Es stinkt in Nordhausen
Sonntag, 28. September 2003, 09:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Keine Angst – mit dieser Überschrift ist nicht die Politik in der Rolandstadt gemeint. Üble Gerüche gibt es schon seit längerem, sie haben tierischen Ursprung. In dieser Woche allerdings roch es besonders penetrant.
Es ist Sonntag. Der Tag versprach schon am Morgen viel Sonne. Auf den Bahnhofsplatz rollte der Bus eines Coburger Reiseunternehmens an. Als die bayrischen Gäste ausstiegen, da wurden sie auf der herzlichste empfangen. Nicht von einem Gästeführer, sondern von der würzigen Nordhäuser Luft. Sie kam von der Darre herüber. Es war der erste Eindruck für die Touristen.
Schon seit Jahren müssen sich die Nordhäuser und ihre Gäste mit diesem Gestank abfinden. Sofern die Menschen aus der Ferne keine Experten in Sachen Schweinezucht sind, haben sie für das Lüftchen kaum Verständnis. Die Tierzucht van Asten vergrault in zunehmendem Maße diejenigen, die Nordhausen haben will: Gäste, Besucher, Touristen. Das kann doch nicht wahr sein, meinte ein Bayer gegenüber nnz. Am liebsten wäre er wieder in den Bus eingestiegen und abgefahren.
Das Unverständnis der Gäste ist ebenso berechtigt wie die Frage, warum ein Unternehmen, das sich der Aufzucht von Tieren verschrieben hat, im 21. Jahrhundert nicht in der Lage ist, diesem Gestank Einhalt zu gebieten. Die Antwort ist simpel. Die Verhinderung des Geruchs kostet Geld, viel Geld. Millionen-Beträge sind nach Unternehmensangaben bereits investiert worden, dem Geruch nach außen ist man damit aber nicht Herr geworden. Man will es auch scheinbar nicht.
Wenn die Firmenspitze nach Lösungsmöglichkeiten befragt wird, dann kommt sofort das Argument: Entweder es stinkt oder die Arbeitsplätze sind futsch. Ein Totschlagsargument angesichts der wirtschaftlichen Situation in dieser Region. Wer kann sich – politisch gesehen – den Verlust von Arbeitsplätzen schon leisten. Und dann gibt es da auch noch den Rechtsstreit zwischen der Tierzucht und einem anderen Unternehmen – gerade wegen der Geruchsbelästigung.
Also wird es weiter stinken, wie an diesem Sonntag oder wie am Freitagnachmittag. Da hatten viele Marktkauf-Kunden auch die Nase voll. Und wie anheimelnd sich der Geruch ab April 2004 auf die Gäste der Landesgartenschau auswirken wird, das kann jetzt nur geahnt werden. Förderlich wird das Lüftchen von der Darre auf keinen Fall sein. nnz meint, das dieser Zustand sich unbedingt ändern muß.
Autor: nnzEs ist Sonntag. Der Tag versprach schon am Morgen viel Sonne. Auf den Bahnhofsplatz rollte der Bus eines Coburger Reiseunternehmens an. Als die bayrischen Gäste ausstiegen, da wurden sie auf der herzlichste empfangen. Nicht von einem Gästeführer, sondern von der würzigen Nordhäuser Luft. Sie kam von der Darre herüber. Es war der erste Eindruck für die Touristen.
Schon seit Jahren müssen sich die Nordhäuser und ihre Gäste mit diesem Gestank abfinden. Sofern die Menschen aus der Ferne keine Experten in Sachen Schweinezucht sind, haben sie für das Lüftchen kaum Verständnis. Die Tierzucht van Asten vergrault in zunehmendem Maße diejenigen, die Nordhausen haben will: Gäste, Besucher, Touristen. Das kann doch nicht wahr sein, meinte ein Bayer gegenüber nnz. Am liebsten wäre er wieder in den Bus eingestiegen und abgefahren.
Das Unverständnis der Gäste ist ebenso berechtigt wie die Frage, warum ein Unternehmen, das sich der Aufzucht von Tieren verschrieben hat, im 21. Jahrhundert nicht in der Lage ist, diesem Gestank Einhalt zu gebieten. Die Antwort ist simpel. Die Verhinderung des Geruchs kostet Geld, viel Geld. Millionen-Beträge sind nach Unternehmensangaben bereits investiert worden, dem Geruch nach außen ist man damit aber nicht Herr geworden. Man will es auch scheinbar nicht.
Wenn die Firmenspitze nach Lösungsmöglichkeiten befragt wird, dann kommt sofort das Argument: Entweder es stinkt oder die Arbeitsplätze sind futsch. Ein Totschlagsargument angesichts der wirtschaftlichen Situation in dieser Region. Wer kann sich – politisch gesehen – den Verlust von Arbeitsplätzen schon leisten. Und dann gibt es da auch noch den Rechtsstreit zwischen der Tierzucht und einem anderen Unternehmen – gerade wegen der Geruchsbelästigung.
Also wird es weiter stinken, wie an diesem Sonntag oder wie am Freitagnachmittag. Da hatten viele Marktkauf-Kunden auch die Nase voll. Und wie anheimelnd sich der Geruch ab April 2004 auf die Gäste der Landesgartenschau auswirken wird, das kann jetzt nur geahnt werden. Förderlich wird das Lüftchen von der Darre auf keinen Fall sein. nnz meint, das dieser Zustand sich unbedingt ändern muß.
