deutsche Buchpreis (für den besten Roman des Jahres) ist super.“ Mit dieser Eloge würdigte die taz am 12.10.11die Zuerkennung des Buchpreises an Eugen Ruge.

Von den Jahren des Exils bis ins neue Jahrtausend reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien in die neu gegründete DDR, führt über Gipfel und durch Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, ungeheuer menschlich und komisch. Geschichte wird als Familiengeschichte erlebbar.

Eugen Ruges Figuren, die eng an seiner Familie lehnen, haben Bestand jenseits aller Zeiten. Sie erzählen gerade deshalb mehr, deutlich mehr von der DDR, von Deutschland und vom Leben als all’, die sich an Ideologien und Wirklichkeiten abarbeiten.

Eugen Ruge besticht darüber hinaus durch seine Blickwinkel und Perspektiven. „Seine“ ganze Familie berichtet wechselnd über ihr Leben und Erleben und immer wieder über den 90. Geburtstag. Dieser, der 9o. Geburtstag des Großvaters, des Familienpatriachen, am 1. Oktober 1989, steht im Mittelpunkt des Romans. Die ganze Funktionärselite kommt zur Verleihung des nächsten Ordens zusammen – wohl ein letztes Mal – dazu alle vier Generationen der Familie. Das Fest ist perfekt organisiert, die Rollen sind wie seit Jahren verteilt. Doch einer fehlt, Alexander, der Enkel. Er ist ausgerechnet an diesem Tag aus der sich verdunkelnden Enge seines Landes entschwunden ... Seine Rolle bleibt unbesetzt, das Chaos kann sich Bahn brechen ...

In einer Rezension (Michael Kumpfmüller (Die Welt) heißt es: „Das eigentliche Wunder dieses Romans besteht aber darin, wie er jeder seiner Figuren Gerechtigkeit widerfahren lässt, in einer Sprache, die ganz auf Beobachtung der Dinge, auf Gerüche, Gesten setzt. .. Es gibt eine Menge Gründe, das gelebte, das geglückte oder vergeudete Leben mit Humor zu erzählen“

Eugen Ruge kommt nach Nordhausen. In der Reihe „Herder liest“ wird der Autor am 20. Januar um 19.30 Uhr im „Herder-Gymnasium“ zu Gast sein und aus seinem preisgekrönten Buch lesen. Der Eintritt beträgt 7 €, für Schüler und Studenten 2 €. Karten sind im Vorverkauf im Buchhaus Rose (Tel. 616209 sowie an der Abendkasse erhältlich.
Autor: nnz

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