Zwei Männer zur Wahl
Donnerstag, 25. September 2003, 09:53 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser SPD will sich heute für den kommenden Landtagswahlkampf rüsten. Zumindest personell. Zwei Männer wollen gewählt werden. Eine Kampfabstimmung – das ist ein Novum und schon deshalb interessant.
Die sozialdemokratische Basis wird es sich heute Abend schwer machen oder auch nicht. Sie hat zu wählen, zwischen zwei Männern. Im nächsten Jahr sollen dann die Nordhäuser wählen, und zwar den Mann, den heute die SPD wählt.
Der eine Kandidat, er heißt Manfred Breitrück ist vielleicht den Mitgliedern der Barmer Ersatzkasse bekannt. Noch bekannter ist er in Leimbach, da wohnt Manfred Breitrück. Seit etwas mehr als vier Jahren sitzt der Sozialdemokrat im Kreistag, ist aber dort den Berichterstattern kaum aufgefallen. Im Archiv der nnz, das immerhin mehr als 10.000 Beiträge enthält, taucht sein Name 15 mal auf. Das hat nichts zu bedeuten, denn Breitrück ist ja auch Schatzmeister im Ortsverband.
Einmal organisierte er eine Wirtschaftstagung seiner Partei in Nordhausen. Und die nnz berichtete darüber. Das Fazit dieses Berichts: Es sei bemerkenswert gewesen, dass die Teilnehmer bis zum Ende der Veranstaltung ausharrten, wurde damals informiert. Einige von denen konnten sich dann nicht des Eindrucks erwehren, dass sie hier fehl am Platze waren.
Der Kontrahent von Breitrück ist Andreas Wieninger. Der Stadtrat schmückt sich gern in Pressemitteilungen mit Titeln. Mal haben die einen gewerkschaftlichen Hauch, mal Verkehrsexperte, mal Ausschussvorsitzender, mal Chef des Ortsvereins. Aber – Wieninger ist agil. Quantitativ schlägt er Breitrück um Längen, in über 60 Beiträgen taucht sein Name in der nnz auf. Über die Qualität der Aussagen soll hier nicht geurteilt werden. Andreas Wieninger will wie Manfred Breitrück in den Landtag. Dort wollen beide harte sozialdemokratische Arbeit leisten.
Beide müssen mit ihrer SPD zurechtkommen, vor allem mit deren Reformen auf Bundesebene und ihren Auswirkungen. Wieninger kriegt da Bauchschmerzen, spätestens seit unser aller Kanzler den Begriff Agenda 2010 in die deutsche Welt gesetzt hat. Was können also beide Kandidaten dagegen tun, wie können sie sozialdemokratisch gestalten? Das hoffentlich werden sie heute der SPD-Basis erklären. Und dann hat die eben jene Qual der Wahl, die eine solche überhaupt erst interessant macht. Noch interessanter allerdings ist die Zeit nach dieser Wahl. Dann müssen sie denen ihre Ziele erklären, die ihre Kreuze auf den Stimmzetteln machen. Unterstützung aus Berlin wird es in den kommenden Monaten kaum geben. Und aus Erfurt? Man wird sehen...
Autor: nnzDie sozialdemokratische Basis wird es sich heute Abend schwer machen oder auch nicht. Sie hat zu wählen, zwischen zwei Männern. Im nächsten Jahr sollen dann die Nordhäuser wählen, und zwar den Mann, den heute die SPD wählt.
Der eine Kandidat, er heißt Manfred Breitrück ist vielleicht den Mitgliedern der Barmer Ersatzkasse bekannt. Noch bekannter ist er in Leimbach, da wohnt Manfred Breitrück. Seit etwas mehr als vier Jahren sitzt der Sozialdemokrat im Kreistag, ist aber dort den Berichterstattern kaum aufgefallen. Im Archiv der nnz, das immerhin mehr als 10.000 Beiträge enthält, taucht sein Name 15 mal auf. Das hat nichts zu bedeuten, denn Breitrück ist ja auch Schatzmeister im Ortsverband.
Einmal organisierte er eine Wirtschaftstagung seiner Partei in Nordhausen. Und die nnz berichtete darüber. Das Fazit dieses Berichts: Es sei bemerkenswert gewesen, dass die Teilnehmer bis zum Ende der Veranstaltung ausharrten, wurde damals informiert. Einige von denen konnten sich dann nicht des Eindrucks erwehren, dass sie hier fehl am Platze waren.
Der Kontrahent von Breitrück ist Andreas Wieninger. Der Stadtrat schmückt sich gern in Pressemitteilungen mit Titeln. Mal haben die einen gewerkschaftlichen Hauch, mal Verkehrsexperte, mal Ausschussvorsitzender, mal Chef des Ortsvereins. Aber – Wieninger ist agil. Quantitativ schlägt er Breitrück um Längen, in über 60 Beiträgen taucht sein Name in der nnz auf. Über die Qualität der Aussagen soll hier nicht geurteilt werden. Andreas Wieninger will wie Manfred Breitrück in den Landtag. Dort wollen beide harte sozialdemokratische Arbeit leisten.
Beide müssen mit ihrer SPD zurechtkommen, vor allem mit deren Reformen auf Bundesebene und ihren Auswirkungen. Wieninger kriegt da Bauchschmerzen, spätestens seit unser aller Kanzler den Begriff Agenda 2010 in die deutsche Welt gesetzt hat. Was können also beide Kandidaten dagegen tun, wie können sie sozialdemokratisch gestalten? Das hoffentlich werden sie heute der SPD-Basis erklären. Und dann hat die eben jene Qual der Wahl, die eine solche überhaupt erst interessant macht. Noch interessanter allerdings ist die Zeit nach dieser Wahl. Dann müssen sie denen ihre Ziele erklären, die ihre Kreuze auf den Stimmzetteln machen. Unterstützung aus Berlin wird es in den kommenden Monaten kaum geben. Und aus Erfurt? Man wird sehen...
