Drei SFZ-Mitglieder in neuem Denkmalbeirat
Mittwoch, 14. Dezember 2011, 09:29 Uhr
Der Verein Südharzer Fachwerkzentrum Nordhausen (SFZ) entsendet mit Hans-Jürgen Grönke, Winfried Wehrhan und Markus Veit drei Mitglieder in den am Dienstagabend gegründeten Denkmalbeirat...
Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berief insgesamt 13 Nordhäuser in das Gremium, darunter auch den Buchhändler Dietrich Rose, Heidelore Kneffel und die Stadträte Peter Schwarz (früherer Rolanddarsteller) und Steffen Iffland. Der Beirat soll künftig der Unteren Denkmalschutzbehörde Anregungen geben und sie beraten, und zwar bevor im Stadtrat Beschlüsse gefasst werden, wie Rinke betonte. Der Denkmalbeirat solle keinesfalls eine Placebo-Funktion haben, sondern ernsthafte Impulse in die Stadt senden.
Immerhin besitzt Nordhausen derzeit 401 Einzeldenkmale und 25 Denkmalensemble, die schützenswert sind, steuerte Susanne Hinsching von der Denkmalschutzbehörde der Stadt die Fakten bei. Sie wird im Januar erstmals zu einer Runde einladen.
Gleich zu Beginn muss sich der Beirat mit einem schweren Brocken beschäftigen. Zu den Kelleranlagen unter dem Areal Bäcker-/Kranichstraße habe es aktuelle technische Untersuchungen gegeben, berichtete Thomas Nitz von der Denkmalpflege in Erfurt vor etwa 40 Versammelten beim Bürgergespräch im Tabakspeicher. Das Ergebnis sei ernüchternd. Nachdem an den Kellern 20 Jahre nichts passiert ist, seien einige nun nicht mehr zu erhalten, andere nur unter höchstem Aufwand. Am kostengünstigsten und aus Denkmalschutzsicht erstrebenswertesten sei, diese Anlagen zu verfüllen, damit sie zumindest der Nachwelt erhalten blieben.
Barbara Rinke sieht derzeit keine finanziellen Spielräume für die Sanierung von Kellern. Neben aktuell laufenden Projekten stünden noch das statisch problematische Waisenhaus und der Walkenrieder Hof auf dem Programm. Und das Geld sei eben nur einmal da. Höchstens wenn der Verkehr in der Kranichstraße gefährdet sei, müsse man handeln. Generell wird sich jedoch kaum jemand finden, der sein Eigentum auf Keller setzt, die er selbst sanieren muss, fasste sie zusammen.
Kritisch bemerkte Heidelore Kneffel, an die Keller hätte man früher herangehen müssen. Und ein Bürger ärgerte sich: Die Keller werden so lange verwaist stehen gelassen, bis sie zusammenfallen. So geht das mit jedem einzelnen Baudenkmal.
Eine Chance, das Problem Altstadt endlich anzupacken, sieht das Südharzer Fachwerkzentrum. Vorsitzender Thomas Müller warb dafür, einen Neuanfang zu wagen. Inzwischen ändere sich das Selbstverständnis vieler Nordhäuser für den Wert ihres historischen Zentrums. Private, Stadt und Vereine entwickelten positive Initiativen. Dies müsse man für einen Schub nutzen. Zwei dieser Initiativen sind die Rettung von Altendorf 48 und des Parks Hohenrode. Letzterer wurde, so verkündete Thomas Nitz, inzwischen als Denkmal nationaler Bedeutung anerkannt und darf auf Fördermittel vom Bund hoffen.
Der Denkmalbeirat soll nun helfen, weitere Schwachstellen in der Stadt anzusprechen und vor allem in die öffentliche Diskussion zu bringen. Denn die Möglichkeiten für die Behörden zu schauen, wo etwas im Argen liegt, lägen kurz über Null, so Denkmalpfleger Thomas Nitz wörtlich.
Autor: nnzOberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berief insgesamt 13 Nordhäuser in das Gremium, darunter auch den Buchhändler Dietrich Rose, Heidelore Kneffel und die Stadträte Peter Schwarz (früherer Rolanddarsteller) und Steffen Iffland. Der Beirat soll künftig der Unteren Denkmalschutzbehörde Anregungen geben und sie beraten, und zwar bevor im Stadtrat Beschlüsse gefasst werden, wie Rinke betonte. Der Denkmalbeirat solle keinesfalls eine Placebo-Funktion haben, sondern ernsthafte Impulse in die Stadt senden.
Immerhin besitzt Nordhausen derzeit 401 Einzeldenkmale und 25 Denkmalensemble, die schützenswert sind, steuerte Susanne Hinsching von der Denkmalschutzbehörde der Stadt die Fakten bei. Sie wird im Januar erstmals zu einer Runde einladen.
Gleich zu Beginn muss sich der Beirat mit einem schweren Brocken beschäftigen. Zu den Kelleranlagen unter dem Areal Bäcker-/Kranichstraße habe es aktuelle technische Untersuchungen gegeben, berichtete Thomas Nitz von der Denkmalpflege in Erfurt vor etwa 40 Versammelten beim Bürgergespräch im Tabakspeicher. Das Ergebnis sei ernüchternd. Nachdem an den Kellern 20 Jahre nichts passiert ist, seien einige nun nicht mehr zu erhalten, andere nur unter höchstem Aufwand. Am kostengünstigsten und aus Denkmalschutzsicht erstrebenswertesten sei, diese Anlagen zu verfüllen, damit sie zumindest der Nachwelt erhalten blieben.
Barbara Rinke sieht derzeit keine finanziellen Spielräume für die Sanierung von Kellern. Neben aktuell laufenden Projekten stünden noch das statisch problematische Waisenhaus und der Walkenrieder Hof auf dem Programm. Und das Geld sei eben nur einmal da. Höchstens wenn der Verkehr in der Kranichstraße gefährdet sei, müsse man handeln. Generell wird sich jedoch kaum jemand finden, der sein Eigentum auf Keller setzt, die er selbst sanieren muss, fasste sie zusammen.
Kritisch bemerkte Heidelore Kneffel, an die Keller hätte man früher herangehen müssen. Und ein Bürger ärgerte sich: Die Keller werden so lange verwaist stehen gelassen, bis sie zusammenfallen. So geht das mit jedem einzelnen Baudenkmal.
Eine Chance, das Problem Altstadt endlich anzupacken, sieht das Südharzer Fachwerkzentrum. Vorsitzender Thomas Müller warb dafür, einen Neuanfang zu wagen. Inzwischen ändere sich das Selbstverständnis vieler Nordhäuser für den Wert ihres historischen Zentrums. Private, Stadt und Vereine entwickelten positive Initiativen. Dies müsse man für einen Schub nutzen. Zwei dieser Initiativen sind die Rettung von Altendorf 48 und des Parks Hohenrode. Letzterer wurde, so verkündete Thomas Nitz, inzwischen als Denkmal nationaler Bedeutung anerkannt und darf auf Fördermittel vom Bund hoffen.
Der Denkmalbeirat soll nun helfen, weitere Schwachstellen in der Stadt anzusprechen und vor allem in die öffentliche Diskussion zu bringen. Denn die Möglichkeiten für die Behörden zu schauen, wo etwas im Argen liegt, lägen kurz über Null, so Denkmalpfleger Thomas Nitz wörtlich.
