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Richter Kropp: Spitzkegeliger Kahlkopf

Mittwoch, 07. Dezember 2011, 09:17 Uhr
Wer in einer Ratesendung im Fernsehen gefragt würde, was ein spitzkegeliger Kahlkopf ist, wird wohl eher auf einen Mann mit spitzer Kopfform und wenigen Haaren kommen als auf einen Pilz. Ist doch der spitzkegelige Kahlkopf eher in gemäßigten Zonen verbreitet, wo er wächst und gedeiht, und nicht in unseren kühleren Zonen, schon gar nicht im Kyffhäuserkreis. Doch da irrt man, denn auch dieser seltene Pilz hat hier seine Verbreitung gefunden...


Doch die Freude der Pilzforscher dürfte nur kurz wehren, wenn ihnen gesagt würde, dass dieser hier nur in Plasteaufzuchtboxen im feuchten Milieu aufzufinden ist. Und dies auch nicht in den zahlreichen Wäldern des Kreises, sondern in einer Wohnung in Artern, wo ein 19jähriger Arbeitsloser aus der „Stadt der Träume“ am 16. November vergangenen Jahres 24,2 Gramm dieses Pilzes aufbewahrte. Diese Menge brauchte er auch zum träumen, denn der spitzkegelige Kahlkopf enthält Psilocin, ein Betäubungsmittel.

Und da er hierfür keine Erlaubnis hatte, landete der Mann mit einer Anklage wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor Jugendrichter Gerald Fierenz vom Sondershäuser Amtsgericht.

Es sei richtig, dass man diesen Pilz bei ihm gefunden hätte. Er habe ihn jedoch allein aus biologischem Interesse gezüchtet, weder gegessen noch verkauft. Ganz wollte der Jugendrichter dem Mann nicht glauben, fand man doch gleichzeitig einige Gramm Haschisch in seiner Wohnung. 390 Euro Geldstrafe lautete das Urteil gegen den vorbestraften Pilzzüchter aus Artern. Dieses ist rechtskräftig geworden.

Der spitzkegelige Kahlkopf indes ist sichergestellt worden und geht den Gang jeden Asservates, er wird demnächst vernichtet werden. Weitere Freunde des spitzkegeligen Kahlkopfs seien deshalb vor einer weiteren Zucht durch dieses Verfahren gewarnt, treten doch bei Einnahme schon geringer Mengen Rauschzustände auf.
Autor: nnz

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